Greeter Meldung

Touristen in London. Gree­ters wollen klassische Stadt­führer ergänzen.

Greeter zeigen persönlichere Aspekte einer Stadt als professionelle Touristen­führer. Ihre Spaziergänge sind gratis. test.de sagt, was sich hinter der Idee verbirgt, wo es das gibt, und wie man sich als Besucher für eine Greeter-Tour anmelden kann.

Big Apple Greeter

Im Jahr 1992 galt New York als gefähr­lich und rau. Einige Bewohner nahmen sich vor, gegen diesen Ruf anzu­arbeiten. Sie beschlossen, Besuchern ihre Stadt als vielfältige Metro­pole zu zeigen, vor der man keine Angst zu haben braucht. So entstand das Konzept der Greeter: Einwohner zeigen Gästen die schönen, liebens­werten oder skurrilen Seiten ihrer Stadt. Das Angebot ist kostenlos, auch Trinkgeld wird nicht akzeptiert. Spenden fürs Greeter Netz­werk werden aber gern genommen. Mehr als 300 Begrüßer zeigen heute Besuchern Seiten von New York, die Touristen üblicher­weise verborgen bleiben.

Welt­weites Netz­werk

Greeter Meldung

Die Idee hat interna­tional Nach­ahmer gefunden. 104 Ziele in 24 Ländern umfasst das Global Greeter Network – von Argentinien bis Vietnam. In Frank­reich gibt es mit 33 Städten das umfang­reichste Angebot. In Deutsch­land beteiligen sich Stadt­botschafter in 10 Städten, im kleinen Belgien in 7, in Italien 4. Alle Greeter verpflichten sich, eine Reihe von Regeln und Grund­werten einzuhalten. Sie bieten ihre Spaziergänge kostenlos an und versprechen ihren Besuchern – Einzelnen oder kleinen Gruppen bis höchsten sechs Personen – einen freundlichen Empfang. Diskriminierung, so ein Grund­satz, findet nicht statt. Die natürliche und die soziale Umwelt werden respektiert. Im Vordergrund stehen der kulturelle Austausch zwischen Greeter und Gästen.

Spaziergang ins Ungewisse

Greeter sehen sich nicht als Konkurrenz zur klassischen Stadt­führung, sondern als Ergän­zung. Kataloge oder detaillierte Ankündigungen gibt es meist nicht. Gäste müssen sich über­raschen lassen, was der alternative Führer zeigt und welche Schwer­punkte er setzt.

Tipp: Auf der Website www.globalgreeternetwork.info sind alle Ziele welt­weit verzeichnet und über einen Link erreich­bar. Interes­senten sollten sich früh­zeitig anmelden, für New York beispiels­weise mindestens vier Wochen im Voraus.

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