Haar­farben Test

Dunkelbraun ist beliebt. Wir haben permanente Haar­farben mit dieser Farbnuance getestet. Gute gibt es schon für weniger als 3 Euro, den Testsieger für 6,50 Euro.

Färben beim Friseur geht ins Geld. Schnell kommen 60 oder 70 Euro zusammen. Zuhause kostet es etwa ein Zehntel. Kein Wunder, dass sich viele im Drogeriemarkt eine Coloration kaufen und selbst färben. Doch können sie sich auf die Farben verlassen? Decken sie Grau ab? Wie ist hinterher der Zustand der Haare?

Der Test zeigt: Ordentliche Produkte stehen zur Wahl. Gleich sechs der neun geprüften Haar­farben schneiden gut ab. Sie kosten zwischen 2,45 Euro (Garnier Color Intense) und 7 Euro (Schwarz­kopf Perfect Mousse und Schwarz­kopf Sensual Colors).

Bei Syoss Professional Performance und Schwarz­kopf Bril­lance reicht es nur zum Befriedigend. Poly Palette Mousse Color kommt über ausreichend nicht hinaus: Die Farbe war wesentlich dunkler, als nach der Skala auf der Verpackung zu erwarten wäre. Außerdem erwies sich die Anwendung als vergleichs­weise aufwendig: Vor Gebrauch soll der Nutzer die Farb­mischung 40-mal im Becher schütteln. Nicht einmal das reicht für ein klümp­chenfreies Mischen der Komponenten aus.

Haar­farben Test

40-mal schütteln soll man den Poly-Palette-Becher. Trotzdem bleiben Farb­klümp­chen.

40-mal schütteln soll man den Poly-Palette-Becher. Trotzdem bleiben Farb­klümp­chen.

Für den Haus­gebrauch ist eine unkomplizierte Anwendung wichtig. Sonst gelingt das Färben nicht optimal. Aufgepasst heißt es nicht nur bei Poly Palette Mousse Color, sondern auch bei Schwarz­kopf Bril­lance. Auch diese Farbe ist nicht bequem zu hand­haben (siehe Produkt­kommentare in der Tabelle).

180 Tester hielten den Kopf hin

Unterstützt von zwei Friseu­rinnen hielten 180 Prüf­personen für den Test ihre Köpfe hin. Untersucht wurden Produkte mit der Lieblings­haarfarbe der Deutschen: dunkelbraun. Und zwar der Klasse 3. Das sind permanente Haar­farben, die laut Anbieter nicht auszuwaschen sind. Sie wachsen im Lauf der Zeit heraus. Die Nutzer erwarten von ihnen sowohl eine gute Abdeckung grauer Haare als auch Farb­genauigkeit. Auf die auf der Verpackung aufgedruckte Farb­skala muss Verlass sein. Sie ist die einzige Orientierungs­hilfe bei der Auswahl.

An der Grau­abdeckung gibt es nichts auszusetzen, sie ist fast immer perfekt – so wie versprochen. Bei der Farb­genauigkeit aber bleiben Wünsche offen. Häufig ist der Ton ein wenig dunkler als versprochen, zum Teil sogar deutlich dunkler, Richtung Schwarz. Besonders Syoss und Poly Palette ernteten hier Minus­punkte.

Nach vier bis sechs Wochen ist Nach­färben angesagt. Dann ist die natürliche Farbe – ob mit oder ohne Grau – zu einem sicht­baren Haar­ansatz nachgewachsen. Bis dahin sollte die Färbung sich aber in etwa gehalten haben. So auch im Test: Nach vier Wochen sah die Haarpracht noch über­wiegend gut aus. Farbpigmente schwinden aber mit der Zeit, besonders stark bei Sonne. Das gilt für natürliche wie für künst­liche Haar­farben und bestätigte sich auch im Test. Zusätzliche Laborprüfungen an Natur­haar­strähnen zeigten: Die Licht­beständig­keit ist ein Schwach­punkt fast aller getesteten Farben.

Mousse oder Creme

Die Hersteller bieten ihre Haar­farben vor allem als Creme an, seit einiger Zeit auch als Mousse. Das schaumige Mousse sei besonders einfach zu hand­haben, ist oft zu hören. Im Test ließ sich das nicht immer nach­voll­ziehen. Es hängt wohl von den jeweiligen Vorlieben und Erfahrungen ab, ob man Mousse oder Creme den Vorzug gibt.

Kaum jemand dagegen mag es, wenn die Haarfarbe die Kopf­haut nach­haltig anfärbt. Besonders auffällig ist das bei Accent von Ross­mann und bei Syoss.

Tipp: Anfärbungen der Kopf­haut lassen sich gleich nach dem Färben mit Wasser entfernen, später mit Shampoo, Alkoholpads oder Ziga­retten­asche auf Watte. Anfärbungen können Sie vorbeugen, indem Sie die Gesichts­konturen und Ohren vorher gut mit einer Fett­creme abdecken.

Ohne Ammoniak stinkt es nicht mehr

Im Geschäft stehen neben Haar­farben mit Ammoniak immer mehr ohne. Wer eine ammoniakfreie wählt, hat nur einen Vorteil: Der anfangs stechende Geruch fällt weg. Quell­mittel wie Ammoniak sind wichtig, damit sich die Haarfarbe dauer­haft im Haar verankern kann. Andere statt Ammoniak einge­setzte alka­lische Substanzen sind nicht immer voll­wertige Alternativen.

Ob mit oder ohne Ammoniak – permanente Haar­farben sind hoch­reaktive Chemie und nicht gerade eine Wohl­tat für die Haare. Alle Farben im Test bieten zusätzlich wirkungs­volle Pflege­mittel, um die angegriffenen Haare wieder zu besänftigen. Das klappte auch, der Haar­zustand war direkt nach dem Färben mindestens gut.

Um Haut und Haar zu schonen, sollten Sie auf jeden Fall die Warnhin­weise auf den Packungen beachten (siehe Interview).

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