Haarshampoos Test

Strapaziertes Haar braucht be­sonders sanfte und intensive Pflege. Dove, L’Oréal Professionnel, Cien von Lidl und Wella Professionals können das insgesamt am besten.

Dauer­wellen, Haare färben, bleichen, heiß föhnen, Sonnenbäder, Salz- oder Chlor­wasser – auch der gesündeste Schopf über­steht all das auf Dauer nicht ohne Schaden. Irgend­wann revoltieren die Haare gegen die Strapazen: Sie werden trocken, glanzlos und struppig. Der Kamm verhakt sich und das Haar lässt sich nicht wie gewünscht frisieren, sondern „fliegt“ dem Kamm hinterher.

Haarshampoos Test

Ganz deutlich ist das unterm Mikroskop zu erkennen: Die Schuppen­schicht des Haares liegt nicht mehr glatt am Haarschaft an wie bei gesundem Haar. Die Schüpp­chen spreizen sich – je nach Grad der Schädigung – immer weiter ab. Schlimms­tenfalls bricht das Haar sogar (siehe Foto). Dann hilft nur noch die Schere beziehungs­weise ein guter Friseur.

Drogerie, Bioladen, Apotheke, Friseur

So weit sollte es möglichst niemand kommen lassen. Eine Vielzahl spezieller Shampoos verspricht Hilfe für strapaziertes Haar. Wir haben sie getestet, über­wiegend Shampoos aus Drogerien, aber auch aus dem Bioladen und der Apotheke sowie dem Friseurfach­handel. Die Mehr­zahl der getesteten 18 Shampoos löst die Probleme insgesamt „gut“, wobei Dove Intensive Pflege Therapy, L’Oréal Professionnel expert série und Lidl/Cien Provitamin in den Pfle­geeigenschaften noch einen Tick besser sind als ihre Konkurrenten im Test. Alle geben dem Haar die notwendigen Pfle­gestoffe, ohne sie damit zu sehr zu beschweren.

Wunder darf der Anwender aber von keinem dieser Haar­wasch­mittel erwarten, auch wenn sie oft Bezeichnungen wie „Anti-Haarbruch“ oder „Repair-Shampoo“ im Namen tragen. Alle können das Haar nur oberflächlich „reparieren“, nicht tief im Innern. Bestenfalls gleichen sie die Struktur­unterschiede durch gute Pfle­geeigenschaften vorüber­gehend etwas aus.

„Gute“ schon für wenig Geld

Ein „gutes“ Shampoo muss nicht teuer sein. So ist das Shampoo Cien Provitamin von Lidl schon für 23 Cent pro 100 Milliliter zu haben, genauso das fast ebenso „gute“ AS Haircare Repair von Schle­cker. Die vor allem beim Friseur erhältlichen „Profishampoos“ Wella Professi­o­nals lifetex oder L’Oréal Professionnel expert série kosten schnell das Zehnfache und mehr: bis zu 4,72 Euro pro 100 Milliliter. Die Qualitäts­unterschiede nehmen sich dagegen winzig aus.

25 ließen sich den Kopf waschen

Für den Test ließen sich pro Shampoo 25 Prüf­perso­nen den Kopf waschen – im Halb­seiten­test. Dabei scheiteln die prüfenden Friseure das Haar in der Mitte und tragen ein Shampoo links auf, das andere rechts. Die Kombinationen wechseln für jeden Probanden immer wieder. So haben die Friseure während der gesamten Haarbe­hand­lung optimale Vergleichs­möglich­keiten.

Glanz in der Licht­box begut­achtet

Vom Verteilen des Shampoos im Haar, von der Schaum­entwick­lung und dem Ausspülen bis zum Zustand des Haares nach dem Waschen hielten die Experten alle Eigenschaften der Shampoos in detaillierten Fragebögen fest. Im Anschluss wurde alles statistisch ausgewertet.

