Diese Siegel sollen Vertrauen wecken. Doch bringen Gütesiegel Shoppern wirk­lich mehr Sicherheit?

Gütesiegel für Onlineshops sollen Einkaufen sicherer machen. Doch wie verläss­lich sind sie und wie werden sie vergeben? Das hat die Stiftung Warentest bei vier Anbietern verdeckt getestet. Neben Markt­führer Trusted Shops haben wir das Safer-Shopping-Siegel des Tüv Süd, das Siegel Geprüfter Webshop und das Internetsiegel des Vereins sicherer und seriöser Internet­shop­betreiber unter die Lupe genommen. Fazit: Die Shopsiegel schützen Verbraucher unterschiedlich gut.

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TestGütesiegel Online-Shopping19.11.2019
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Gütesiegel undercover getestet

Ein mit Fehlern präparierter Onlineshop hat sich für uns um sechs namhafte Gütesiegel beworben: Neben Trusted Shops und TÜV-Siegel auch um das große EHI-Handels­siegel. Zwei Siegelanbieter lehnten die Zertifizierung ab, vier weitere haben unseren Test­shop schließ­lich untersucht: Das Internetsiegel Sicher & Seriös, Geprüfter Webshop, TÜV safer shopping und Trusted Shops Guarantee. Um die Siegel unabhängig zu testen, hielten wir jede Verbindung zwischen dem beauftragten Onlineshop und der Stiftung Warentest geheim.

Das bietet der Test Gütesiegel für Onlineshops

Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen für vier verbreitete Shopsiegel, darunter der bekannte Anbieter Trusted Shops. Unter anderem haben wir über­prüft, wie gut der Schutz vor Fake Shops ist und wie gut Verbraucher vor Hacker­angriffen, Daten­verlust und Problemen beim Bestell­vorgang geschützt werden.

Tipps und Hintergrund. Wir sagen, was die „Trusted Shops Guarantee“ bringt, wie Sie Fake Shops entlarven und wie Sie bei Shops ohne Siegel auf Nummer sicher gehen.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test 12/2019.

Unseren Test­shop gibt es wirk­lich

Der Shop, der für uns ins Rennen ging, bietet seit Jahren eine bestimmte Dienst­leistung an und hat echte Kunden. Er sollte bei den Siegel­gebern nicht als Test­projekt auffallen. Nennen wir ihn 007. Diese Fehler haben wir einge­baut: IT-Experten programmierten Sicher­heits­lücken in den Test­shop, ein Jurist schrieb unzu­lässige Klauseln in seine allgemeinen Geschäfts­bedingungen und in die Daten­schutz­bestimmungen. Das sollte einem guten Zertifizierer auffallen.

Video: Shopsiegel im Test

Ein Siegelanbieter verzichtet auf Nach­kontrolle

Mit einem Siegelanbieter erlebten wir Erstaunliches: Obwohl der Anbieter einige Punkte bemängelte, erhielt 007 kurz nach Begleichen der Rechnung bereits das Siegel. Auf Nach­frage teilte der Siegelanbieter mit: Das Siegel könne sofort verwendet werden. Die Beseitigung der Mängel läge in der Verantwortung des Shop­betreibers. Die Aussagekraft des Siegels für Verbraucher ist sehr nied­rig: Sie können sich nicht darauf verlassen, dass der geprüfte Shop die vom Siegel­betreiber monierten Mängel auch behebt.

EHI und Käufersiegel lehnten ab

Zwei Siegelanbieter wollten unseren Test­shop nicht unter­suchen. Das EHI-Handels­siegel „Geprüfter Online-Shop“, bekannt durch große Shops wie Tchibo, Otto, Bader und HSE24, lehnte die Zertifizierung unseres kleinen Test­shops ab, weil er „in zu vielen Punkten“ von seinen Prüfkriterien abweiche. Auch beim Händ­lerbund mit seinem Käufersiegel kamen wir nicht zum Zuge. Hier scheiterte die Zertifizierung des Test­shops daran, dass die vorgefertigten Rechts­texten des Händ­lerbunds nicht zum Test­shop passten.

Nur zwei Siegelanbieter im Test prüfen umfassend

Einigermaßen umfassend wurde 007 nur von zwei Anbietern geprüft. Einer davon prüfte als einziger auch die tech­nische Sicherheit unseres Shops. Er bemängelte etwa die zu schwache Verschlüsselung bei der Daten­über­tragung und sorgte so für mehr Sicherheit. Alle im Test­shop versteckten Mängel entdeckte aber selbst dieser Siegelanbieter nicht. Auch viele verbraucherunfreundlichen Rege­lungen in den Geschäfts­bedingungen und der Daten­schutz­erklärung gingen bei allen Siegel­gebern durch. Die Qualität der verkauften Produkte wird von keinem Siegel­betreiber untersucht. Das versprechen die Siegel aber auch nicht.

Sicherheit wird zum Geschäft

Gütesiegel für Onlineshops sind keine unabhängigen Prüfzeichen, sondern eine Dienst­leistung von Unternehmen, die damit Geld verdienen. Für die Verleihung des Siegels zahlte unser Test­shop rund 200 bis 4 000 Euro im Jahr, je nach Siegel­geber. Shops mit höherem Umsatz zahlen oft mehr. Einige Siegel sind mit einer Mitgliedschaft in einem Verein (Internetsiegel) oder Verband verknüpft (EHI, Händ­lerbund). Anbieter wie Amazon oder Zalando verzichten darauf, sich zertifizieren zu lassen – sie vertrauen auf ihr positives Image beim Verbraucher. Für kleinere Shops sind die Kosten oft schmerzhaft. Ob ein Onlineshop ein Gütesiegel trägt, ist also nicht nur eine Frage der Shopqualität, sondern auch eine des Geldes.

Fake Shops werben mit gefälschten Siegeln

Zwei Gütesiegel bringen tatsäch­lich mehr Sicherheit bei Onlinekäufen. Die Anbieter dieser Siegel testen jeden Shop, dem sie ihr Siegel verleihen. Vorsicht ist dennoch angebracht: Es gibt sogar Fake Shops, die mit gefälschten Siegeln werben. Wie Sie solchen Fälschungen auf die Schliche kommen, verrät unser Testbe­richt.

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