Griechenland-Krise Meldung

Jedes Mal, wenn Griechenland einen Schritt näher an die Pleite rückt, fällt der Euro gegenüber dem Dollar. Sieht es so aus, als ob die Rettung doch noch klappt, steigt er wieder. Das Hin und Her zerrt an den Nerven vieler Anleger. Einige fragten bei unserem Leserservice nach, ob sie ihre Euro besser in anderen Währungen in Sicherheit bringen sollen, beispielsweise in Schweizer Franken oder Norwegische Kronen. test.de sagt, warum die Idee nicht ohne Risiko ist.

Euroland ist nicht Frankenland

Griechenland-Krise Meldung

Wer sein Geld in Schweizer Franken, Norwegische Kronen oder eine andere Währung tauscht, legt sein Geld nicht sicher an, sondern spekuliert. Steigt der Schweizer Franken gegenüber dem Euro, macht er einen Gewinn, fällt er, gibt es Verlust. Dasselbe gilt für die Norwegische Kronen, den amerikanischen Dollar und alle anderen fremden Währungen mit freien Wechselkursen. Für hiesige Anleger, die ihr Geld in Euro verdienen und ausgeben, spielt es zunächst keine Rolle, ob der Euro einen hohen oder niedrigen Außenwert hat. Für sie ist der Binnenwert entscheidend, das, was sie innerhalb von Euroland mit ihrem Geld einkaufen können. Wer Urlaub außerhalb von Euroland macht oder auswandern will, für den ist der Außenwert des Euro von Bedeutung.

Problem Inflation

Auf mittlere Sicht kann ein schwacher Euro hiesigen Anlegern aber dennoch Probleme bringen, Stichwort importierte Inflation. Waren, die wir Deutschen aus dem Ausland importieren, werden umso teurer, je schwächer der Euro beispielsweise gegenüber dem Dollar ist. Das gilt vor allem für die Importe von Erdöl und Erdgas. Steigen die Energiekosten, steigen hierzulande viele Preise. Das wiederum bedeutet, dass man mit seinen Euro doch nicht mehr so viel kaufen kann. Aber dagegen kann sich der Anleger mit Schweizer Franken oder Norwegischen Kronen auch nicht schützen. Umgekehrt hilft ein schwacher Euro aber der deutschen Exportwirtschaft.

Das Timing entscheidet

Ob sich die Wette auf eine andere Währung auszahlt, hängt entscheidend vom Timing ab. Der Schweizer Franken zum Beispiel ist im vergangenen Jahr bereits um mehr als 20 Prozent gestiegen ( siehe Grafik oben). In der Grafik zeigt sich das an einer fallenden Kurve. Das liegt daran, dass der Preis für einen Euro angegeben wird. Vor einem Jahr gab es für 1 Euro noch 1,51 Franken, jetzt nur noch 1,21 Franken. Das heißt im Umkehrschluss: Der Franken ist jetzt mehr wert, weil man für einen Euro weniger Franken hinlegen muss. Auch die norwegische Krone ist gestiegen, und zwar um 12 Prozent. Wenn die Probleme in Euroland noch lange anhalten oder sogar schlimmer werden, kann es durchaus sein, dass beide Währungen weiter steigen. Doch das ist, wie gesagt, Spekulation. Genauso gut kann es eine Gegenbewegung geben. Auf längere Sicht folgen Währungen in der Regel keinen klaren Trends. Im Gegenteil: Meistens nähern sich die Wechselkurse über kurz oder lang wieder einander an.

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