Haarshampoos Test

Zusätzliche Laborprüfungen lieferten weitere Daten. So begut­achteten Haarspezialisten den Glanz der Haare in einer Licht­box. Und die Kämm­barkeit des Haares prüften die Tester mit einer Zugprüf­maschine. Die misst den Widerstand, mit dem sich das Haar durch­kämmen lässt (siehe Foto).

Mit Logona nur schwer zu kämmen

Das Shampoo Balea der Drogeriekette dm und das Naturkosmetik-Shampoo Logona pflegen die Haare am wenigsten. Vom Entwirren der Haare bis zur statischen Aufladung, dem „Fliegen“, kamen sie in den einzelnen Prüf­punkten kaum über die Note „befriedigend“ hinaus.

Und beim Kämmen erwiesen sich die mit Balea gewaschenen Haare als so widerspenstig, dass es für das dm-Shampoo nur zu „ausreichend“ langte. Logona war sogar „mangelhaft“. Da blieb nur das Urteil „ausreichend“ für die Pfle­geeigenschaften und damit auch für das test-Qualitäts­urteil.

Vorsicht vor Keimen

Bei ihren Naturkosmetik-Shampoos haben die Hersteller von Logona und Lavera auf synthetische Konservierungs­stoffe verzichtet. Diese Stoffe sind zwar sehr wirk­sam, sie bekommen aber nicht jeder Haut. Der Verzicht darauf macht die Shampoos anfäl­liger für Keimbefall. Das zeigte sich auch in unserem Test.

Frisch geöffnet verzeichneten die Tester bei Logona und Lavera keine bedenk­liche Keimzahl. Das änderte sich aber mit dem Konservierungs-Belastungs­test. Dabei tragen die Tester bewusst Keime in die Shampoos ein. Bei einem sorgfältig konservierten Produkt sterben die meisten Krank­heits­erreger inner­halb einer bestimmten Zeit ab. Das schaffte Lavera nur in „ausreichendem“ und Logona nur in „befriedigendem“ Maße. Wer diese Shampoos täglich nutzt, sollte sie also mit mehr Sorgfalt behandeln als es bei konventionellen, konservierten Shampoos erforderlich wäre.

Tipp: Lassen Sie die Flaschen nie lange in der Sonne stehen und verschließen Sie sie nach jeder Benut­zung sorgfältig wieder, damit sich keine Keime einnisten können.

Wichtige Infos für Allergiker

Welche Inhalts­stoffe auch immer in den Shampoo­flaschen stecken, im Test zeigte sich keinerlei unerwünschte Reaktion an Haut oder Haar der Prüf­personen. Dennoch kann es im Einzel­fall allergische Reaktionen geben, zum Beispiel auf Konservierungs-, Parfüm- oder Farb­stoffe.

Tipp: Die einge­setzten Substanzen finden Sie in der Tabelle. Sie hilft Allergikern, für sie problematische Stoffe zu meiden.

Shampoo allein reicht nicht immer

Wer stark strapaziertes, splissiges oder gar brüchiges Haar hat, wird allein mit einem Shampoo nicht allzu weit kommen. Ein Haar­wasch­mittel kann nur der erste Baustein im Pfle­gepro­gramm sein. Schließ­lich wird es nach kurzer Zeit wieder ausgespült.

Wer sein Haar intensiver pflegen möchte, hat mit einer speziellen Haarkur bessere Aussichten auf Erfolg. Die Wirk­stoffe sind reichhaltiger dosiert und verbleiben oft auch länger auf dem Haar.

Tipp: Auch alte Haus­mittel können manchmal Wunder wirken. Mischen Sie ein Eidotter mit einigen Tropfen Öl – das kann normales Salatöl sein – und verteilen Sie die Packung auf dem Haar. Lassen Sie sie etwa 20 Minuten einwirken. Wickeln Sie dabei ein Frottier­hand­tuch um den Kopf, damit sich Wärme entwickelt. Dann kann die Pflegekur besser einziehen. Und im Anschluss alles wieder gründlich ausspülen.

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