Art der Leistung

Was wird gemacht?

Preisspanne1

Ist der Nutzen wissenschaftlich erwiesen?

Ergänzende Hinweise

Für wen sinnvoll?

Was ist, wenn das Ergebnis auffällig ist?

Krebsfrüherkennung

Ultraschall der Brust

Ultraschall­untersuchung.

43,12 bis 99,18 Euro.

Als alleinige Methode zur Früherkennung von Brustkrebs sind Ultraschall­untersuchungen nicht geeignet.

Die für die Erkennung von Brustkrebs­vorstufen wichtigen Kalkablagerungen sind mit Ultraschall nicht nachzuweisen. Die Genauigkeit hängt vom verwendeten Ultraschallgerät sowie von der Erfahrung des Untersuchers ab.

Für Frauen mit Symptomen oder unklarem Mammografie­ergebnis ist eine Ultraschall­untersuchung der Brust als ergänzende Untersuchung sinnvoll, eventuell auch für Frauen mit dichtem Brustgewebe, da hier eine Mammografie weniger genau ist. In diesen Fällen ist die Untersuchung meist eine Leistung der Krankenkassen.

Es werden ergänzende Untersuchungen durchgeführt, zum Beispiel eine Mammografie, wenn sie bis dahin noch nicht erfolgte. Ist das Ergebnis unklar oder verdächtig, wird eine Gewebeprobe entnommen und untersucht.

Tumor­marker CEA, CA15-3, CA125

Bluttest.

CEA: 14,57 bis 16,76 Euro,
CA15-3: 26,23 bis 30,17 Euro.

CA125: 17,49 bis 20,11 Euro.

Zur Früherkennung von Brustkrebs ist die Bestimmung der Tumormarker (mittels CEA oder CA15-3) nicht geeignet.

Zur Früherkennung von Eierstockkrebs ist die Bestimmung der Tumormarker (mittels CA125) nicht geeignet.

Ein möglicher Nutzen für die Vorsorge wird seit längerem erforscht und konnte nicht festgestellt werden.

Im Rahmen der Therapie und Therapie­kontrolle sowie teilweise bei der nachsorgenden Überwachung haben Tumor­marker eine Bedeutung.

Weitere meist überflüssige Untersuchungen, die mit einer Strahlenbelastung (Röntgen) verbunden sein können.

Flüssigkeits­zytologie

Abstrichentnahme am Muttermund, Zelluntersuchung mittels Flüssigkeitszytologie.

42,83 bis 97,92 Euro.

Die Verfahren sind zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) geeignet. Allerdings gibt es keine ausreichenden Belege für eine Überlegenheit der Flüssigkeitszytologie gegenüber dem herkömmlichen PAP-Test (Abstrichentnahme am Muttermund, Test auf Zellveränderungen).

Die Flüssigkeitszytologie wird statt des herkömmlichen PAP-Tests angeboten. Der PAP-Test ist Bestandteil der gesetzlichen Krebsfrüherkennung. Er erhält seine Zuverlässigkeit dadurch, dass er jährlich durchgeführt wird.

Eine Flüssigkeits­zytologie kann anstatt des PAP-Tests durchgeführt werden, ist dann aber keine Kassenleistung.

Genaue Untersuchung von Scheide, Gebärmutter­hals und Mutter­mund. Bei Krebs­verdacht werden Gewebeproben entnommen und untersucht.

Immunologischer Test auf Blut im Stuhl

Stuhluntersuchung.

10,49 bis 12,07 Euro pro Test.

Die Tests sind für die Darmkrebsfrüherkennung geeignet. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Tests genauer sind als der herkömmliche Test auf Blut im Stuhl.

Nicht geeignet sind Tests auf Blut im Stuhl für Personen mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko, etwa Personen mit entzündlichen Darmkrankheiten. Hier ist eine früh einsetzende Vorsorge mittels Darmspiegelung sinnvoll.

Im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung stehen zwei Verfahren zur Darmkrebsfrüherkennung zur Auswahl: Ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl und eine Darmspiegelung. Die immunologischen Tests sind moderne Varianten des Standardtests auf Blut im Stuhl. Sie sind patientenfreundlicher als der Standardtest, da weniger Proben benötigt werden und vor dem Test nicht auf bestimmte Lebensmittel, wie etwa Zitrusfrüchte, rote Bete, rohes Gemüse, rohes Fleisch, verzichtet werden muss.

Die Darmkrebs­früherkennung durch den immunologischen Stuhltest kann wie die gesetzliche Krebs­früherkennung ab einem Alter von 50 Jahren durchgeführt werden. Die Krankenkassen übernehmen nur die Kosten für die Standard­verfahren.

Ein auffälliges Testergebnis macht die Untersuchung des gesamten Dickdarms (Darmspiegelung) notwendig, eventuell mit Gewebeentnahme.

Osteoporoserisiko

Knochendichte­messung mittels Röntgen

Röntgenaufnahme von Lendenwirbelsäule oder Oberschenkelhals.

