Gummistiefel für Kinder von Lidl Schnelltest

Das test-Labor hat Schadstoffe in Gummistiefeln für Kinder und für Kleinkinder nachgewiesen, die Lidl seit Donnerstag verkauft. Eine akute Gefahr für die Gesundheit besteht nicht. test.de empfiehlt dennoch, Kinder die Stiefel zumindest nicht barfuß anziehen zu lassen.

Penetranter Gestank

Gummistiefel für Kinder von Lidl Schnelltest

Aufmerksam wurden die test-Einkäufer durch den penetranten Chemie-Gestank, den die Gummistiefel aus dem Lidl-Angebot verströmten. Flugs kauften sie ein Paar für Kleinkinder und eins für Kinder ein und schickten es ins Chemielabor. Die Laboranten dort wiesen bei beiden Stiefeln gefährliche Chemikalien nach. Eine akute Gesundheitsgefahr besteht zwar nicht. Aber: Die vom Labor nachgewiesenen Chemikalien wirken langfristig. Sie können über Hautkontakt in den Körper gelangen und dort Krebs erzeugen, das Erbgut verändern und fruchtschädigend wirken. Kinder sind besonders empfindlich.

Zu viel PAK

Gummistiefel für Kinder von Lidl Schnelltest

Das Material, aus dem der Schaft des dunkelblauen Stiefels für Kleinkinder hergestellt ist, enthielt 1,7 Milligramm polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) je Kilogramm. Weitere 4,4 Milligramm je Kilogramm der gefährlichen Stoffe fanden die Laboranten in der Sohle. Beim hellblauen Gummistiefel für Kinder wies das Labor nur in der Sohle PAK nach, dafür aber gleich 6,9 Milligramm je Kilogramm. Bei Materialien, zu denen Kinder unter drei Jahren über einen längeren Zeitraum Hauptkontakt bekommen, sollten keine PAKs nachweisbar sein. So sieht es die Stiftung Warentest bei allen Vergleichstest.

Belastung trotz Prüfsiegel

Besonders ärgerlich: Beide Gummistiefel-Paare sind mit einem Prüfsiegel versehen. „Schadstoffgeprüft“, attestiert das Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens e. V. (PFI) trotz der Belastung mit gefährlichen Chemikalien. „Dieses Zeichen garantiert Produzenten, Händlern und Kunden, dass nach dem heutigen Stand der Erkenntnis keine Gefahren für die Gesundheit zu befürchten sind. Die Schadstoffprüfungen umfassen gesetzlich verbotene und reglementierte Substanzen sowie bekanntermaßen gesundheitsbedenkliche Chemikalien“, heißt es auf der PFI-Internetseite. Unklar bleibt, auf welche Chemikalien genau das auf Schuhe spezialisierte Institut untersucht und ob die Muster, die der Lieferant zur Verfügung gestellt hat, den Gummistiefeln entsprachen, die tatsächlich in die Läden kamen.

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