Haarglätter Test

Glatt, glänzend, gesund – mit einem Haarglätter sollen sich zu Hause die Traumfrisuren von Top-Models stylen lassen. Doch dabei läuft nicht immer alles glatt. test hat 12 Haarglätter ausprobiert und im Labor untersucht. Ergebnis: 7 Geräte fielen durch. Sie schädigen das Haar oder gefährden die Anwender. Immerhin: Zwei Haarglätter über­zeugen.

Zwei Haarglätter über­zeugen

Haarglätter: Heiße Eisen

Auf dem Laufsteg, dem roten Teppich, im Werbespot – über­all schwingen Topmodels und Stars ihr glattes, glänzendes Haar. Das Licht verfängt sich darauf wie auf Seide. Seit Jahren hält der Frisurentrend zum sogenannten Sleek Look (Glanz-Look) an, auch im Alltag. Allein im vergangenen Jahr kauf­ten die Bundes­bürger mehr als 1 Million Haarglätter, Tendenz steigend. Die Geräte können widerspens­tiges, welliges und sogar lockiges Haar glätten. Die Stiftung Warentest hat 12 Haarglätter getestet: 7 sind mangelhaft. Sie sind unsicher oder schädigen das Haar. Die mit Abstand besten Geräte sind die teuersten: Braun Satin Hair 7 für 63 Euro erzielt ein Sehr Gut, ghd IV styler für stolze 195 Euro ein Gut.

Brandgefähr­liche Konstruktionen

Sicher­heits­mängel dagegen bei den Haarglättern von Grundig und Russell Hobbs: Bei ihnen heizen sich nicht nur die inneren Platten auf, sondern auch die Gehäuse. Ihre Oberfläche wird heißer als 100 Grad. Das ist mehr als erlaubt und reicht, um Kopf­haut, Ohren oder Finger zu verbrennen. Im Test fielen beide Geräte durch. Ebenso diejenigen ohne Abschalt­automatik. Diese kappt die Strom­zufuhr, wenn die Haarglätter eine Weile unbe­nutzt herum­liegen. Die Abschalt­automatik soll Brände durch durch­geschmorte Kabel oder glühend heiße Platten verhindern.

Billigheimer glätten am schlechtesten

Die billigsten Haarglätter im Test von Technostar, Ross­mann, Severin und Carrera frisieren am schlechtesten. Beim Severin ist das kein Wunder: Die Platten schließen nicht richtig, das Haar fällt teils heraus. Experten halten extrem glatte Keramikplatten für die erste Wahl. Turmalin- und Titani­umbeschichtungen können die Wärme zudem besonders gut verteilen. Dank hoch­wertiger Keramikplatten gleiten die Testsieger Braun und ghd tatsäch­lich so widerstands­los durch das Haar wie ein Messer durch die Butter. In nur einem Zug ist selbst krauses Haar gestriegelt. Außerdem hält ausgeklügelte Elektronik die Hitze auf einem Niveau, statt sie stoß­weise abzu­geben, wie das bei einfachen Heizelemente oft üblich ist. Sehr gut geglättete Haare sind nach acht Stunden noch in Form – es sei denn Regen ruiniert die Frisur vorher.

Bei 230 Grad geht das Haar kaputt

Selbst mit Top-Geräten bleibt das Haarglätten eine brenz­lige Angelegenheit. Unter Hitze und Druck werden abstehende Haarschuppen glatt­gebügelt, die sich dann wie ein Mantel um die inneren Haarfasern legen. Je höher die Temperatur, umso mehr glänzt das Haar. Doch der Schein trügt: Hitze ab 180 Grad schädigt gefärbtes Haar, Hitze ab 200 Grad auch gesundes. Das Haar büßt Glanz und Elastizität ein und wird strohig. Zuhause fällt der Schaden meist erst einige Stylings­tunden später auf, im Dauer­test schon im Labor. Auf der Höchst­stufe von 230 Grad griff der Glätter des Markt­führers Remington das Haar stark an. Dabei reißt die Schuppen­schicht auf, innere Haarfasern können verschmelzen. Die Haare bleiben geschädigt.

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