22,15 bis 42,20 Euro.

Der Test ist geeignet,

  • wenn bereits ein osteoporotischer Knochenbruch vorliegt. Dann kann durch diese Knochendichte­messung das individuelle Risiko für weitere Knochenbrüche eingeschätzt werden,
  • für Frauen ab dem 70. Lebensjahr, selbst wenn kein osteoporotischer Knochenbruch oder andere Risiken vorliegen. Die Knochendichte­messung trägt dann zur Abschätzung des individuellen Risikos bei.

Der Test ist nicht geeignet, um ein hohes individuelles Risiko für Knochenbrüche festzustellen bei Frauen, die jünger als 70 Jahre sind und bei denen keine Risikofaktoren (zum Beispiel sehr geringes Körpergewicht) vorliegen.

Nur das mit Röntgenstrahlen arbeitende DXA-Verfahren ist nach derzeitigem Kenntnisstand in der Lage, zur Berechnung des individuellen Knochenbruchrisikos beizutragen. Die Knochendichtemessung mittels Röntgen wird von der Krankenkasse bezahlt, wenn bereits ein osteoporotischer Knochenbruch vorliegt. Diese Beschlusslage wird derzeit überprüft.

Eine Knochendichte­messung wird empfohlen für

  • Frauen mit osteoporotischem Knochenbruch,
  • Frauen zwischen 60 und 70 Jahren mit erhöhtem Risiko, zum Beispiel sehr geringes Körpergewicht, mehrere Stürze in den zurückliegenden zwölf Monaten, Nikotinkonsum,
  • Frauen ab dem 70. Lebensjahr, unabhängig von eventuellen Risikofaktoren.

Nach einer Basisdiagnostik (inklusive Knochendichtemessung) wird gegenwärtig eine Behandlung der Osteoporose, zum Beispiel mit Medikamenten empfohlen, wenn das individuelle Risiko, in den nächsten zehn Jahren einen Knochenbruch zu erleiden, größer als 30 Prozent ist.

Knochendichte­messung mittels Ultraschall

Ultraschallaufnahme des Fersenbeins.

16,32 bis 37,54 Euro.

Die Ultraschallmessung ist zur Berechnung des individuellen Knochenbruchrisikos nicht geeignet.

Die Bedeutung von Ultraschalluntersuchungen für die Risikoerkennung und Vorbeugung ist derzeit noch unsicher.

Für niemanden empfohlen.

Es gibt kein standardisiertes Vorgehen.

Schwangerenvorsorge

3D-/4D-Ultraschall

Ultraschall­untersuchung. Umwandlung der Signale in drei- oder vierdimensionale Bilder.

90,00 bis 110,00 Euro.

Die 3D- und 4D-Ultraschalluntersuchungen sind nicht geeignet, die Dauer der Schwangerschaft zu bestimmen oder Wachstumsstörungen des Fötus festzustellen.

Mit dem 3D-Ultraschall lässt sich das Gesicht des ungeborenen Kindes darstellen. Im Vergleich zur herkömmlichen Ultraschalluntersuchung ist er bei der Darstellung von Organen des Fötus unterlegen. Der 4D-Ultraschall erlaubt auch die Darstellung von Bewegungen. Aufgrund fehlender Studien können keine Aussagen darüber gemacht werden, wie sinnvoll die Untersuchung ist.

Für niemanden empfohlen.

Die Untersuchungen werden in der Regel nicht zur medizinischen Diagnostik eingesetzt.

Nackenfalten­messung

Ultraschall­untersuchung. Die Dicke der Nackenfalte des Fötus wird bestimmt.

16,32 bis 37,54 Euro.

Die Messung der Nackenfalte des Fötus kann ein erhöhtes Risiko für Chromosomenanomalien des ungeborenen Kindes aufdecken, zum Beispiel ein Down-Syndrom. Allerdings liefert die Untersuchung eine hohe Rate von Auffälligkeiten, die sich bei weiteren Untersuchungen als falsch herausstellen.

Der beste Zeitpunkt für die Messung liegt zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche. Die Messung stellt hohe Ansprüche an das Gerät und die Fertigkeiten des Untersuchers und sollte deshalb nach Möglichkeit in einer spezialisierten Praxis gemacht werden.

Die werdenden Eltern sollten sich vor der Untersuchung mit dem Thema einer möglichen Behinderung des Kindes und mit den Konsequenzen – Fortsetzen oder eventueller Abbruch der Schwangerschaft – auseinandersetzen.

Bei einem Test­ergebnis, das eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Störung ergibt, können verschiedene – zum Teil risikobehaftete – Untersuchungen gemacht werden: Bluttest der Mutter auf Chromosomen­störungen, Untersuchung von Plazenta­gewebe oder Frucht­wasser. Ultraschall­untersuchung auf Anomalien beim Fötus.

Nüchtern­blutzucker­test

Bluttest.

16,31 bis 32,50 Euro.

