Die zur Deutsche Bank gehörende DB Real Estate Investment GmbH hat den offenen Immobilienfonds „Grundbesitz invest“ in „Grundbesitz Europa“ umbenannt. Mit dem Fonds verbindet sich die Erinnerung an eine handfeste Krise: Als ruchbar wurde, dass Fondsimmobilien nicht korrekt bewertet waren, verkauften Tausende von Anlegern ihre Fondsanteile. Die DB Real Investment GmbH zog daraufhin die Notbremse und stoppte im Dezember 2005 die Rücknahme der Anteile. Das führte zu einer massiven Vertrauenskrise. Auch andere offene Immobilienfonds gerieten in der Folge unter Druck.

Gewinnbringender Milliarden-Deal

Jetzt geht es dem Fonds wieder gut. Von einem Fondsvolumen von einst über sechs Milliarden Euro sind noch 2,3 Milliarden Euro geblieben. Allein an ein Tochterunternehmen des US-Immobiliengiganten Fortress verkauften die „Grundbesitz invest“-Manager Immobilien für rund zwei Milliarden Euro. Dabei lag der Preis um rund 200 Millionen Euro über dem Buchwert der Immobilien. Gewinn für die noch rund 300 000 Anleger des Fonds: rund 7 Prozent allein durch diesen Deal. Insgesamt habe der Wert der Fondsanteile auf Jahressicht um fast 17 Prozent zugelegt, berichtete das Fondsmanagement. Früher gehörten dem Fonds viele Immobilien in Deutschland. Inzwischen steckt das Geld in Büro- und Geschäftshäusern in ganz Europa. Schwerpunkt sind britische (38 Prozent des Fondsvermögens), französische (21 Prozent) und spanische (16) Immobilien. Erst auf Platz vier folgen Investments in Deutschland (14 Prozent).

Heftige Kritik an Deutscher Bank

Der Rücknahmestopp der „Grundbesitz invest“-Anteile hatte seinerzeit heftige Kritik provoziert. Verbraucher- und Anlegerschützer hatte der Deutsche Bank AG vorgeworfen, das Vertrauen der Anleger ohne Not aufs Spiel zu setzen. Aus ihrer Sicht hätte die Konzernmutter einspringen sollen, um die Krise ohne dramatische Notmaßnahmen zu überwinden. Auf diese Weise hatten andere Immobilienfonds Probleme mit panikartigen Verkäufen nach Gerüchten über die Immobilienbewertung gelöst. Später hatte sich gezeigt: Der Korrekturbedarf war sehr viel geringer als zunächst befürchtet. Der Wert der Grundbesitz invest-Immobilien etwa war nach gründlicher Prüfung um gerade mal 2,4 Prozent nach unten korrigiert worden.

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