
Stolperfalle. Gitterroste können bei schmalen Absätzen gefährlich sein.
Eine Frau mit hohen Schuhen blieb vor einem Mietshaus in einem als Fußabtreter dienenenden Gitterrost hängen und stürzte. Anspruch auf Schadenersatz durch die Eigentümerin des Hauses hat sie nicht, entschied das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein (Az. 11 U 65/15).
„Merkblatt für Metallroste“ gilt nicht für Privathäuser
Die Frau war am frühen Morgen vor der Dämmerung aus einem über 100 Jahre alten Mietshaus getreten, in dem ihre Tochter als Mieterin wohnt. Sie gab an, dabei mit ihrem Absatz in den rautenförmigen Öffnungen des Fußabtreters vor dem Haus hängen geblieben und gestürzt zu sein. Sie machte die Hausbesitzerin haftbar, weil die Öffnungen in dem Gitterrost mit 4 mal 7,3 Zentimetern zu groß seien, um dem „Merkblatt für Metallroste“ zu entsprechen. Das Merkblatt empfiehlt eine Weite von höchstens einem Zentimeter für Gitterroste. Das bezöge sich jedoch nur auf öffentliche Wege, nicht auf Privathäuser, so die Richter. Die High-Heels-Trägerin ging leer aus.