Grill­anzünder So ist der Kohlegrill schnell start­klar: 12 heiße Tipps

Grill­anzünder - So ist der Kohlegrill schnell start­klar: 12 heiße Tipps
Grill­glut. Mit einem Kamin­anzünder glüht vor allem Holz­kohle schneller durch. © mauritius images / Pitopia / pupia

Von Kamin bis Holz­wolle – die Auswahl der Grill­anzünder ist riesig. Mit unseren Tipps heizen Sie schnell, sauber und sicher an. Plus: Kostenloser Test von 28 Anzündern.

Inhalt

Vielfalt in Sachen Grill­anzünder

Bei Grill­anzündern den Über­blick zu behalten, ist nicht einfach: Es gibt zum Beispiel Holz­anzünder, Holz­wolle, flüssige Grill­anzünder in der Öko-Variante oder mit Paraffin und Kamin­anzünder. Doch wie zündet man Holz­kohle und Briketts am besten an und welche Grill­anzünder sollte man nicht verwenden? Wir geben einen Über­blick.

1. Holz­kohle für schnelles Grillen, Briketts für Grill­partys

Soll es schnell gehen, sollten Sie ihren Kohlegrill mit Holz­kohlen befeuern. Sie entflammen schnell und brennen mit hohen Temperaturen. Allerdings glühen sie nicht so lange wie Briketts. Die brennen gleich­mäßig und können die Hitze über Stunden halten. So sind Briketts bestens für lange Grill­abende und größere Mengen Grill­gut geeignet – lassen sich aber deutlich schwerer entzünden. Auch mit vielen Grill­anzündern sind die Briketts erst nach einer Stunde grill­bereit.

2. Vorteile kombinieren: Holz­kohle und Briketts nutzen

Wenn Sie einen Mittelweg wollen, können Sie beide Kohlearten im Grill kombinieren. Die Holz­kohlen entzünden die Briketts, die Briketts halten die Hitze dann deutliche länger als eine reine Holz­kohleglut

3. Auf nach­haltige Holz­quellen setzen

Den Grund­stein für ein Grill­vergnügen ohne schlechtes Gewissen legt der Kauf der Holz­kohle. Denn immer noch landet Tropen­holz aus Raubbau in Grill­kohle, das stellte die Stiftung Warentest in einem Test von Holzkohle fest. Um diese zu meiden, sollten Sie nur Kohle oder Briketts kaufen, bei denen Holz­art und -herkunft angegeben sind oder die mit einem Siegel versehen sind. Beispiels­weise FSC, Natur­land oder PEFC. Schneller wird die Grill­wurst mit ihnen nicht gar – aber nach­haltiger.

4. Finger weg von Spiritus oder Benzin

Brand­beschleuniger wie Spiritus oder Benzin haben auf dem Grill nichts verloren. Sie verdampfen bereits bei nied­rigen Temperaturen und bilden ein explosives Gas-Luft-Gemisch. So können sie meter­hoch verpuffen und Ihre Grill­gäste ernst­haft verletzen. Es gibt etliche Anzünder, die sicherer sind.

5. Kinder­sicher Grillen ohne Paraffin-Flüssi­ganz­ünder

Flüssige Grill­anzünder mit Paraffin sind ein Klassiker, aber für Kinder gefähr­lich. Paraffin kann beim Verschlu­cken „kriechen“ und so eine chemische Lungen­entzündung verursachen – deshalb Flaschen sofort nach Gebrauch verschließen und für Kinder unerreich­bar wegstellen. Bei plötzlichem Husten kleiner Kinder unbe­dingt aufmerk­sam werden und das Gift­informations­zentrum anrufen. Wir raten: Beim Grillen mit Kindern auf Paraffin-Anzünder verzichten. Eine Alternative sind flüssige Anzünder auf Basis von Pflanzen­ölen wie Methylester oder Glykolether. In ihrer Glut­bildung stehen sie Flüssi­ganz­ündern mit Paraffin in nichts nach: In 30 Minuten ist Holz­kohle mit ihnen durch­geglüht, zur schnel­leren Brikett-Glut verhelfen beide nicht. Aber: Anders als die Paraffin-Variante verbrennen Öko-Anzünder Sie in der Regel aber qualm­frei und geruchs­arm. Auch sie unerreich­bar für Kinder aufbewahren.

