Grills für Kohle und Gas Test

Zum Sommer gehören Grill­abende mit leckerem Essen, Freunden und guter Laune. Was feuert besser – Kohle oder Gas? test zeigt die heißesten Grills.

Zur Vorspeise kommt geba­ckener Ziegenkäse mit frischen Feigen vom Grill. Den Zwischengang bestreiten gefüllte Champignons und Zucchini. Zum Haupt­gang serviert der Gast­geber knusp­rig-braunes, innen rosa­farbenes Rinder­steak mit Grill­kartoffeln. Und zum Dessert eine Eisbombe – ebenfalls vom Grill. Nebenbei unterhält er sich nett, genießt die lockere Atmosphäre, ganz ohne Stress.

Für solche kulinarischen und gast­geberischen Meister­leistungen braucht niemand einen Sternekoch zu engagieren. Mit etwas Übung, Zeit und geeignetem Grill schafft das jeder. Gute Grills gibt es sowohl für Holz­kohle als auch für Gasbefeuerung. Im Test schneiden gleich sieben der zwölf Grills gut ab, der Rest befriedigend. Wir haben Grills für Partys mit acht bis zehn Personen geprüft: von der einfachen Holz­kohlewanne über geschlossene Kugeln bis zum 800 Euro teuren Gasgrill­wagen. Welcher Typ der richtige ist, hängt davon ab, wie und was sein Besitzer auf den Rost legt.

Aufheizen braucht viel Zeit und Kohle

In der Hand­habung unterscheiden sich die Systeme deutlich. Gasgrills zünden auf Knopf­druck und erreichen meist nach 10 bis 15 Minuten Grill­temperatur. Kohlegrills dagegen brauchen naturgemäß länger, bis die Holz­kohle mit einer weißen Asche­schicht über­zogen und einsatz­bereit ist.

Wer sich an die Gebrauchs­anleitungen hält, bleibt mitunter hung­rig. Barbecook empfiehlt 15 Minuten Aufheiz­zeit. Nach dieser Zeit ist erst gut ein Viertel der Fläche heißer als 200 Grad Celsius. Die Kohlewannen von Dancook und Land­mann heizen eine halbe Stunde oder länger auf und erreichen dann trotzdem nicht über­all Grill­temperatur. Hintergrund: Die empfohlene Kohlemenge füllt die Wannen nicht aus. Im Extremfall kommt die Wurst an einem Ende blass vom Grill. Thüros und Weber empfehlen noch weniger Kohle: 750 und 850 Gramm. Mit diesen Häuflein hielt die Glut lediglich 30 bis 40 Minuten.

Daher haben wir die Grills auch mit 75 Prozent der Kohlemenge aufgeheizt, die maximal hinein­passt. Das ist die Ober­grenze, die die Sicher­heits­norm erlaubt. Zwischen 1 450 und 2 500 Gramm füllten wir ein. Ergebnis: Mit dieser Portion heizt bei fast allen Grills der komplette Rost über 200 Grad. Außerdem hält die Hitze länger.

Einzig für den Grill von Outdoorchef gilt diese Regel nicht. 75 Prozent seiner maximalen Füll­menge sind 750 Gramm – weniger als in der Anleitung empfohlen. Seine Besonderheit: Er lässt sich nur auf einer Seite mit Kohle befüllen. Der kohlefreie Teil dient angeblich für indirektes Grillen. Im Test reichte die Temperatur dort höchs­tens zum Warmhalten. Auf die Hälfte für direktes Grillen passten nur elf Bratwürste.

Grills für Kohle und Gas Test

Gas heizt gleich­mäßig und heiß

Lauwarme Würst­chen kennen Gasgrills nicht. Sie brennen etliche Stunden mit beein­druckenden Temperaturen: Der Barbecook schafft mit voller Leistung mehr als 500 Grad Celsius. Das wäre heiß genug, um sämtliches Grill­gut in Asche zu verwandeln. Hier braucht es wirk­same Regler. Doch außer Weber heizen alle Gasgrills bei mitt­lerer Reglerstellung fast unver­mindert weiter. Erst bei nied­rigster Stellung sinken die Temperaturen. Besonders die Regler des Campingaz erweisen sich als Placebos: Zwischen höchster und nied­rigster Stellung liegen gerade 34 Grad Celsius. Ausweg: einen Brenner ausschalten oder die Haube öffnen.

Haupt­sache mit Deckel

Geschlossene Grills mit Haube sind Voraus­setzung, wenn der Griller seine Gäste mit einem vielseitigen Genießermenü verwöhnen möchte. In ihnen lässt sich nahezu alles zubereiten, was bisher bestenfalls im Back­ofen funk­tionierte: Pizza und Brot können ebenso vom Rost kommen wie Gemüse, Früchte und Desserts.

Unterm Deckel verteilt sich die Hitze gleich­mäßig im gesamten Garraum – ähnlich wie in einem Back­ofen. Gleich­mäßige Hitze gestattet nied­rigere Temperaturen als beim Garen ohne Deckel. Das verlängert zwar die Garzeit, doch auf diese Weise gelingen selbst dicke Lamm­keulen oder Weihnachts­gänse und bleiben saftig.

Geschlossene Geräte eignen sich auch besser für indirektes Grillen; dabei liegt das Grill­gut abseits von der Kohle oder vom Gasbrenner. So tropft kein Fett in die Glut oder die Flammen.

Wenn nur die Freund­schaft zählt

Grills für Kohle und Gas Test

Rinder­steak. Es braucht 4 bis 6 Minuten direkte, dann indirekte Hitze.

Reichen zum Beisammensein Würste, Nacken­steaks und Blicke in den Sternenhimmel, genügt ein einfacher Holz­kohlegrill: Kohle rein, anzünden, warten. Das Fleisch liegt meist direkt über der Glut und muss permanent gewendet werden, damit es nicht anbrennt. Fett und Marinade tropfen munter auf die Kohlen. Dicke Braten sind hier fehl am Platz. Sie würden beim deckellosen Grillen entweder verbrennen oder innen roh bleiben. Doch diese Nachteile spielen keine Rolle, wenn beim Grillen Gesel­ligkeit im Vordergrund steht. Und in einem Punkt sind Kohlegrills sowieso unüber­troffen: Sie geben beim direkten Grillen die typische Holz­kohlenote, beim indirekten Grillen gerät diese schwächer.

Was vom Grillen übrig bleibt

Nach dem Grillen bleibt das Reinigen. Für Besitzer eines Gasgrills bedeutet das: Roste schrubben, Wärmeverteilerbleche und Fett­auffang­schalen abspülen. Praktisch: Fettige Teile des Campingaz dürfen in den Geschirr­spüler.

Kohlegriller müssen zusätzlich die Asche entsorgen. Beim Outdoorchef, Thüros und Weber fällt sie in einen Behälter, der sich bequem zum Müll tragen lässt. Der Aschetopf des Barbecook lässt sich nur mit großer Kraft abnehmen. Es besteht die Gefahr, dabei den Inhalt zu verschütten.

Die meisten Grills können getrost im Garten oder auf der Terrasse stehen. Wind und Wetter schaden ihnen kaum. Nur der aus Edelstahl gefertigte Thüros zeigt Rost­flecken am Kohlegitter und Aschebehälter.

Der Gasgrill von Land­mann sollte an Ort und Stelle stehenbleiben. Die Aufhängungen seiner Lenk­rollen sind schwach. Sie haben sich beim Rollen bereits auf kurzen Stre­cken verbogen. Trotzdem lässt sich der Grill weiterhin rollen. Dem Grill­vergnügen mit Freunden tut das keinen Abbruch.

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