Autofahrer, die einen Schaden grob fahrlässig herbeigeführt haben, sollen in Zukunft in der Kaskoversicherung nicht mehr leer ausgehen. Das forderten Rechtsexperten auf dem 38. Deutschen Verkehrsgerichtstag im Januar in Goslar. Zwei Versicherer, die Axa Colonia und die DEVK, bieten bereits Kaskotarife an, bei denen sie auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit mit wenigen Ausnahmen verzichten.

Bisher gilt in der Kaskoversicherung das Alles-oder-Nichts-Prinzip: Wer beim Autofahren zum Beispiel "grob fahrlässig" nach einem Taschentuch greift und deshalb einen Unfall verursacht, erhält von seiner Versicherung in der Regel keinen Pfennig. Autofahrer, die nicht grob fahrlässig handeln, werden hingegen voll entschädigt.

Diese Regelung betrachten Experten als unangemessen. Sie plädieren vor allem bei kleineren Unachtsamkeiten für eine anteilsmäßige Entschädigung.

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