Haarfarben Test

Rot wirkt: An der Ampel, auf dem Fußballplatz - oder auf dem Kopf. Wer rote Haare haben will, kann sie schon ab 2,80 Euro selbst färben. Stiftung Warentest hat 17 rote Haarfarben getestet. Enttäuschend: Die Farbe der Haare entsprach selten dem auf der Verpackung versprochenen Rot-Ton. Und auch die Wirkung hält nicht lange an. Schon nach vier Wochen hat sich der Farbton deutlich verändert. Ernüchternd: Nur zwei von 17 Haarfarben sind gut.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Haarfarben

Auftragen: Praktisch mit L'Oréal

Schon beim Auftragen des Färbemittels zeigen sich Unterschiede. L'Oréal macht es seinen Kunden einfach: Die Farbe lässt sich mit der Flasche direkt auftragen. Ganz anders bei Schwarzkopf Mahagoni 71: Kunden müssen sich erst noch einen Färbepinsel und eine Schale zum Mixen der Bestandteile sowie zum Auftragen besorgen. Das macht unnötig Mühe. Zudem bleiben beim Mixen häufig Farbpartikel ungelöst zurück.

Färben: „Gutes“ Dunkel mit L'Oréal

Auffällig: Helle Rottöne schafften die getesteten Haarfarben selten. Wella Viva Glutrot und Garnier Intensives Rot sollen laut Verpackung hell leuchten. Doch das tun sie nicht. Das Rot bleibt weit unter der Farbskala. Bei dunklen Rottönen kommt die Farbgenauigkeit schon eher hin. Typisches Beispiel für den qualitativen Unterschied zwischen Hell und Dunkel: L'Oréal Récital Préférence Glutrot konnte bei Dunkel überzeugen. Während die helle Variante nur ein „Ausreichend“ in Puncto Farbgenauigkeit bekam, macht die dunkle Variante ihre Sache „Gut“.

Pflegen: Nur „Befriedigend“ mit Aldi

Färben strapaziert die Haare. Damit sich Farbpartikel festsetzen, wird das Haar beim Färben aufgeraut. Deshalb packen Hersteller pflegende Substanzen ins Färbemittel. So helfen Pflegespülungen nach dem Färben, die Schuppenschicht der Haare wenigstens teilweise wieder zu glätten. Erfreulich: Das klappte bei fast allen „Gut“. Ausnahme: die Farben von Aldi. Der Discounter liefert keine Pflegespülung mit. Daher war der Haarzustand nur „Befriedigend“. Ebenfalls nicht gut: Schwarzkopf Mahagoni 71. Die Haare wirkten oft porös und ließen sich nicht gut kämmen.

Halten: Keine Farbe besser als „Befriedigend“

Nach vier Wochen haben sich die Tester die Haarfarbe noch einmal genau angeschaut. Bei keinem Produkt war der Farbzustand besser als „Befriedigend“. Das bedeutet: Der Farbton hatte sich bei allen verändert. Gründe: der Auswascheffekt und die Bleichwirkung durch UV-Strahlen. Welcher Farbton dabei rauskommt, hängt auch von der natürlichen Haarfarbe ab. Bei Blonden oder Grauhaarigen kann es schon mal passieren, dass nach vier Wochen aus dem roten Ton ein karotten- oder rosafarbiger wurde. So traf etwa pura vera von Börlind zwar anfangs noch am besten den Ton. Doch nach vier Wochen war von dem recht leuchtenden Rot kaum noch etwas zu sehen.

Gewinnen: L'Oréal knapp vor Schwarzkopf

Nur zwei Haarfarben machten ihre Sache „Gut“: L'Oréal Récital Préférence Dunkel Glutrot 4.66G (Note 2.2) und Schwarzkopf Poly Palette Rubinrot 678 (Note 2.3). Die beiden Farben haben bei der Haltbarkeit der Farbe nach vier Wochen und dem Haarzustand nach dem Färben fast die gleiche Qualität. Einen großen Unterschied zeigen sie allerdings im Preis: Das nur knapp bessere Produkt von L'Oréal kostet mit 9 Euro mehr als doppelt so viel wie Schwarzkopf Poly Palette (3,60 Euro).

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