6. Paraffinwürfel und -cremes heizen nur Holz­kohle ein

Paraf­finanzünder gibt es auch zu Würfeln gepresst oder als Cremes – mit ihnen ist die Holz­kohle-Glut in etwa 30 bis 40 Minuten grill­bereit, Briketts in etwa einer Stunde. Paraffin­cremes und -gels stinken und rußen beim Verbrennen tendenziell weniger stark als die gepressten Würfel. In puncto Sicherheit ist das Risiko des Verschlu­ckens bei den gepressten Paraffinwürfeln kleiner als bei den flüssigen Anzündern, aber auch sie können für Lebens­mittel gehalten werden. Auch für die gepressten Würfel gibt es eine kinder­sichere Alternative.

Grillen wie ein Profi: Alle Infos der Stiftung Warentest

Kostenloses Test-PDF.
Unseren Test von 28 Grill­anzündern können Sie kostenlos als PDF abrufen. Aus dem Jahr 2013 ist der Grill­anzünder Test der Stiftung Warentest nicht mehr der jüngste, viele der getesteten Produkte sind aber noch erhältlich. Geprüft wurden unter anderem Kamine, Holz­wolle, Holz-Wachs­anzünder und elektrische Grill­anzünder.
Fragen und Antworten rund ums Grillen.
Wie gelingen, Fleisch, Wurst und vegetarische Leckereien auf dem Grill optimal und ohne Schad­stoffe? Was sind die richtigen Grill­techniken? Was ist recht­lich beim Grillen erlaubt - und was nicht? Im kostenlosen FAQ Grillen beant­wortet die Stiftung Warentest diese Fragen.

7. Alternative: Gepresste Holz-Wachs­anzünder wählen

Gepresste Holz-Wachs­würfel sind günstig und können Paraffin-Würfel ersetzen. Sie lassen sich meist einfach abbrechen, dosieren, entzünden und verbrennen nahezu ruß- und geruchs­frei. Anders: Holz­wollen zum Grill­anzünden. Beim Kohle­aufschütten ist Geschick gefragt, damit sie nicht erlöschen und stark qualmen. Bis die Holz­kohle durch­geglüht ist, mindestens 40 Minuten einplanen. Bei Briketts dauert es noch länger.

8. Luft­zug im Anzündkamin zu Nutze machen

Mit einem Fest­anzünder kombiniert, verkürzen Kamine die Warte­zeit bis zur perfekten Glut: Oben mit Kohlen gefüllt, unten mit Fest­anzündern entfacht, glüht der Kamin­zug die Kohlen schnell durch. Besonders gut geht das bei Modellen mit Seiten­löchern und Innengitter. Briketts sind geeignet, da Luft gut vorbeiströmen kann. Schwierig wird es bei klein­teiliger Holz­kohle. Vorsicht beim Ausschütten der Glut in den Grill: Glut­stücke können daneben­fallen, Funken fliegen, die Griffe sehr heiß werden – unbe­dingt Grill- oder Ofen­hand­schuhe verwenden.

9. Express-Grillen mit Heiß­luft­fön

Oder Sie machen selbst ordentlich Wind: Schneller als mit einem Heiß­luft­fön wird Holz­kohle nicht grill­fertig, auch Briketts glühen vergleichs­weise schnell durch. Mit heißer Luft entzündet er die Kohlen, mit kalter Luft schürt er die Glut. Die Kehr­seite: Dabei werden Asche, beißender Rauch und Funken aufgewirbelt. Bei großer Trockenheit im Garten oder gar bei Wald­brandgefahr ist der Einsatz eines Föns verzichten. Wenn sie einen entspannten Grill­abend wollen auch. Denn das Gesause des Föns nervt mitunter die Nach­barschaft und Grill­gäste.

