Grüner Tee Test

Von 30 grünen Tees waren 7 deutlich bis stark mit Pestiziden belastet. Die acht Bio-Produkte im Test konnten punkten: Sie waren praktisch schadstofffrei.

Wer Grüntee mag, sich gar eine gesundheitsfördernde Wirkung erhofft, möchte den Wellness-Trank ohne Pestizidbeigaben genießen.

Wir haben in 30 Grüntees aus verschiedenen Anbaugebieten, darunter 10 japanische, nach bis zu 440 Pflanzenschutzmitteln gefahndet. Und wir wurden fündig: Vier Tees waren deutlich belastet, drei Tees sogar stark.

Deutlich belastet heißt: Bei einem oder auch mehreren der jeweils gefundenen Pestizide lag der analysierte Wert über 50 Prozent der zulässigen Höchstmenge. Stark belastet heißt: Einzelne gefundene Spritzmittel überschritten die gesetzlichen Grenzwerte. Diese Tees hätten gar nicht verkauft werden dürfen. Bei „Gyokuro edle Tautropfen“, mit 17 Euro pro 100 Gramm der teuerste Tee im Test, reagierte der Importeur denn auch prompt auf die mitgeteilten Analysewerte. Den Tee gibt es bereits nicht mehr im Handel.

In einem Tee: 20 verschiedene Mittel

Auffällig bei den drei stark belasteten japanischen Tees ist die hohe Anzahl der gefundenen Pestizide. Einen Cocktail von sage und schreibe 20 unterschiedlichen Spritzmitteln fanden wir im Grüntee „Itoen“ – und gleich 12 davon überschritten den zulässigen Grenzwert. Mit einem Mix von 14 beziehungsweise 13 Pestiziden setzen die beiden anderen stark belasteten Tees die Negativliste fort. Gesundheitsschädliche Wechselwirkungen der unterschiedlichen Einzelstoffe sind zwar nicht erwiesen, aber – so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – doch immerhin denkbar.

Verglichen mit unserem ersten Grüntee-Test im Jahr 1999 zeigt sich dennoch ein positiver Trend. Damals war von insgesamt 68 Tees mehr als die Hälfte stark belastet und nur 7 Tees waren rückstandsfrei. Und obwohl wir heute dank verbesserter Analytik rund 200 Pestizide mehr identifizieren können, sind im jetzigen Test von 30 Tees nur 3 stark belastet. In immerhin acht waren gar keine Spritzmittel nachweisbar. Bei den sechs sehr gering belasteten Tees sind die Pestizidspuren so minimal, dass sie wohl womöglich nicht durch Spritzmittelanwendung, sondern durch die Umwelt eingebracht wurden.

Japanische Tees: Lieber Bio kaufen

Augenfällig: Alle drei stark belasteten Tees stammen aus japanischen Teegärten. Aber auch sechs der acht pestizidfreien Tees – fünf davon tragen ein Biosiegel.

Überhaupt zeigt dieser Test: Auf grünen Ökotee ist Verlass. Er ist entweder gar nicht mit Pestiziden belastet oder die Pestizidspuren sind so gering, dass sie den strengen Anforderungen des Bioanbaus entsprechen. Panik ist allerdings in keinem Fall angesagt: Nicht alle Schadstoffe landen auch in der Tasse. In einem Probeaufguss mit einem der stark belasteten Tees fanden wir nur einige wasserlösliche Pestizide wieder.

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