Die Kosten für das Säubern der Hauswände von Graffiti kann ein Vermieter nur ausnahms­weise auf Mieter umlegen. Und zwar dann, wenn ein Mieter bereits über mehrere Jahre die Kosten für das Abwaschen der Graffiti in der jähr­lichen Betriebs­kosten­abrechnung gezahlt hat. Das hat das Amts­gericht Neukölln entschieden (Az. 6 C 54/16). In einem Fall hatte ein Berliner Vermieter seinem Mieter die Kosten für das Beseitigen der Farb­schmierereien ab 2011 jedes Jahr auf die Betriebs­kosten umge­legt. Der Mieter zahlte vier Abrechnungs­jahre hinter­einander bis 2014 seinen Anteil. Indem er die Umlage vier aufeinander­folgende Jahre unwider­sprochen zahlte, hat er die zusätzlichen Kosten akzeptiert, begründete das Gericht seine Entscheidung. Hätte er sofort bei Einführung der neuen Kosten­art wider­sprochen, hätte er nicht zahlen müssen.

Tipp: Wehren Sie sich als Mieter, wenn Sie für die Beseitigung von Graffiti zahlen sollen, und wider­sprechen Sie sofort schriftlich Ihrem Vermieter.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2 Nutzer finden das hilfreich.