Grippe Test

Husten, Schnupfen und Heiserkeit sind lästig, aber meist harmlos. Gefährlicher kann eine echte Grippe sein – die Influenza. Wie und womit Sie sich schützen können, lesen Sie hier.

Mit der Kälte des Winters kommen auch die Influenzaviren. Die ungebetenen Gäste bescheren vielen Menschen eine Grippe. In vergangenen Jahrzehnten kam es mehrfach sogar zu großen Epide­mien mit vielen Kranken und Menschen, die an den Folgen der Grippe starben. Unter den Namen Asiatische Grippe (1957), Hongkong-Grippe (1968) oder Russische Grippe (1977) beunruhigten sie die Bevölkerung. Inzwischen sind sie fast wieder vergessen.

Doch auch die jährlichen saisonalen Grippewellen fordern ihren Tribut. In einer normalen Saison gibt es in Deutschland aufgrund der Influenza 8 000 bis 11 000 zusätzliche Todesfälle. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen und chronisch Kranke. Während der letzten heftigen Grippesaison von 2004/2005 starben sogar mehr als 15 000 Menschen an den Folgen. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Winter gab es zusätzlich etwa 6 Millionen Arztbe­suche, 2,3 Millionen Krankschreibungen und rund 30 000 Klinikeinweisungen.

Plötzlich beginnt es mit hohem Fieber

Grippe Test

Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers – nach Möglichkeit erst ab etwa 39 Grad Celsius senken.

Im Unterschied zur „einfachen“ Erkältung – einem grippalen Infekt – verläuft eine Grippe schwerer und dauert länger. Meist ist sie erst nach zwei bis drei Wochen überstanden. Typisch für die Influenza ist der plötzliche Erkrankungsbeginn mit hohem Fieber bis 40 Grad Celsius, trockenem Reizhusten, heftigen Kopf- und Gliederschmerzen und einem starken Erschöpfungsgefühl. Ähnliche Symptome können auch nach einer Infektion mit der Schweinegrippe auftreten, manchmal noch begleitet von Magen-Darm-Beschwerden. Bisher verliefen die meisten Infektionen mit den neuen H1N1-Viren allerdings eher mild (aktuelle Informationen zur Schweinegrippe finden Sie unter www.test.de/schweinegrippe).

Jedes Jahr mit neuer Virenhülle

Influenzaviren sind Verwandlungskünstler. Stets gekleidet nach der neuesten Mode, überraschen sie ihre Gastgeber jedes Jahr mit einem neuen Wintermantel – das Muster auf der Virenhülle ändert sich von Saison zu Saison. So überrumpeln die Eindringlinge das menschliche Abwehrsystem: Es erkennt die gesundheitsschädlichen Gesellen nicht schnell genug, und schon dringen sie in die Schleimhautzellen des Atemtrakts ein. Die Influenzaviren programmieren nun die menschlichen Zellen in Nase, Mund und Rachen um. Diese produzieren jetzt weitere Viren, die sich im Körper ausbreiten (siehe Grafik).

Grippeimpfung für Risikogruppen

Grippe Test

Der beste Schutz vor der saisonalen Wintergrippe – der Influenza – ist die jährliche Grippeimpfung. Der Impfstoff wird jedes Jahr neu an die aktuellen Virustypen angepasst.

Der beste Schutz vor der Virenattacke ist die jährliche Grippeimpfung. Sie bereitet das Immunsystem auf den Angriff vor – so ist es besser gerüstet, die Viren abzufangen, bevor sie Schaden anrichten können. Denn die Zusammensetzung des Impfstoffs richtet sich nach dem jährlich wechselnden aktuellen Virustyp. Die Impfung wird vor allem denjenigen empfohlen, die ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung oder für Komplikationen haben. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts empfiehlt sie in erster Linie

  • Menschen über 60 Jahre,
  • chronisch Kranken – auch Jüngeren und Kindern –, zum Beispiel Asthma- und Herz-Kreislauf-Patienten sowie Diabetikern,
  • Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen,
  • Personen, die beruflich viel mit anderen Menschen in Kontakt kommen oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen und so ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben.

