Grüner Strom von Tchibo Schnelltest

Tchibo verkauft jetzt Ökostrom aus 100 Prozent Wasserkraft. test.de vergleicht das Angebot mit anderen Tarifen und sagt, worauf Sie achten müssen.

[Update: 17.02.2011]

Inzwischen hat Tchibo die Preisstruktur erhöht. In manchen Städten kostet grüner Strom jetzt mehr als die Grundversorgungstarife des lokalen Stromversorgers. Zum aktuellen Preisvergleich.

Ein Euro günstiger

Erst sechs Prozent der deutschen Haushalte bezieht Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Die Mehrheit verharrt in den Basistarifen der lokalen Energieversorger und bekommt Strom aus fossilen Energiequellen oder Atomkraft. Für diese Haushalte bietet Tchibo ein attraktives Angebot: Der monatliche Grundpreis für den Grünen Strom liegt vielerorts einen Euro unter dem Grundpreis des Basistarifs. Der Preis je Kilowattstunde ist gleich. Sie sparen also 12 Euro im Jahr. Dafür speist Tchibo aber Ökostrom ins Netz ein.

Zusätzlichen Umweltnutzen

Der Grüne Strom von Tchibo stammt aus Wasserkraft. Made in Norwegen. Das ist gut für die Umwelt und die CO2-Bilanz. Rund 15 Prozent Ökostrom erhält ohnehin jeder konventionelle Stromkunde. Das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) zwingt die Stromversorger, Ökostrom in ihr Netz einzuspeisen. Doch Tchibo fördert darüber hinaus mit seinem Stromangebot den Bau neuer Ökostromanlagen. Das nutzt der Umwelt und verdrängt konventionellen Strom vom Markt. Das ok-Power-Label bestätigt Tchibo einen zusätzlichen Umweltnutzen.

Öko ist nicht öko

Billig ist der Tchibo-Ökostrom nicht. Wer die Preise vergleicht, findet leicht billigere Tarife. Zum Beispiel bei Flexstrom oder Teldafax. Doch diese Tarife haben zwei Nachteile: Sie verlangen Vorauskasse und basieren ausschließlich auf sogenannten RECS-Zertifikaten. Betreiber von Ökostromkraftwerken erhalten für jede erzeugte Megawattstunde Strom ein RECS-Zertifikat. Die Zertifikate können sie getrennt vom physischen Strom europaweit verkaufen. So kann ein deutscher Versorger RECS-Zertifikate von österreichischen Wasserkraftwerken kaufen und seinen Kunden einen Ökostromtarif anbieten, obwohl er physisch nur Atomstrom liefert. Das ist Etikettenschwindel. Der Umwelt nutzt das nicht.

Keine RECS-Zertifikate

Tchibo verwendet laut eigenen Angaben keine RECS-Zertifikate. Das Freiburger Öko-Institut hat den Tarif in seine EcoTopTen-Liste aufgenommen. Dorthin gelangen nur Stromanbieter, die den Neubau umweltfreundlicher Kraftwerke fördern und zugleich nicht viel mehr kosten als herkömmlicher Strom. Der Vergleich zeigt: Der Grüne Strom von Tchibo ist in vielen Regionen etwas preiswerter als die Tarife reiner Ökostromanbieter wie EWS Schönau und Greenpeace Energy. Letztere betreiben jedoch auch eigene Kraftwerke und garantieren die zeitgleiche Einspeisung des Ökostroms.

Kundenfreundlich

Neben dem Preis spielen die Vertragsbedingungen eine große Rolle. Die sind beim Grünen Strom von Tchibo top: 12 Monate Preisgarantie, keine Vorauskasse und nur ein Monat Kündigungsfrist. Zusätzlich erhalten Neukunden gleich zum Lieferbeginn einen 25 Euro-Einkaufsgutschein. Zum Vergleich: Manche Stromversorger locken mit höheren Prämien. Die verrechnen sie aber oft erst nach einem Jahr mit der ersten Abrechnung.

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