Griechenland-Krise Meldung

Die Krise um Griechen­land spitzt sich zu. Inzwischen haben die Rating­agenturen auch die Kredit­würdigkeit von Portugal und Spanien gesenkt. Beobachter fürchten, dass bald auch Italien von der Pleite­panik angesteckt werden könnte. Anleger, die ihr Geld in Renten­fonds Euro gesteckt haben, müssen sich nicht sorgen – voraus­gesetzt, die Fonds haben das Geld breit gestreut. Problematischer sind Index­fonds mit Schwer­punkt Süd­europa. test.de gibt Tipps für Anleger.

Griechen auf Finanzhilfe angewiesen

Die Kurse griechischer Anleihen sind in dieser Woche stark gefallen. Der Renditeaufschlag ist seit Februar von gut 3 Prozent gegenüber Bundesanleihen auf über 8 Prozent gestiegen. De facto bedeutet das, dass Griechenland kein Geld mehr am Kapitalmarkt aufnehmen kann, weil es zu teuer ist. Die Griechen sind deshalb auf die Hilfe der anderen Euroländer und des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen. Das Schuldendesaster drückt sich auch in den Bonitätsnoten aus. Die Ratingagentur Standard & Poors hat Griechenland auf BB+ herabgestuft. Damit sind griechische Anleihen jetzt Ramschpapiere. Auch Portugal ist betroffen. Das Land hat jetzt eine Bonitätsnote von A-. Spanien und Italien wurden bislang nicht herabgestuft.

Gute Mischung wichtig

Viele Anleger, die Rentenfonds Euro als Sicherheitsbaustein in ihrem Fondsdepot haben, sind verunsichert. Sie fürchten, dass sie mit ihrer sicher geglaubten Anlage nun Verluste machen. Diese Sorge ist nur teilweise begründet. Stimmt die Mischung, sind Rentenfonds Euro als Basisanlage für gut strukturierte Fondsdepots weiterhin geeignet. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass die Fonds vorübergehend Kursverluste erleiden. Doch Verluste waren auch schon vor der Schuldenkrise möglich. Steigende Zinsen am Kapitalmarkt oder eine schlechte Konjunktur machen den Rentenfonds, die außer Staats- auch Unternehmensanleihen halten, immer zu schaffen. Ihren Sicherheitscharakter entfalten Rentenfonds Euro daher auch nicht auf kurze Zeit, sondern vor allem dann, wenn Anleger sie mehrere Jahre halten. Finanztest empfiehlt einen Anlagehorizont von mindestens drei, besser noch fünf Jahren.

Gefahr für Renten-Indexfonds

Der Vorteil von aktiv gemanagten Rentenfonds Euro: Die Manager können auf die aktuelle Lage schnell reagieren. Sind es gute Manager, dann haben sie die Reißleine schon längst gezogen und das Geld der Anleger in sichere Häfen gebracht. Rentenindexfonds dagegen bilden einen Index ab, der – einmal konstruiert – so schnell nicht verändert wird. Hier kann es gefährlich werden. Anleger, die Rentenindexfonds gekauft haben, sollten deshalb die Zusammensetzung ihres Index überprüfen. Liegt der Anteil der so genannten PIGS bei mehr als der Hälfte, ist der Fonds als Sicherheitsbaustein in der jetzigen Situation nicht mehr geeignet. PIGS ist Börsenjargon für die Länder Portugal, Italien, Griechenland und Spanien. Wer denkt, dass alles gut geht, kann diese Rentenfonds im Depot lassen. Wer dagegen ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte umschichten und einen Rentenindexfonds kaufen, der sich ausschließlich auf Bundesanleihen bezieht. Das ist zum Beispiel beim ishares eb.rexx Government Germany der Fall. Die Griechenlandanleihen fallen bei der nächsten Anpassung aus den Indizes übrigens heraus. Papiere mit Ramschstatus dürfen dort nämlich nicht gelistet sein. Das ist bei aktiv gemanagten Rentenfonds Euro ähnlich: Sie kaufen normalerweise nur Papiere mit erstklassigen Bonitätsnoten.

Index überprüfen

Im Artikel Die Folgen der Griechenland-Krise aus Finanztest 04/2010 sind die verschiedene Rentenindexfonds und ihre Länderzusammensetzungen dargestellt. Das hilft Anlegern bei der Überprüfung der Rentenindexfonds in ihrem Depot. Sie können zusätzlich auf die Internetseiten der Anbieter gehen, um sich ihren Index genauer anzuschauen, etwa auf:
www.ishares.de,
www.dbxtrackers.de,
www.lyxoretf.de,
www.comstage.de.

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