Grillfleisch Test

Mhh, wie das duftet. Herzhaft und würzig. In Gärten, von Balkonen, aus so vielen Ecken strömt am Abend dieser herrliche Duft. Grillsaison. Die Stiftung Warentest hat 23 fertig marinierte Schweinenackensteaks und eingelegtes Geflügelfleisch getestet. test.de zeigt die besten Produkte.

Schlechte Noten für Geflügel

Gut schnitten die Puten- und Hähnchenfilets im Test nicht ab. „Befriedigend“ ist die Bestnote beim marinierten Geflügelfleisch. Drei Produkte bekamen von den Prüfern sogar nur „mangelhaft“. Die Hähnchenbrustfilets von Matthies und Friki sowie die Puten-Schnitzel von Heidemark. Die Filets von Matthies sind nicht zu empfehlen. Kein Wunder. Sie enthielten viele Keime und rochen im Kern nicht mehr frisch. Die Friki Hähnchenbrustfilets rochen sogar dumpf und muffig. Auf den Puten-Schnitzel von Heidemark fehlte der Hinweis, Geflügel immer durchzugaren, um eventuelle Salmonellen abzutöten. Auch wurde das Produkt mit frisch ausgelobt, obwohl es gepökelt und mariniert ist.

Mehr Qualität beim Schweinefleisch

Besser sieht es bei den 14 getesteten Schweinenackensteaks aus. Sechs der abgepackten Produkte im Test bekamen ein „gut“. Darunter das Purland Mexico Steak von Kaufland, die Hals-Steaks in Westernmarinade von Wolf sowie die Schweinenackensteaks von Heinz Wille. Auch das einzige Bioprodukt im Test von Chiemgauer Naturfleisch schnitt „gut“ ab. Mit einem Kilopreis von 20,90 Euro kostet es jedoch das vierfache der anderen Produkte. Aussehen, Geruch und Geschmack allein brachten die Tester jedoch nicht dazu, Bestnoten zu verteilen. Neben gleichmäßigem Zuschnitt der Scheiben prüften die Experten auch die mikrobiologische Qualität sowie die Verpackung und die Kennzeichnung.

Riecht im Kern nicht mehr frisch

Auch beim Schweinefleisch überzeugten nicht alle Produkte. Das Steak Mexico von Netto und die marinierten Schweinenackensteaks von Eycklert & Malt schnitten nur mit „ausreichend“ ab. Damit bilden sie das Schlusslicht im Test der marinierten Schweinenackensteaks. Schon vor der Zubereitung roch das Fleisch im Kern nicht mehr frisch. Nach dem Grillen schmeckte das Fett leicht alt. Auch die mikrobiologische Qualität ist nur „ausreichend“. Das bedeutet: Die Tester fanden am letzten Tag der Mindesthaltbarkeit schon viele Keime.

Fett als Geschmacksträger

Wer fettarm grillen möchte, der sollte Hähnchen oder Pute wählen. Das marinierte Geflügelfleisch im Test enthielt maximal fünf Prozent Fett pro 100 Gramm. Beim Schweinenacken sind es oft 15 bis 20 Prozent. Als Geschmacksträger macht Fett das Fleisch aromatisch und saftiger. Geflügel ist zwar kalorienarm, aber vergleichsweise trockener.

Mindeshaltbarkeit- und Verbrauchsdatum

Wie lange das eingeschweißte Fleisch haltbar ist, legt der Hersteller fest. Im Test waren es 7 bis 18 Tage. Lebensmittel mit einem Verbrauchsdatum dürfen nach Ablauf nicht mehr verkauft werden. Und sie sollten auch nicht mehr gegessen werden. Möglicherweise sind sie dann bereits verdorben. Generell gilt, leicht Verderbliches wie Fleisch so schnell wie möglich verzehren.

Geflügel auch gepökelt

Wird Gepökeltes gegrillt, können krebserzeugende Nitrosamine entstehen. Beim getesteten Fleisch gibt es Entwarnung. Nitrat und Nitrit, die beim Erhitzen Nitrosamine bilden können, waren nur in geringen Mengen vorhanden. Nitritpökelsalz soll Fleisch haltbarer und saftiger machen. Manchmal wird es aber auch leicht wässrig, wie die Hähnchenbruststeaks von Netto. Pökeln ändert auch die Fleischstruktur, weniger Biss ist die Folge. Und wer ahnt schon, dass Geflügelfleisch zum Grillen oft auch gepökelt ist. Während bei Aldi, Emsland und Heidemark der Hinweis auf den ersten Blick zu erkennen ist, findet ihn bei Friki und Netto nur, wer auch auf dem Bodenetikett der Verpackung guckt.

Marinade mit vielen Zusatzstoffen

Eine Packung mariniertes Grillfleisch enthält meist 80 bis 90 Prozent Fleisch, der Rest ist Marinade. Diese enthält laut den Zusatzlisten oft Emulgatoren, Stärke, Stabilisatoren, Aromastoffe, Geschmacksverstärker, färbende Stoffe oder Säuerungsmittel. Ohne Aromen und Geschmacksverstärker kommen laut Deklaration nur drei Produkte aus. Die Hähnchensteaks von Netto, die Nackensteaks von Heinz Wille und das Chiemgauer Naturfleisch. Alternative: frisches Fleisch vom Fleischer kaufen und mit Gewürzen selbst einlegen. Egal ob eingeschweißt oder frisch gekauft, der Grill kann angefeuert werden.

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