Haarentfernung im Gesicht Meldung

Haare sind eine Zier ­ aber nur am richtigen Platz. Es muss ja nicht gleich ein Damenbart sein, über den sich eine Frau tagtäglich ärgert. Was bringen Zupfen, Cremen und Epilieren? Machen Laser oder Blitzlampen die Haut für immer glatt?

Die wenigsten Frauen sind so selbstbewusst wie die Schauspielerin Anja Franke, die Mitarbeiterin Senta in der Fernsehkanzlei von "Liebling Kreuzberg". Sie bekennt sich zu ihrer dezenten Behaarung dort, wo Männer einen Schnurrbart haben. Dabei ist der Damenbart gar nicht so selten: Etwa jede sechste Frau hat über der Oberlippe mehr oder weniger verstärkten Haarwuchs, oft auch noch im Wangen- und im Kinnbereich. Frauen mit zu vielen Haaren im Gesicht versuchen meist, sie loszuwerden, und scheuen dabei oft keine Kosten.

Bei manchen Völkern, vor allem den südlichen, ist eine gewisse Veranlagung zu überstarkem - ­meist dunklem -­ Haarwuchs verbreitet. Bei solcher Normalität etablieren sich auch regelrechte kulturelle Riten, die Haarentfernung wird zum gesellschaftlichen Ereignis. So treffen sich noch heute türkische Frauen zur gemütlichen Runde.

Die klassischen Ausreißhilfen wie Wachsstreifen oder fest werdende Zuckerlösungen werden allerdings auch dort zunehmend durch modernere, weniger schmerzhafte Methoden ersetzt ­ und das verlangt den Gang zur Arztpraxis oder zum Kosmetiksalon. Das ist zwar weniger gemütlich und unterhaltsam, verspricht aber länger anhaltende Erfolge, im Glücksfall für immer.

Wann zum Arzt

Haarentfernung im Gesicht Meldung

Wenn es in der Familie bereits Frauen mit Damenbart gibt, kann ein Arzt an dieser Veranlagung nichts ändern. Inzwischen weiß man, dass Väter, die frühzeitig eine Glatze bekommen, ihren Töchtern oft vermehrten Haarwuchs (Hirsutismus) vererben. Der Grund ist meist eine ausgeprägte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln auf Testosteron. Und dagegen kann man derzeit nur begrenzt etwas tun.

Es kann aber auch eine Überproduktion an diesem männlichen Hormon der Grund für vermehrten Haarwuchs sein: So entwickeln und verstärken sich in der Pubertät deutliche Männlichkeitsanzeichen bei Männern und auch bei Frauen wie Haare an Bauch und Beinen oder Bartwuchs. Ob eine Frau tatsächlich ein Zuviel an männlichem Hormon mitbekommen hat, kann ein Spezialist für hormonelle Fragen, ein Endokrinologe, klären. Fragen Sie Ihren Hausarzt oder auch den Berufsverband Deutscher Endokrinologen, Telefon 0 30/85 95 36 12.

Im Prinzip lässt sich die störende Überbehaarung mit Antiandrogenen, also Anti-Männlichkeitshormonen, reduzieren. Antiandrogene haben Nebenwirkungen. So können sie, wenn sie zu früh genommen werden, die Funktion der Eierstöcke beeinflussen und die Erfüllung eines späteren Kinderwunschs zumindest erschweren.

Ein Fall für den Arzt liegt auch vor, wenn sich der Haarwuchs im Erwachsenenalter merklich verändert. Wenn er beispielsweise stärker wird oder an Stellen feste Haare wachsen, an denen es früher nur Flaum gab. Solch vermehrter Haarwuchs zeigt sich in der Regel nicht nur über der Oberlippe, sondern auch im Kinnbereich. Auch an den Fingern können zarte Härchen nach und nach dicker werden und die Schambehaarung beispielsweise kann sich bis zum Bauchnabel hochziehen.

Dahinter kann eine Reaktion auf bestimmte Medikamente stecken, ein Auslöser für vermehrten Haarwuchs ist zum Beispiel Kortison. Eine deutliche Veränderung der Körperbehaarung im Erwachsenenalter kann aber auch ein Hinweis auf Erkrankungen sein wie eine Funktionsstörung von Eierstöcken oder Nebennierenrinde oder beispielsweise Eierstockzysten. Auch ein Tumor ist nicht ausgeschlossen.

