Grippeimpfung Meldung

Mit Beginn des Herbstes steigt auch die Gefahr für eine Grippe­erkrankungen. Schutz bietet eine Impfung, die Experten auch in diesem Jahr für verschiedene Risikogruppen empfehlen. test.de informiert.

Nächste Grippewelle kommt

Auch wenn niemand genau sagen kann, wann die nächste Grippewelle anrollt, dass sie kommt, ist sicher. Die vergangene Grippesaison verlief im Vergleich zur vorhergehenden etwas milder: Zwischen Mitte Oktober 2009 und Februar 2010 suchten durchschnittlich 2,9 Millionen Menschen den Arzt auf, weil sie an typischen Grippesymptomen litten. Zum Vergleich: In der Grippesaison 2008/2009 gab es 4,2 Millionen zusätzliche Arztbesuche aufgrund von Influenzaerkrankungen. Knapp 19 000 Menschen kamen sogar ins Krankenhaus. Echte Virusgrippen können auch tödlich sein. Jährlich sterben bundesweit etwa 8 000 bis 11 000 Menschen an Influenza.

Fieber und Schüttelfrost

Zu den typischen Symptomen einer echten Grippe oder Influenza gehören hohes Fieber um 39 bis 40 Grad Celsius, dass gleich zu Beginn einsetzt, starke Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sowie ein starkes allgemeines Krankheitsgefühl. Oft sind außerdem die Augen sehr lichtempfindlich. Patienten haben ein großes Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf. Bei Klein- und Schulkindern können Bauchschmerzen und Durchfall hinzukommen. Nach zwei bis drei Wochen ist die Influenza meist überstanden.
Hinweis: Verwechseln Sie eine Grippe nicht mit einer Erkältung, auch grippaler Infekt genannt. Dieser wird zwar auch durch Viren verursacht, verläuft aber deutlich harmloser. test.de nennt Unterschiede zwischen Grippe und Erkältung.

Grippeimpfung schützt

Schutz vor der echten Grippe bietet eine spezielle Impfung. Wer sich impfen lassen möchte, sollte dies jetzt tun. Denn bis sich ein vollständiger Schutz aufgebaut hat, vergehen etwa 14 Tage. Im Allgemeinen sind die Impfstoffe gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind etwa Schmerzen am geimpften Arm, Fieber und Kopfscherzen. Der Impfstoff wird jedes Jahr nach den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammengesetzt, da sich die Eigenschaften der Grippeviren ständig ändern. Wer sich schützen will, muss sich daher auch jedes Jahr erneut immunisieren lassen. Der aktuelle Impfstoff enthält Antigen der derzeit weltweit vorkommenden Varianten der drei zirkulierenden Influenza-Virustypen, darunter auch das der so genannten Schweinegrippe. Wer sich gegen die saisonale Grippe impfen lässt, ist also auch gegen die Schweinegrippe immunisiert. Wichtig: Gegen grippale Infekte hilft die Impfung aber nicht.

Empfehlungen der Impfkommission

Bestimmte Menschen sollten sich auf jeden Fall impfen lassen, denn bei ihnen besteht im Falle einer Erkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf: Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenzaimpfung daher älteren Menschen über sechzig Jahren und Personen mit bestimmten chronischen Grunderkrankungen wie einer Immunschwäche, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes oder Atemwegserkrankungen. Auch Bewohner von Alters- und Pflegeheimen sollten sich impfen lassen. Zudem ist die Grippeimpfung empfehlenswert bei Personen, die beruflich viel mit anderen Menschen in Kontakt kommen, wie etwa medizinisches Personal, Pfleger und Betreuer in Altersheimen. Grundsätzlich können sich alle Erwachsenen und Kinder ab sechs Monaten impfen lassen. Gesunde Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter 60 Jahren müssen sich nach Angaben ständigen Impfkommission (STIKO) aber nicht unbedingt impfen lassen. Denn für diesen Personenkreis besteht im Falle einer Erkrankung kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Jetzt auch Impfempfehlung für Schwangere

Neu ist die Impfempfehlung für Frauen, die während der Grippesaison schwanger sind. Denn auch bei ihnen besteht ein erhöhtes Risiko für Komplikationen, wenn sie an Grippe erkranken. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Immunisierung in jedem Stadium der Schwangerschaft unbedenklich. Für gesunde Schwangere empfiehlt die STIKO die Impfung aber erst ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Damit soll verhindert werden, dass die im ersten Drittel häufiger auftretenden natürlichen Fehlgeburten fälschlich mit der Impfung in Verbindung gebracht und so für Betroffene nicht zu einer besonderen psychischen Belastung werden. Außerdem sollen durch die Impfung auch Neugeborene vor einer Infektion durch die Mutter geschützt werden: Antikörper können schon vor der Geburt von der Mutter an das Kind weitergegeben werden, so dass Neugeborene in den ersten Monaten nach der Geburt einen gewissen Schutz vor Influenza erlangen.

Kosten für den Schutz

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen eine Grippeimpfung allen, die zu dem Personenkreis gehören, für den die STIKO die Immunisierung empfiehlt. Mittlerweile erstatten viele gesetzliche Krankenkassen die Impfung aber unabhängig von der Empfehlung allen Mitgliedern. Versicherte sollten bei ihrer Kasse nachfragen. Zudem bieten auch viele Arbeitgeber eine Schutzimpfung an. Wenn Krankenkasse und Arbeitgeber die Kosten nicht übernehmen, dann zahlen Impfungswillige etwa zwischen 20 und 30 Euro für den Influenzaschutz.

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