Interview: Weitgehend sicher

Immer wieder werden Gesundheitsgefahren diskutiert.

Sind Haarfarben von heute sicher?
Weitestgehend ja, wenn man die Warnhinweise beachtet. Kontaktallergien lassen sich aber nie ganz ausschließen. Sie können selbst nach jahrelangem problemfreiem Färben auftreten.

Welche Probleme kann es geben?
Vor allem einige als Farbvorstufen eingesetzte Stoffe wie 2,5-Phenylendiamin haben ein starkes allergenes Potenzial. Sie müssen deshalb einen Warnhinweis tragen. Daher auch die Vorschrift, sich mit Handschuhen zu schützen. Allergiegefahr besteht insbesondere für Friseure, die täglich mit Haarfarben umgehen. Außerdem können verschiedene Stoffe bei nicht sachgemäßer Anwendung zu Haut- und Schleimhautreizungen führen, so wenn die Färbeemulsion in die Augen kommt.

Und was ist mit dem Krebsverdacht?
Stoffe, die nach dem Chemikalienrecht als Krebs erregend, erbgutschädigend oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft sind, dürfen in kosmetischen Mitteln nicht mehr verwendet werden. Damit sind auch einige Stoffe, die vor allem in den 60er und 70er Jahren noch verwendet wurden, heute verboten. Die EU will für Haarfarbstoffe eine Zulassungspflicht einführen. Dazu werden alle Farbstoffe neu bewertet, zum Teil auch die beim Färbeprozess entstehenden Reaktionsprodukte. Nach aktuellen Untersuchungen muss man aber davon ausgehen, dass die Farbstoffmoleküle, die vor dem Auftragen auf die Haare beim Mischen von Farbemulsion und Entwickler entstehen, nicht mehr reaktiv sind und so komplex, dass sie praktisch nicht mehr in die Haut eindringen und Zellen schädigen können.

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