Tipps für die Kursaus­wahl

  • Teilnehmerzahl. Erkundigen Sie sich vor der Buchung nach der Teilnehmerzahl im Kurs. Damit Zeit für Übungen und Fragen bleibt, sollte die Gruppe auf maximal 15 Personen beschränkt sein.
  • Praxis. Ein guter Kurs sollte keine Vorlesung sein. Haken Sie nach, ob im Kurs­konzept praktische Übungen, Gruppen- oder Part­ner­arbeiten vorgesehen sind und wie hoch ihr Anteil im Unter­richt ist.
  • Pausen. Lassen Sie sich die exakten Unterrichts­zeiten sagen und fragen Sie nach, ob es kurze Pausen gibt. Gerade in einem Abend­kurs nach einem anstrengenden Arbeits­tag ist das wichtig für die Konzentration.
  • Lehr­kräfte. Erkundigen Sie sich nach der Qualifikation des Dozenten. Im Ideal­fall ist er nicht nur fachlich geeignet, sondern auch pädagogisch geschult.
  • Lehr­material. Fragen Sie nach: Welches Lehr­material wird im Kurs verwendet? Fallen dafür zusätzliche Kosten an? Gut, wenn Lehr­bücher zum Einsatz kommen, aber auch ein ordentliches Skript oder eine strukturierte Kopien­samm­lung sind in Ordnung. Entscheidend ist bei diesem komplexen Thema, dass Sie etwas zum Nach­schlagen sowie zur Vor- und Nachbereitung des Kurses in der Hand haben.
  • Zertifikat. Erkundigen Sie sich, ob und unter welchen Bedingungen Sie am Kurs­ende ein Zertifikat oder eine Teil­nahme­bescheinigung erhalten. Bei vielen Industrie- und Handels­kammern gilt eine 80-prozentige Anwesen­heits­pflicht für den Unter­richt. Außerdem müssen Sie dort eine Abschluss­prüfung bestehen. Der Vorteil: Bei Arbeit­gebern sammeln Sie damit Punkte.
  • Kurs­form. Über­legen Sie, wie Sie lernen wollen. Es gibt Abend­kurse und Block­seminare. Beides hat Vor- und Nachteile. Nach Feier­abend Buch­haltung zu büffeln ist anstrengend und verlangt Eigenmotivation. Doch anders als im Block­unter­richt müssen Sie keine freien Tage für die Weiterbildung opfern. Außerdem können Sie zwischen den Kurs­terminen nach­voll­ziehen, ob Sie alles verstanden haben. Wenn nicht, bietet die nächste Sitzung Gelegenheit nach­zufragen.
  • Bildungs­urlaub. Fragen Sie den Anbieter, ob der Kurs für Bildungs­urlaub zugelassen ist. Bei Block­seminaren kann das der Fall sein. Als Angestellter können Sie dann bei Ihrem Arbeit­geber freie Tage für die Weiterbildung beantragen. In den meisten Bundes­ländern haben Arbeitnehmer ein Recht auf fünf Tage Bildungsurlaub pro Kalender­jahr.
  • Eigen­initiative. Planen Sie über den Kurs hinaus Zeit fürs Lernen ein. Stellen Sie sich selbst Aufgaben, indem Sie sich zum Beispiel Geschäfts­vorfälle ausdenken, die Sie verbuchen müssen. In den Kursen im Test gab es zwar Übungen. Doch um wirk­lich sicher in Buch­führung zu werden, ist auch Eigen­initiative gefragt.
  • Vertrags­bedingungen. Die Mehr­heit der Anbieter im Test hatte deutliche und sogar sehr deutliche Mängel in ihren Vertrags­bedingungen. Lesen Sie deshalb die allgemeinen Geschäfts­bedingungen gründlich durch, bevor Sie buchen. Streichen Sie die Klauseln, die nach­teilig für Sie sind, und lassen Sie sich die Änderungen mit einer formlosen Notiz vom Anbieter bestätigen. Eine kostengüns­tige Rechts­beratung bei Problemen mit Vertrags­klauseln erhalten Sie bei den Verbraucherzentralen.
  • Grenzen. Erwarten Sie nicht, dass Sie nach der Weiterbildung Ihre komplette Buch­führung samt Jahres­abschluss allein erledigen können. Das ist zu viel verlangt. Die Kurse vermitteln Grund­lagen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
  • Aufbaukurse. In maximal 52 Unterrichts­einheiten wird niemand zum Buch­halter. Fragen Sie den Anbieter, wie Sie sich über den Kurs hinaus weiterqualifizieren können (siehe auch Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter).
  • Volks­hoch­schulen. Unter dem Titel Xpert Business bieten die Volks­hoch­schulen ein Kurs- und Zertifikats­system an, das kauf­männische und betriebs­wirt­schaftliche Kennt­nisse vermittelt. Die Module können einzeln belegt werden. Kombiniert führen sie zu Abschlüssen, zum Beispiel zum Xpert Business Finanz­buch­halter.

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