Bei Produkten mit Serienmängeln oder Massenschäden durch Störfälle gibt es häufig viele identische Fälle, die trotzdem einzeln vor Gericht geklärt werden.

Frei nach dem Musketier-Prinzip "Einer für alle, alle für einen" will nun die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) in solchen Situationen aus Einzelkämpfern Klagegemeinschaften machen und fordert die Einführung von Gruppenklagen. In den USA sind solche "class actions" üblich ­ zuletzt machte eine Sammelklage gegen die US-Tabakindustrie Schlagzeilen.

Hierzulande ist ein Zusammenschluss von Klägern bisher noch schwierig: Dasselbe Gericht muss zuständig sein und die Betroffenen müssen sich vor dem Verfahren absprechen. Nach dem AgV-Vorschlag sollen Geschädigte dagegen künftig in geeigneten Fällen "automatisch" zueinander finden. Vorteil für die Kläger: Nehmen sie einen gemeinsamen Anwalt, wird die Sache billiger.

Neben der Gruppenklage fordert die AgV auch die Einführung einer Verbandsmusterklage. Immer dann, wenn einzelne Geschädigte ihre Angelegenheit nicht selber ausfechten wollen, soll stellvertretend ein Verband tätig werden können.

Infrage kommen dafür vor allem solche Fälle, in denen der Schaden für den Einzelnen gering ist und er deshalb selbst keinen Prozess führen möchte. Dies gilt zum Beispiel für unzulässige Bankgebühren oder Warenpackungen mit zu geringen Füllmengen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 100 Nutzer finden das hilfreich.