Grillsaison Meldung

Die Grillsaison hat begonnen. test.de gibt Tipps für gesunde Grillmahlzeiten und sagt, wie Sie unnötigen Streit mit den Nachbarn vermeiden.

Holzkohle oder Elektro

Die Wahl des Grills ist Geschmackssache: Gas- oder Elektrogrills sind schnell angeheizt und halten die richtige Temperatur so lange es gewünscht wird. Zudem produzieren sie weniger Rauch, da sie keine offene Flamme haben. Allerdings muss bei Elektrogrills eine Steckdose in der Nähe sein. Das macht sie für ein Grillfest auf der Wiese eher ungeeignet. Viele Grillfans schwören auf Holzkohlegeräte. Diese haben aber eine längere Anheizzeit. Je nach Grill kann es fast eine Stunde dauern, bis sich die Holzkohle mit einer feinen weißen Ascheschicht überzogen hat. Erst dann dürfen Fleisch und Gemüse auf den Rost.
Tipp: Mit welchen Grillgeräten Sie bestens ausgerüstet sind zeigt der Test Grillgeräte aus test 06/2008

Vorsicht Fett

Tropfen Fett, Fleischsaft oder Marinade auf die Glut und verbrennen dort, entstehen krebserregende Stoffe. Diese so genannten Benzpyrene steigen mit dem Rauch auf und können sich am Grillgut ablagern. Wer dies vermeiden möchte, sollte Fettauffangschalen aus Aluminium benutzen. Besonders fettes Fleisch oder in Öl marinierte Lebensmittel können zuerst in Alufolie garen und nur zum Schluss kurz auf dem offenen Rost nachgegrillt werden. Für viele ein Leckerbissen sind die gebräunten Fettkrusten am Fleisch. Doch Vorsicht: Diese enthalten besonders hohe Benzpyrenmengen. Daher sollten Grillfans möglichst auf das Einpinseln von Fleisch und Co. mit Bier oder Marinade verzichten. Dies fördert nämlich die Krustenbildung. Wer darauf nicht verzichten kann, sollte mariniertes Fleisch zumindest abtupfen, bevor es auf den Rost kommt. Schwarz verkohlte Stellen - egal ob an gegrilltem Fleisch, Gemüse oder Brot - sollte generell niemand essen.

Kein gepökeltes Fleisch

Nicht auf den Grill gehören gepökelte Fleischwaren wie Kasseler, Räucherspeck und Bockwürste. Sie enthalten Nitritpökelsalz. Dadurch bilden sich bei hohen Temperaturen Nitrosamine, die Krebs erzeugen können.

Gesundes Grillzeug

Grillmahlzeiten sind meist recht reichhaltig: Eine Portion bringt schnell zu viele Kalorien auf den Tisch. Es muss aber nicht immer fettes Fleisch, Kartoffelsalat mit viel Mayonnaise oder fettreiche Kräuterbutter auf das Grillbuffett kommen. Auch magere Fleischsorten, Fisch und Gemüse schmecken gegrillt sehr gut. Kartoffelsalat lässt sich ebenfalls fettarm zubereiten. test.de hat eine Übersicht mit leckeren Rezepten zusammengestellt. Darunter sind einige, die sich für das Grillfest eignen. Weitere Tipps finden Sie im Special Gesunde Ernährung sowie im Test Grillfleisch aus test 07/2008

Kein Streit mit dem Nachbarn

Gelegentliches Grillen auf der Terrasse, im Garten oder auf dem Balkon ist erlaubt. Aber nur, wenn die Nachbarn nicht unzumutbar belästigt werden. Zumindest sehen die meisten Gerichte dies so, beispielsweise das Landgericht Stuttgart, (Az. 10 T 359/96). Wer grillt, muss aber sicherstellen, dass kein dichter Qualm in die Wohnung der Nachbarn zieht. Ständiges Grillen ist allerdings nicht erlaubt. Laut Amtsgericht Bonn darf in Mehrfamilienhäusern nur einmal im Monat gegrillt werden. Die Nachbarn sollten aber zwei Tage vorher informiert werden (Az. 6 C 545/96). Ab 22 Uhr sollte die Lautstärke gedrosselt werden.
Tipp: Sie sollten in jedem Fall vorher mit ihren Nachbarn sprechen. Denn die Richter entscheiden nicht einheitlich: Nach Ansicht des Amtsgerichts Essen kann das Grillen auf dem Balkon per Mietvertrag generell verboten werden, egal ob mit Holzkohle- oder Elektrogrill. Wer sich nicht daran hält, kann fristlos gekündigt werden (Az. 10 S 438/01). Ähnlich sah es das OLG Zweibrücken: Die Wohnungseigentümerversammlung kann durch Mehrheitsbeschluss das Grillen auf Terrassen, Balkonen und Rasenflächen untersagen (Az. 3 W 50/93).

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