HD-Fernseher von Aldi Nord Schnelltest

Der Traum vom Heimkino: 107 Zentimeter Bild­diagonale, Raumklang und höchste Auflösung. Das bietet Aldi Nord seit Donnerstag, 16.10. Preis: 799 Euro. Ähnlich große Geräte kosten gut 500 Euro mehr.

Größe braucht passende Signale

Je größer desto besser: Für viele Flachbildfernseher gilt das nicht. Bei einer Bilddiagonale von 107 Zentimetern fällt jede Signalschwäche gnadenlos ins Auge. Beispiel: Aus schlechten analogen Signalen macht der Medion-Fernseher milchige und krisslige Bilder. Bei sehr guten Signalen zeigt das Gerät brauchbare Bilder. Problem: Die niedrige Auflösung des analogen Pal-Signals. Die muss der Fernseher auf seine Größe hochrechnen. Kleine Fernseher sind hier im Vorteil. Bei gleichem Sehabstand kommen ihre Schwächen nicht so deutlich zum Vorschein.

Besser digital

Für digitales Antennenfernsehen fehlt dem Aldi-Fernseher leider der DVB-T-Empfänger. Wer digital über Antenne oder Satellit fernsehen will, braucht eine separate Set-Top-Box. Damit zeigt der Fernseher ordentliche Bilder. Farben erscheinen nur noch leicht flau und es gibt weniger Störungen. Mit guten Fernsehern kann der Medion MD 30234 aber immer noch nicht konkurrieren.

HDTV kaum verfügbar

Scharfe und kontrastreiche Bilder liefert der LCD-Fernseher erst mit hochauflösenden Signalen. Solche HDTV-Signale senden bisher aber nur Premiere (kostenflichtig), der werbefinanzierte Privatsender Anixe-HD und der Kulturkanal Arte.

Schwachstelle Ton

Der wohl größte Kritikpunkt des Fernsehers ist sein Ton. Der ist schwach. Grund: Die Bässe fehlen. Das Gerät klingt dünn und flach. Die zwei kleinen Lautsprecher erzeugen keinen Raumklang. Ohne separaten Verstärker und Boxen kommt keine Kinostimmung auf.

Lange Leitung

Nerven tötet auch die lange Umschaltzeit. Rund zwei Sekunden braucht der Fernseher, um von einem Sender zum nächsten zu wechseln. Für gemütliche Fernsehzuschauer vielleicht kein Problem. Aber Freunde des schnellen Hin und Her-Zappens treibt solch eine Verzögerung in den Wahnsinn. Immerhin hat Medion einen Twintuner eingebaut. So können Zuschauer zwei Programme parallel verfolgen. Das funktioniert jedoch nur mit analogen Kabelsignalen.

Sparsam im Betrieb

Manko vieler großer Fernseher ist ihr hoher Stromverbrauch. Hier hebt sich das Aldi-Gerät positiv ab. Im Betrieb reichen ihm sparsame 150 Watt. Auch die 0,8 Watt im Standby können sich sehen lassen. Bei vier Stunden Fernsehen am Tag kostet der Strom für den Medion MD 30234 rund 45 Euro im Jahr. Es gibt auch einen Netzschalter, mit dem sich der Verbrauch auf Null reduzieren ließe. Der sitzt allerdings an der Rückseite und ist damit kaum zu erreichen.

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