Wer überwiegend zu Hause arbeitet, sollte vorausschauend planen, damit er möglichst viele Ausgaben für sein häusliches Arbeitszimmer abrechnen kann. Der Bundesfinanzhof hat in weiteren Urteilen für Klarheit gesorgt.

Für ein steuerlich anerkanntes Arbeitszimmer zu Hause muss das Finanzamt auf jeden Fall bis zu 1 250 Euro im Jahr als Werbungskosten abziehen. Ist der Raum sogar Mittelpunkt der Arbeit, darf die Behörde die Kosten nicht kappen, sondern muss sie voll anerkennen:

  • Wer teils zu Hause und teils im Außendienst arbeitet und zu Hause für seinen Job die wesentliche Arbeit leistet, kann unbegrenzt die Kosten ansetzen. Bedingung: Er hat beim Arbeitgeber keinen Arbeitsplatz (Az. VI R 14/02).
  • Eine Arztpraxis im eigenen Haus, die überwiegend gedanklicher und verwaltungstechnischer Arbeit dient, ist nicht Mittelpunkt der Arbeit (Az. IV R 71/00). Würden aber dort Patienten ständig behandelt, zählten die Kosten voll (Az. IV R 7/01).

Weil für häusliche Arbeitszimmer so viele Einschränkungen gelten, mietet sich mancher lieber ein Büro außer Haus. Dafür muss die Behörde die Ausgaben voll abhaken.

  • Als Büro außer Haus gilt zum Beispiel ein Büro im Keller des Mehrfamilienhauses, wenn dieser nicht zur Privatwohnung gehört (Az. VI R 160/99).
  • Kein außerhäusliches Arbeitszimmer ist das separate Arbeitszimmer im Dach­geschoss des Eigenheims (Az. VI R 156/­01), auch nicht eine Bürowohnung, die unmittelbar an die Privatwohnung angrenzt ( Az. VI R 124/01) oder auf derselben Etage gegenüber liegt (Az. VI R 125/01). Das können nur häusliche Arbeitszimmer sein.

Tipp: Wappnen Sie sich für Kontrollen. Die Einrichtung im Arbeitszimmer muss so gut wie ausschließlich der beruflichen Nutzung dienen.

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