Häcksler von Aldi Schnelltest

Pünktlich zum Auftakt der herbstlichen Gartenpflege wartete Aldi-Nord in der vergangenen Woche mit einem Häcksler auf. Für nur 100 Euro verspricht der Discounter ein Walzengerät, dass im Vergleich zu Häckslern mit rotierendem Messer Nerven schonend leise zu Werke geht. Im Schnelltest musste der Häcksler zeigen, ob er tatsächlich halbwegs diskret arbeitet und Reisig und Zweige ordentlich zerkleinert.

Klappern aus dem Getriebe

Viel Zeit für unverfälschte Geräuschmessungen blieb den test-Ingenieuren allerdings nicht. Das erste Test-Gerät begann schnell zu klappern und produzierte nach rund einer halben Stunde schon im Leerlauf Geräusche, die ziemlich nach Getriebeschaden klangen. Dennoch hielt der Häcksler zur Überraschung der test-Ingenieure eine weitere Stunde Häckselbetrieb mit bis zu 3,5 Zentimeter dicken Holzstäben durch. Allerdings nahmen die Störgeräusche aus dem Getriebe weiter zu. Beim Auseinanderbauen zeigte sich: Eine Welle im Getriebe ist ausgeschlagen und hat dadurch viel Spiel. Sie sorgte fürs Klappern und hätte ihren Dienst über kurz oder lang wahrscheinlich vollends eingestellt.

Walze ohne Kraft

Das zweite Testgerät war dann tatsächlich schnell am Ende. Nach gerade mal einer Viertelstunde war die Verbindung zwischen Motor und Getriebe kaputt und Schluss mit Häckseln. Die Walze bewegte sich nur noch im Leerlauf. Bei Belastung drehte der Motor durch und die Walze blieb stehen. Soweit erkennbar ist das Getriebe der Schwachpunkt an den Häckslern aus dem Aldi-Angebot. Es ist offenbar nicht geeignet, die Kraft des Motors dauerhaft auf die Schneidwalzen zu übertragen.

Mängel selbst bei dünnen Ästen

Immerhin ein Gerät überstand den Schnelltest ohne sicht- oder hörbare Schäden. Allerdings musste der dritte Testhäcksler auch nur dünne Zweige kleinkriegen. Größere Aufgaben ersparten ihm die Ingenieure nach den Getriebeschäden bei den beiden anderen Testgeräten. Das Häckseln klappte, aber auch nicht wirklich gut. Der Leise-Häcksler, den Plus im vergangenen Spätsommer ins Rennen schickte, schlug sich deutlich besser. Er produzierte nicht nur weniger Lärm, sondern schnitt auch beim Häckseln besser ab. Die Häcksler aus dem Aldi-Angebot mögen vor allem verzweigte Äste gar nicht. Sie müssen mit Nachdruck angeschoben werden, um von der Schneidwalze erfasst zu werden. Hinzu kommt: Das Gestell des Discount-Häckslers ist ziemlich wackelig. Auf unebenem Untergrund und beim Schieben durch Kurven kippt es leicht.

test-Kommentar: Klare Sache
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

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