Grippemittel für Kinder Meldung

Grippemittel sollen gegen Schmerzen und Fieber, Husten und Naselaufen wirken. Es sind Mischungen aus Schmerzmitteln, Antihistaminika, Wirkstoffen aus der Ephedrin-Gruppe, Hustenlösern und Hustendämpfern, „garniert“ mit Vitamin C, Koffein, manchmal noch gelöst in Alkohol. Die Hersteller solch abenteuerlich zusammengesetzter Arzneimittel für Kinder sind in den USA durch eine freiwillige Rücknahme dieser Mittel einem Verbot zuvorgekommen. Anlass war eine Prüfung des Center for Disease Control, nachdem in den Jahren 2004 und 2005 mehr als 1 500 Kindern unter zwei Jahren nach der Einnahme solcher Husten- oder Erkältungsmittel schwere gesundheitliche Schäden erlitten haben. 123 Kindern sollen zwischen 1969 und 2006 nach der Einnahme solcher Mittel sogar gestorben sein. Die Zusammensetzung dieser Präparate ist den in Deutschland für Erwachsene und auch für Kinder angebotenen Mitteln nicht unähnlich. Meldungen über Nebenwirkungen aus dem Selbstmedikationsbereich sind bei uns aber selten. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass gezielte Studien zu ähnlich erschreckenden Ergebnissen wie in den USA kämen, so Arzneimittelexperte Gerd Glaeske, Universität Bremen: „Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sollte dem US-Beispiel folgen.“

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