Grundsätzlich können alle Erwachsenen und Kinder ab sechs Monaten geimpft werden. Der Impfschutz ist nach etwa zwei Wochen vollständig aufgebaut und hält etwa ein halbes Jahr an.

Hygiene hilft, sich zu schützen

In Zeiten zunehmender Grippeaktivität tragen aber auch einfache Alltags- und Hygieneregeln dazu bei, die Ansteckungsgefahr zu verringern: häufiges Händewa­schen, in Armbeuge oder Einmaltaschentuch husten und niesen, ein bis zur Nase hochgezogener Schal, Handschuhe in öffentlichen Verkehrsmitteln. Influenzaviren werden nämlich meist durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen. Aber auch beim Händeschütteln oder über Türklinken können sie aufgegriffen werden und über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund in den Körper gelangen.

Medikamente bei einfacher Erkältung

Auf diese Weise gelangen auch die harmlosen Erkältungsviren – meist sogenannte Rhinoviren – in den menschlichen Körper. Triefende Nase, kratziger Hals, Husten und leicht erhöhte Körpertemperatur sind meist die Folge. Die Beschwerden sind lästig, aber in der Regel harmlos. Sie lassen sich gut mit Hausmitteln lindern. Auch einige Medikamente können die Symptome abmildern, doch wesentlich verkürzen können auch sie die Infektion nicht.

Tipp: Welche Mittel Sie gegen Erkältungssymptome einsetzen können und welche am preisgünstigsten sind, finden Sie in den Tabellen. Am besten geeignet sind Medikamente mit einem einzelnen Wirkstoff.

Virushemmer bei Influenza

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Die „echte“ Grippe sollte ärztlich behandelt werden. Gehen Sie deshalb sofort nach Auftreten starker Krankheitszeichen zum Arzt. Er entscheidet, ob eine Behandlung mit Medikamenten sinnvoll sein kann.

Zur Behandlung der Influenza gibt es zwei verschreibungspflichtige Medikamente – Tamiflu und Relenza. Sie verhindern die Vermehrung und Ausbreitung der Grippeviren, indem sie die dafür notwendigen Enzyme – die Neuraminidasen (siehe Grafik) – blockieren. Sie werden deshalb als Neuraminidasehemmer bezeichnet.

Gegen die viel häufiger vorkommenden Erkältungsviren, die einen grippalen Infekt auslösen, bleiben sie allerdings wirkungslos. Relenza wird inhaliert, Tamiflu gibt es als Kapseln und als Pulver.

Ein Effekt ist aber nur dann zu erwarten, wenn die Medikamente frühzeitig angewandt werden, spätestens innerhalb von 36 bis 48 Stunden nach Beginn der ersten Grippesymptome. Doch selbst dann können sie die Krankheit nicht komplett verhindern oder unterdrücken, sondern nur die Beschwerden abmildern und um durchschnittlich einen Tag verkürzen. Ärzte verordnen sie zum Beispiel Patienten mit Zusatzerkrankungen, bei denen Komplikationen zu erwarten sind.

Wenn Virushemmer zu häufig eingesetzt werden – zum Beispiel schon auf Verdacht eingenommen werden, wenn gerade eine Grippe herrscht –, können sich Resistenzen entwickeln: Die Medikamente verlieren ihre Wirksamkeit, weil die Krankheitserreger unempfindlich werden. Deshalb sollten Tamiflu und vergleichbare Mittel eher als Notfallmedikament bei besonders hohem Gripperisiko genutzt werden.

Schonung und Bettruhe

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Gegen die Begleiterscheinungen der Grippe, wie Gliederschmerzen, Kopfschmerzen oder hohes Fieber können die in den Tabellen empfohlenen Mittel helfen. Fiebersenkende Medikamente sollten nach Möglichkeit jedoch nur bei Körpertemperaturen ab etwa 39 Grad Celsius eingesetzt werden, denn das Fieber unterstützt den Körper beim Bekämpfen der Viren. Darüber hin­aus heißt die beste Therapie immer noch: Schonung und Bettruhe.

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