Vermittler: Seriositätscheck

Grauer Kapitalmarkt Special

Nicht jeder Finanzberater ist ein Finanzfachmann. Dennoch kann jeder in Deutschland ein Gewerbe als Finanzberater anmelden – auch ohne entsprechende Ausbildung. Vor allem die großen Allfinanzfirmen beschäftigen in Deutschland häufig schlecht qualifizierte Wirtschaftsberater. Dabei verkaufen diese Firmen Aktienfonds, Bausparverträge und Versicherungen ebenso wie Immobilien und Unternehmensbeteiligungen – Produkte, bei denen ein hoher Beratungsbedarf besteht.

Ausbildung im Schnelldurchlauf

Zum Teil werden neue Vermittler, die bis dahin nichts mit Finanzdienstleistungen zu tun hatten, in Schnellkursen ausgebildet. Schon wenig später „beraten“ sie dann zunächst Freunde und Verwandte. Der überwiegende Teil der Berater arbeitet als selbstständiger Handelsvertreter und verdient seinen Lebensunterhalt mit Provisionen. Doch die fließen nur, wenn er Verträge verkauft. Das birgt selbst bei guter Ausbildung die Gefahr, dass sich die Beratung an der Provisionshöhe und nicht am Bedarf des Kunden orientiert.

Checkliste

Doch wie einen schlechten oder gar unseriösen Berater erkennen? Mit der Checkliste der Stiftung Warentest kein Problem.

Tipps

  • Bedarf. Finanzvermittler stellen den ersten Kontakt gern telefonisch her und berufen sich auf die Empfehlung einer Ihrer Bekannten. Vertrauen Sie nicht auf solche Empfehlungen, sondern klären Sie, ob Sie überhaupt Beratungsbedarf haben und ob Sie einen Vertreter bei sich zu Hause empfangen wollen. Wenn nicht, lehnen Sie einen Termin ab.
  • Nein sagen. Fallen Sie nicht auf alternative Fragestellungen nach dem Motto, „passt es Ihnen am Montag- oder Mittwochabend besser?“ herein. Sagen Sie nein, wenn Sie nicht wollen.
  • Prüfen. Falls Sie sich auf eine Beratung einlassen, sollten Sie die Offerten genau prüfen. Unterschreiben Sie Verträge niemals sofort, sondern nehmen Sie sich einige Tage Bedenkzeit.
  • Schriftform. Sichern Sie sich ab, indem Sie sich die wichtigsten Fakten der Anlage (Sicherheit, Rendite, Laufzeit) schriftlich geben lassen. Ein seriöser Berater wird damit keine Probleme haben.
  • Widerruf. Widerrufen Sie den Vertrag per Einschreiben und Rückschein beim Anbieter, wenn Ihnen kurz nach der Unterschrift Bedenken kommen. Im Regelfall beträgt die Widerrufsfrist eine Woche.

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