Grüner Strom von Tchibo Schnelltest

Seit letztem Herbst verkauft Tchibo Ökostrom. Anfangs lohnte sich das Angebot. Doch inzwischen hat Tchibo die Preise erhöht. In manchen Städten liegen sie nur noch minimal unter den Grundversorgungstarifen der lokalen Stromversorger.

1,20 Euro gespart

Tchibo wirbt damit, überall den Grundversorgungstarif des lokalen Stromversorgers zu unterbieten. Der Preisvergleich zeigt: Das stimmt – wenn auch teils mit winzigen Einsparungen. Eine Berliner Familie mit 4 000 Kilowattstunden Jahresverbrauch spart beim Kaffeeröster 1,20 Euro gegenüber dem Grundversorgungstarif. Doch der Vergleich mit dem Grundversorgungstarif sagt wenig aus. Diesen Tarif nutzen in der Regel nur Haushalte in der Notversorgung. Der überwiegende Teil bezieht Strom im Klassik-Tarif. Der ist billiger als Tchibo-Strom.

Nutzen für die Umwelt

Konventioneller Strom enthält rund 15 Prozent Ökostrom. Das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) zwingt die Stromversorger, Ökostrom in ihr Netz einzuspeisen. Tchibo liefert Ökostrom aus norwegischen Wasserkraftwerken. Im Vergleich mit anderen Ökostromanbietern liegt der grüne Strom allerdings im Mittelfeld. Es gibt preiswertere Anbieter wie Naturstrom. Und es gibt teurere Ökostromanbieter wie EWS Schönau und Greenpeace Energy. Letztere betreiben eigene Kraftwerke und garantieren die zeitgleiche Einspeisung des Ökostroms.

Fazit

Zum Wechsel des Stromanbieters gehört immer ein Preisvergleich. Kleinere Einsparungen sind meist schon mit einem Tarifwechsel beim Hausversorger zu erreichen. Wer den Ausbau regenerativer Energien fördern möchte, muss selbst entscheiden, wie hoch der zusätzliche Umweltnutzen sein soll und wie viel das kosten darf.

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