10. Nichts für Puristen: Sprays und elektrische Anzünder

Für Grill­puristen eher gewöhnungs­bedürftig: Elektrische Grill­anzünder. Mit Strom beheizte Gabeln oder -spiralen werden in die Kohlen geschoben und entzünden sie rußfrei und geruchlos. Schneller als mit einem einfachen Kamin geht es mit solchen Geräten nicht. Elektro-Grill­anzünder nach seinem Einsatz sicher wegstellen und abkühlen lassen. Schneller, aber mit Verpackungs­müll verbunden: Anzünd­sprays. Sie glühen Holz­kohlen schnell durch und beschleunigen sogar das Glühen von Briketts etwas – und das geruchs­arm und rußfrei. Die Spraydose stellt aber eine aufwendige Verpackung dar ­– wer nach­haltig grillen will, sollte nur zum Spray greifen, wenn die hung­rige Meute partout nicht auf die Grill­wurst warten will.

11. Anzünder verbrennen lassen, dann erst auflegen

Wenn Sie zu einem chemischen Grill­anzünder greifen, warten Sie, bis dieser voll­ständig verbrannt und das Glutbett mit einer dünnen, weißen Asche­schicht über­zogen ist. Packen sie Wurst, Gemüse und Co zu früh auf den Grill, können Schad­stoffe im Dampf den Grill­genuss trüben.

Wie Sie mit der richtigen Technik grillen und Schad­stoffe vermeiden können, beant­worten die Grill-Fachleute der Stiftung Warentest im kostenlosen FAQ Grillen.

12. Ganz Ungeduldige: Auf Gas oder Elektro umsteigen!

Wenn bei Ihnen der schnelle Grill­genuss im Vordergrund steht und Sie auch mal ohne großen (Zeit)Aufwand grillen wollen, sollten Sie auf einen Gas- oder Elektrogrill umsteigen. Bei den Gasgrills in unserem Test hatte die Grill­platte nach spätestens 11 Minuten eine Temperatur von 250 Grad erreicht. Die Elektrogrills im Test waren noch schneller grill­bereit. Davon können Menschen mit Kohlegrill nur träumen – sie müssen deutlich länger warten. Dafür wird ihre Geduld mit echten Raucharomen belohnt.

Ein Genuss: Perfekte Gemüsespieße und Marinaden

Unsere Grill-Profis haben für Sie einfache Rezepte zusammen­gestellt für 9 Marinaden, die Fisch und Fleisch verfeinern. Außerdem geben wir 9 Tipps, wie perfekte Gemüsespieße auf dem Grill gelingen – das geduldige Warten auf die Glut muss sich ja lohnen!

Dieses Thema haben wir im Juli 2021 über­arbeitet. Nutzer­kommentare können sich auf eine ältere Fassung beziehen.

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5 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild Stiftung_Warentest am 07.05.2013 um 10:02 Uhr
Anzündspray

@M.Dingens: Das Startfire Anzündspray findet sich als letztes in der Tabelle auf S. 71. (BE)

juergi71 am 05.05.2013 um 10:57 Uhr
Gibt nichts besseres als Kamin !!

Ich kann raini19 nur beistimmen: Ich verwende ebenfalls seit Jahren den Weber Grillkamin und ich muss sagen, es gibt nichts stressfreieres, sauberes und sicheres als diese Art des Grill anzündens!
Kohle in den Kamin, Bioanzünder drunter und dann ca. 15 Minuten warten, das wars (reicht genau für ein Fläschchen Bier für den Grillmeister ;) ). Es rußt und stinkt nichts und anschließend sind die Kohlen richtig schön durchgeglüht. Funktioniert übrigens auch bei Sturm ;)
Da halte ich die diversen Chemiefläschen übrigens für viel gefährlicher, wenn man damit unvorsichtig herumspritzt und es in die Flammen spritzt.

reini19 am 05.05.2013 um 10:21 Uhr
Kamin zu unsicher??

Ich verwende seit Jahren Kaminanzünder. Angefangen mit der 6,- € Baumarktqualität bis zum Edelstahl Weber-Kamin. (Warum wurde der nicht getestet?)
Die Billigkamine haben Holzgriffe und rosten recht schnell. Die Edelvariante hat Plastikgriffe und hält länger. Aber zu unsicher sind beide nicht.
Um sich da zu verbrennen muss man schon statt dem Griff den Kamin direkt anfassen. Und wer macht das?

M.Dingens am 04.05.2013 um 12:22 Uhr

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M.Dingens am 04.05.2013 um 12:22 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.