Tätigkeitsbereiche nach einer Grundqualifikation im Pflegebereich

Welche Tätigkeiten Teilnehmer nach einer Grundqualifikation im Pflegebereich übernehmen können und welche außerhalb ihres Kompetenzbereiches liegen, ist juristisch kaum geklärt und fachlich umstritten. So sehen die Bildungsanbieter weit mehr Tätigkeitsfelder als zulässig an als zum Beispiel der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe. Wissen müssen jedoch alle Teilnehmer einer solchen Grundqualifikation, dass ihnen auf keinen Fall gestattet ist, eigenverantwortliche Heilbehandlungen durchzuführen und rein ärztliche Aufgaben zu übernehmen – selbst wenn ihnen vom Arzt oder einer Pflegefachkraft diese Aufgaben übertragen werden. Zwar liegt die Verantwortung stets beim Arzt oder bei der Pflegefachkraft, wenn sie Aufgaben delegieren, nichtsdestotrotz kann die Hilfskraft haftbar gemacht werden.

1) Zulässige Tätigkeitsbereiche (Beispiele)
Unterstützung beim An- und Auskleiden
Unterstützung bei der Körperpflege
Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
Unterstützung bei Verwaltungsaufgaben von Pflegediensten (z.B. das Annehmen von Telefongesprächen)

2) Fachlich umstrittene Tätigkeitsbereiche (Beispiele)
Vorbereitung des Medikamententabletts
Verabreichung von Medikamenten
Beobachtung von Personen, die eine Infusion erhalten
Körperpflege bei kranken alten und schwerstpflegebedürftigen Menschen

3) Unzulässige Tätigkeitsbereiche (Beispiele)
das Anlegen von Infusionen (ärztliche Aufgabe)
Verabreichung von Injektionen (ärztliche Aufgabe, kann an Fachkraft delegiert werden)
Pflegeanamnese erheben und Pflegeprozess durchführen
Fachaufsicht von Auszubildenden und geringer qualifizierten Mitarbeitern

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