Grundstückszaun Meldung

Verletzen sich Kinder am Grund­stücks­zaun, weil sich eine Strebe gelöst hat, muss der Eigentümer nicht für den Schaden haften. Der Zaun muss lediglich so gesichert sein, dass er bei „normalem Gebrauch“ niemanden schädigt. Das entschied das Land­gericht Coburg (Az. 21 O 609/10).

Ein sechs­jähriges Mädchen hatte sich an eine Eisen­stange an einem Zaun gehängt, fiel mit der Strebe zu Boden und verletzte sich. Der Vater hatte in diesem Augen­blick die jüngere Schwester aus dem Auto gehoben.

Das verletzte Kind musste zehn Tage im Kranken­haus liegen. Die Eltern waren der Auffassung, der Grund­stücks­eigentümer habe die Stange nicht ausreichend befestigt. Sie verlangten von ihm 7 500 Euro Schmerzens­geld und über 6 000 Euro entgangenes Arbeits­einkommen für den Vater. Er hatte die Tochter täglich im Kranken­haus besucht.

Der Eigentümer hielt dagegen, dass seine Umzäunung bis zum Unfall­tag in einwand­freiem Zustand gewesen sei.

Das Gericht wies die Klage der Eltern ab. Dem Eigentümer könne nicht zur Last gelegt werden, dass der Vater abge­lenkt gewesen war und deshalb nicht recht­zeitig eingreifen konnte, so die Richter. Zwar müsse man bei Kindern mit einer unbe­fugten Benut­zung rechnen. Der Eigentümer müsse aber nicht einplanen, dass sechs­jährige Kinder allein und ohne Aufsicht seien.

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