Häcksler von Lidl und Aldi im Schnelltest Schnelltest

Am Ende des Sommers kommt das Aufräumen im Garten. Pünktlich liefern Lidl und Aldi ihren Beitrag zur Gartenpflege. Komposthäcksler für 115 und 109 Euro sollen die Gartenabfälle so zerkleinern, dass sie schnell zu nährstoffreichem Kompost verrotten. Äste mit einem Durchmesser von bis zu vier Zentimetern sollen die beiden Maschinen verarbeiten. test hat die Probe aufs Exempel gemacht.

Lidl: Schnell einsatzbereit

Vor dem Häckseln müssen beide Geräte erst einmal zusammengeschraubt werden. Besser macht sich der Lidl-Häcksler: 15 Teile sind im Karton, nach etwa zehn Minuten ist das Gerät betriebsbereit. Mehr Mühe macht die Montage des Aldi-Häckslers. Stolze 35 Teile müssen montiert werden. Gut eine Viertelstunde dauert es, bis gehäckselt werden kann.

Aldi: Eine Schraube zuviel

Allein ist die Montage des Aldi-Häckslers nicht ganz einfach, zu zweit geht es leichter. Ärgerlich: Bei der Montage unserer Test-Geräte blieb jeweils eine selbstsichernde Mutter übrig. Ob sie als Reserve mitgeliefert wird oder vielleicht doch irgendwo fehlt, blieb zunächst offen. Die Betriebsanleitung schweigt sich über die richtige Zahl der Schrauben aus und weist auch nicht auf Ersatzteile hin. Schon beim Zusammenbau wird auch gleich der erste Mangel unangenehm spürbar: Wo das Gerät die gehäckselten Stücke auswirft, lauern scharfe Kanten. Bei unvorsichtigem Anpacken drohen Schnittverletzungen.

Lidl: Besserer Eindruck

Den besseren Eindruck macht das Lidl-Gerät: Gehäuse und Fahrgestell sind stabil. Der Häcksler von Aldi dagegen wirkt etwas wackelig. Die Rohre des Fahrgestells sind dünner und flexibler. Ein Problem ist das jedoch nicht; den Anforderungen im Test waren beide Fahrgestelle gewachsen.

Aldi: Mehr Kraft

Beim Häckseln von Ästen schneidet der Aldi-Häcksler besser ab. Er schaffte Fichten-Rundhölzer, die im Test als Äste herhalten müssen, mit einem Durchmesser von bis zu 3,5 Zentimetern und produzierte 80 bis 120 Kilo Holzschrot pro Stunde. An 4,0 Zentimetern Durchmesser scheitert er knapp; das Messer bleibt jeweils nach wenigen Sekunden in den Fichtenstäben stecken. Der Lidl-Häcksler dagegen ist schon mit mehr als 3,0 Zentimetern überfordert und zerkleinert pro Stunde nur 60 bis 90 Kilogramm. Für beide Kandidaten gilt: Das Häckselgut gerät mittelfein. Auch bei feuchtem Laub und ähnlichen Materialien droht kaum Verstopfung. Allerdings: Stark verzweigte Äste, Reisig und Wurzelballen machen oft Schwierigkeiten, weil der Durchlass der Häcksler recht eng ist.

Sicherheit mit Mängeln

In Sachen Sicherheit haben beide Sonderangebots-Häcksler Mängel. Schwere Verletzungen sind nicht ausgeschlossen: Es ist möglich, von unten ins Messer zu greifen. Ein Schutz dagegen ist zwar nicht vorgeschrieben, ist aber sinnvoll und ließe sich ohne großen Aufwand einbauen. Weiterer Mangel beim Aldi-Gerät: Es lässt sich auch einschalten, bevor es komplett zusammengebaut ist. Der Betrieb ohne Splitterschutz und ohne Trichter ist jedoch sehr gefährlich.

Gefährlicher Defekt bei einem Aldi-Gerät

Eins der drei Aldi-Geräte im Test hatte eine gefährliche Macke: Der Netzschalter funktionierte nicht immer. Bei etwa einem Drittel der Versuche startete der Motor, sonst blieb er aus. Die Nachprüfung ergab: Bei der Montage im Werk geriet beim Einsetzen des eigentlichen Schalters im Inneren des Gehäuses ein Kabel zwischen Gehäuse und Schalter. Dadurch stimmte der Abstand zwischen dem Schaltmechanismus außen und dem eigentlichen Schalter im Inneren des Gehäuses nicht mehr. Nach dem Einschalten am Drehschalter außen stand der elektrische Schalter innen immer gerade so auf der Kippe. Die gefährliche Folge: Es ist nicht auszuschließen, dass der Schalter zunächst versagt, aber durch einen Stoß zum Beispiel den Druckpunkt doch noch erreicht und den Motor startet. Zwar ist ein Schutzmechanismus gegen den unbeabsichtigten Start nach einer Trennung vom Stromnetz eingebaut, doch dieser würde in einem solchen Fall nicht greifen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 368 Nutzer finden das hilfreich.