Härchen loswerden

Im Prinzip gibt es drei Wege, Härchen im Gesicht loszuwerden:

• Man kappt sie an der Hautoberfläche (Depilation).

• Man reißt sie heraus (Epilation).

• Man zerstört die Haarwurzel und versucht so, weiteren Haarwuchs an dieser Stelle für immer zu verhindern.

Eine Garantie, dass die Methoden ihr Ziel auch bei jedem einzelnen Härchen tatsächlich erreichen und weiteren Haarwuchs verhindern, geben seriöse Behandler jedoch nicht. Sie betonen, dass der unerwünschte Haarwuchs "unter der Behandlung deutlich weniger wird bis ganz ausbleibt". Wer sich nach Vorteilen und Risiken all der unterschiedlichen Methoden erkundigt, bekommt oft auch widersprüchliche Angaben. Eine vergleichende Studie mit Langzeiterfahrung ist derzeit schon deshalb nicht erhältlich, weil Laser erst seit vergleichsweise kurzer Zeit zur Haarentfernung eingesetzt werden, die Erfolgskontrolle andererseits einige Zeit braucht. Außerdem kommen ständig neue Methoden auf den Markt.

Ob eine Laserbehandlung sinnvoll ist oder eher nicht, hängt vom Haar- und Hauttyp ab. Wie auch bei der so genannten Blitzlampe ist der Einsatz beschränkt auf dunkles Haar bei heller Haut ­ was einen nicht kleinen Kreis der Bevölkerung ausschließt.

Lasergeräte zur Haarentfernung sind sehr teuer, weshalb sich manche Ärzte eine Anlage teilen. Sehr wichtig ist die Praxiserfahrung, auch im Hinblick auf Nebenwirkungen auf der Haut. Die kann nämlich sehr unterschiedlich reagieren, und dabei geht es nicht nur um den Hauttyp. Wenn Stress, Medikamente oder beispielsweise Sonnenlicht die Empfindlichkeit der Haut verändert haben, muss man ­ so die Hautärztin Dr. Elisabeth Rowe, Vorsitzende des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen ­ die Behandlung darauf abstimmen. Außerdem ist es natürlich wichtig, dass die Ärzte eine umfassende Kenntnis von Vor- und Nachteilen verschiedener Systeme haben.

Drei Behandlungen

Zudem soll die Wirksamkeit auch von der Wachstumsphase des Haares abhängen. Denn es werde eher dann dauerhaft entfernt, wenn es in der Wachstumsphase (Anagenphase) ist. Ob es aber gerade wächst oder sich in der Ruhephase befindet, ist von außen nicht erkennbar. Ob und wieweit diese Phasen tatsächlich eine Rolle spielen, ist in der Fachwelt umstritten.

Fest steht jedenfalls, dass in der Regel pro Sitzung maximal 30 Prozent aller erreichten Haare dauerhaft entfernt werden. Im Übrigen kann auch bei der Haarentfernung jeder Fall anders sein. Es kommt ebenso auf die Intensität der Behaarung an und natürlich auf den jeweiligen Haar- und Hauttyp.

Die Patienten sind, so die Erfahrung, mit der Laserepilation recht zufrieden. Die Erfolgsquote der Haarentfernung ist hoch bei geringen Nebenwirkungen. Nur: Warum diese Methode so gut funktioniert, wissen nicht einmal die Hautärzte ganz genau. Dr. Rowe: "Es gibt Vorstellungen, dass das dunkle Haar die Lichtenergie in die Tiefe der Haut leitet und hier die Haarpapille zerstört. Denkbar ist aber auch, dass die in der Tiefe der Haut liegenden kleinsten Blutgefäße, die der Ernährung der Haarwurzel dienen, getroffen und zerstört werden."

Wie dem auch sei: Erkundigen Sie sich umfassend und möglichst auch bei mehreren Adressen. Achten Sie nicht nur auf die Kosten. Die können im Übrigen sehr unterschiedlich sein. Ein Anhaltspunkt für Laserepilation an der Oberlippe sind 300 Mark pro Behandlung. In der Regel sind aber mindestens drei Behandlungen nötig.

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