Grüne Geldanlage Test

Der Kartonagenhersteller Mayr-Melnhof aus Österreich ist von Anfang an im NAI.

Der Naturaktienindex (NAI) zeigt: Geldanlagen mit gutem Gewissen und gleichzeitig hohen Renditen sind möglich. Seit der Auflage des NAI 1997 machte der Index pro Jahr ein Plus von 15,6 Prozent. Immerhin: In Anlegerkreisen gilt der Index als konsequenteste Umsetzung der Idee „grüner Geldanlagen“. Anleger, denen Umweltschutz und soziale Verantwortung wichtig sind, können zwischen 30 Aktien wählen: So viele Werte sind seit Jahresanfang im NAI vertreten. Wer die Auswahl nicht selber treffen möchte kann auch Fonds nehmen. Finanztest stellt den Naturaktienindex vor, sagt, welche Werte der NAI umfasst und wie Anleger mit grünen Geldanlagen gute Renditen erzielen.

Die aktuelle Wertentwicklung und Finanztest-Bewertungszahl finden Sie in der Investmentfonds-Datenbank.

Seit 10 Jahren

Der Naturaktienindex wurde im April 1997 aufgelegt. Er ist ein Preisindex, Dividenden sind nicht enthalten. Seit Jahresbeginn ist die Mitgliederzahl von 25 auf 30 angestiegen. Der NAI gilt als konsequenteste Umsetzung der Idee von einer „grünen Geldanlage“. Ein Ausschuss entscheidet, welche Werte in den Index aufgenommen werden. Bei der Auswahl achtet der Ausschuss auf einen Mix aus kleinen und großen Unternehmen und auch auf die Branchenzugehörigkeit. Zum Jahresbeginn werden alle Werte gleich gewichtet. Erst im Laufe des Jahres verstärkt sich der Anteil der Papiere, die gut laufen. Zum nächsten Jahr wird dann das Gleichgewicht wieder hergestellt.

Ökologisch-soziale Aspekte

Die Unternehmen im NAI müssen vor allem nach ökologisch-sozialen Aspekten arbeiten. Von Anfang an dabei sind etwa die französische Firma Boiron und der japanische Fahrradteilbauer Shimano. Seit Jahresbeginn ist auch der amerikanische Biowarengroßhändler United Natural Foods im NAI gelistet. Der Schuhhersteller Timberland verschwand dagegen aus dem Index, weil er für seine Zulieferer keine sozialverträglichen Arbeitsbedingungen mehr garantieren konnte. Allerdings sind Übernahmen der Hauptgrund für Ausschlüsse. Das betraf zum Beispiel den Kosmetikproduzenten Body Shop nach der Übernahme durch L'Oreal und den Eiscremehersteller Ben & Jerrys nach dem Kauf durch Unilever.

Gute Renditen

Grüne Geldanlage kann sich für Anleger durchaus lohnen: Seit seiner Auflage im April 1997 hat der NAI ein Plus von 306 Prozent erwirtschaftet. Das sind 15,6 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Der herkömmliche Aktienindex MSCI Welt stieg selbst inklusive Dividendenzahlungen in derselben Zeit nur um 6,7 Prozent pro Jahr. Wer sich den Aktienmix aus grünen Anlagen nicht selbst zusammenstellen möchte, kann auf Fonds zurückgreifen. So investiert etwa der Fonds Green Effects ausschließlich in Werte des NAI. Mit Erfolg: Im Fondsdauertest steht er auf Platz 60 von insgesamt 346 Fonds der Gruppe Aktienfonds Welt.

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