Die Bestimmung des Nüchternblutzuckers zur Früherkennung eines Schwangerschaftsdiabetes ist bei Frauen mit durchschnittlichem Risiko wenig geeignet.

Liegen dagegen Risikofaktoren vor (siehe unten „Für wen sinnvoll“), kann die Untersuchung sinnvoll sein.

Bei Schwangerschaftsdiabetes ist vor allem die frühe Insulinausschüttung nach einer Mahlzeit unzureichend. Sie wird durch den Nüchternblutzuckertest nicht erfasst. Sinnvolle Alternative: Zuckerbelastungstest (oraler Glukosebelastungstest).

Die Untersuchung kann sinnvoll sein, wenn bei der Schwangeren Risikofaktoren für einen Schwangerschafts­diabetes vorliegen. Dazu zählen Übergewicht (ab einem Body-Mass-Index von 27), Diabetes bei Eltern und Geschwistern, Diabetes während einer vorausgegangenen Schwangerschaft oder ein Kind mit einem Geburtsgewicht von 4 500 Gramm oder höher.

Bei auffälligem Testergebnis kann zur weiteren Abklärung, ob ein Schwangerschafts­diabetes vorliegt, der Zucker­belastungstest (oraler Glukosebelastungstest) oder besser von vornherein dieser Test durchgeführt werden.

Toxoplasmose­test

Bluttest.

Je nach Testverfahren 23,89 bis 34,35 Euro beziehungsweise 12,24 bis 21,55 Euro.

Bei Schwangeren ohne konkreten Infektionsverdacht ist die routinemäßige Blutuntersuchung zur Feststellung von Toxoplasmen-Antikörpern nicht geeignet. Die Testmethoden führen häufig zu ungenauen Ergebnissen.

Mit Toxoplasmen verunreinigte Lebensmittel und der Kot infizierter Katzen bergen ein Ansteckungsrisiko. Den besten Schutz vor einer Infektion bieten Präventionsmaßnahmen, die alle Schwangeren beachten sollten, zum Beispiel Fleisch bei hohen Temperaturen garen (bei mindestens 50 °C über 20 Minuten); rohes Gemüse und Obst vor dem Verzehr waschen; Katzen mit Dosen- oder Trockenfutter ernähren.

Bei konkretem Infektions­verdacht während der Schwangerschaft, insbesondere bei grippeähnlichen Symptomen, zum Beispiel Lymphknoten­schwellungen, besonders im Halsbereich. In diesem Fall ist der Test eine Kassen­leistung.

Beim Nachweis von Toxoplasmose-spezifischen Antikörpern (IgG, IgM) klären weitere Untersuchungen, ob die Infektion neu ist. Eine Übertragung auf den Fötus lässt sich mit einer – risikobehafteten – Fruchtwasser­untersuchung nachweisen. Ab der 22. Schwangerschafts­woche kann eine Ultraschall­untersuchung durchgeführt werden, um schwere Schäden des Ungeborenen auszuschließen.

Impfung

HPV-Impfung2

Impfung gegen humane Papillomviren (Impfstoff: Cervarix oder Gardasil).

168,38 bis 180,50 Euro pro Impfung. Drei Impfungen erforderlich.

Bei Frauen zwischen 15 und 26 Jahren sind beide HPV-Impfstoffe in der Lage, die Entstehung von Infektionen und Krebsvorstufen zu vermeiden, die durch die HPV-Typen 16, 18 (Cervarix, Gardasil), 11 und 6 (Gardasil) hervorgerufen werden, wenn vor der Impfung noch keine Infektion mit diesen HPV-Typen vorliegt. Frauen, die mit diesen Papillomviren infiziert sind, profitieren nicht von der Impfung. Für Frauen über 26 Jahre liegen keine Studien zur Wirksamkeit der HPV-Impfung vor. Langzeitbeobachtungen über den Nutzen der Impfung liegen noch nicht vor.

Die Impfung verhindert nicht das Auftreten von Krebsvorstufen und Krebs am Gebärmutterhals, die durch andere HPV-Typen oder nicht durch HPV hervorgerufen werden. Eine regelmäßige Teilnahme an Krebs­früherkennungs­untersuchungen (PAP-Test – Test auf Zellveränderungen) ist daher auch für geimpfte Personen erforderlich. Die Impfung ist nicht zur Behandlung bereits bestehender Krebsvorstufen vorgesehen.

Beide Impfstoffe sind zugelassen für Mädchen und Frauen von 9 bis 26 Jahren. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Für diese Altersgruppe bezahlen die Kranken­kassen die Impfung.

Entfällt, da es sich nicht um ein diagnostisches Verfahren handelt.

    Siehe auch Vaginaler Ultraschall, HPV-Test und Hormonstatus.

    • 1 Die Preisspanne ergibt sich aus der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), deren Grundpreis mit den Faktoren 1,3-fach (Untergrenze) bis 3,5-fach (Obergrenze) berechnet wird.
    • 2 Siehe auch Meldung HPV-Impfung: Fragen nach Todesfällen.