Interview: Die Haut schützen

Können Haarfarben gesundheitliche Probleme machen?

Das betrifft vor allem Allergien, und davor wird ja auch auf jeder Intensivtönung und Haarfarbe gewarnt. Aber auch wenn sie selten sind: Allergische Reaktionen treten vor allem durch chemische Prozesse während der Färbung auf, nicht durch die Farbe selbst. Patienten mit einer so genannten Para-Allergie sollten diese oxidativen Haarfarben meiden.

Warum ist das so?

In dem ersten Reaktionsschritt wird der Entwickler durch Wasserstoffperoxid zu einer reaktiven, kupplungsfähigen Substanz aktiviert. Für allergische Reaktionen können nur diese Substanzen verantwortlich sein. Die sind aber bis zum Auftragen der Färbeemulsion auf die Haare praktisch abreagiert. Trotzdem sollte man Hautkontakte sicherheitshalber soweit wie möglich reduzieren.

Wie kann man sich schützen?

Indem man Handschuhe trägt und die Farbe sorgfältig aufträgt, ohne mit mehr Hautpartien in Berührung zu kommen als unbedingt nötig. Man sollte die Gebrauchsanweisung strikt befolgen und die Zeiten nicht überziehen, sonst könnten die Farben in nicht unbedenkliche Stoffe zerfallen. Das könnte auch passieren, wenn man den Färbevorgang durch mehr Wasserstoffperoxid oder Heißluft beschleunigt.

Und was ist mit dem immer wieder diskutierten Krebsverdacht?

Durch Selbstreaktion einzelner isolierter Inhaltsstoffe mit Sauerstoff könnten zwar Substanzen entstehen, die als krebsverdächtig gelten. In den Farbmischungen werden solche Selbstreaktionen aber durch einen Überschuss an so genannten Farbkupplern verhindert. Und für diese Mischungen, die man auf den Kopf aufträgt, haben sich in experimentellen Untersuchungen keine Hinweise auf krebsverdächtiges Potenzial gezeigt.

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