Grab­pflege Wer sich kümmert, wenn sich niemand kümmern kann

Grab­pflege - Wer sich kümmert, wenn sich niemand kümmern kann
In Deutsch­land gibt es etwa 32 Millionen Gräber. Gut 80 Prozent davon, also rund 26 Millionen Gräber, sind mit Pflanzen geschmückt. © Peter Roggenthin

Durch­schnitt­lich 23 Jahre beträgt die Ruhe­zeit auf Friedhöfen. In dieser Zeit muss das Grab gepflegt werden. Wenn Hinterbliebene wegziehen oder zu krank sind, um sich zu kümmern, kann die Grab­pflege durch­aus zur Last werden. Die Stiftung Warentest erklärt, auf welche Angebote Angehörige in diesem Fall zurück­greifen können und welche Rechte und Pflichten mit einem Friedhofs­grab verbunden sind. Außerdem haben wir uns erst­mals Dauer­grab­pflege­verträge angesehen.

Inhalt

Wenn die Grab­pflege zu beschwerlich wird

Viele Angehörige pflegen regel­mäßig ein Grab. Sie fahren an heißen Sommer­tagen zum Friedhof, gießen die Pflanzen auf dem Grab und zupfen regel­mäßig Unkraut oder schneiden Sträucher. Doch auf welche Angebote können Angehörige zurück­greifen, wenn sie sich nicht mehr selbst um die Pflege eines Grabes kümmern können? Sie können dann entweder eine Gärtnerei mit den Arbeiten beauftragen, die sie selbst nicht schaffen, zum Beispiel Gießen oder Pflanzen. Sie können aber auch einen Jahres­grab­pflege­vertrag abschließen.

Das bietet der Grab­pflege-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse.
Die Stiftung Warentest hat Treu­hand­verträge für Dauer­grab­pflege von zehn regionalen Anbietern geprüft. Wir sagen, wie hoch die Abschluss­gebühren sind und ob es Mängel in den Allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB) gibt.
Hintergrund und FAQ.
Wir erklären, was alles zur Grab­pflege dazu­gehört, wer für die Pflege einer Grabstätte zuständig ist und wer die Kosten tragen muss. Außerdem sagen wir, wann sich Grab­pflege­kosten von der Steuer absetzen lassen. Eine Tabelle zeigt, welche Kosten für die Grab­pflege auf Angehörige zukommen können – je nachdem, welche Leistungen man in Anspruch nimmt. Wir nennen Preisbeispiele für Urnengräber sowie Einzel- und Doppelgräber.
Heft­artikel.
Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Heft­artikel aus Finanztest 1/2019.

Jahres­grab­pflege­vertrag: Grab­pflege im Abo

Ein Jahres­grab­pflege­vertrag funk­tioniert wie ein Abonnement: Zu Vertrags­beginn werden die Leistungen mit einer Gärtnerei fest­gelegt, zum Beispiel dreimal im Jahr eine jahres­zeitliche Bepflan­zung sowie regel­mäßige Grab­pflege. Der Vertrag ist häufig unbe­fristet und verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn er nicht frist­gerecht gekündigt wird. Der Auftrag­geber erhält einmal im Jahr eine Rechnung oder zweimal eine Teil­rechnung.

Dauer­grab­pflege­vertrag: Grab­pflege wird im Voraus bezahlt

Die dritte Möglich­keit wäre ein Dauer­grab­pflege­vertrag. Der Auftrag­geber zahlt die Grab­pflege für die gesamte Ruhe­zeit im Voraus. Das Geld wird von einer Treu­hand­gesell­schaft verwaltet. Sie bezahlt regel­mäßig die Friedhofs­gärtnerei. So lässt sich die Grab­pflege auch schon zu Lebzeiten organisieren.

Treu­hand­gesell­schaften für Dauer­grab­pflege im Test

Wer die Pflege eines Grabes für viele Jahre oder sogar Jahr­zehnte verbindlich regeln möchte, braucht einen Dauer­grab­pflege­vertrag. Ihn schließt er mit einer Friedhofs­gärtnerei und einer regionalen Treu­hand­gesell­schaft ab. Die Kosten für die jahre­lange Grab­pflege zahlt er im Voraus an die Treu­hand. Sie verwaltet das Geld und bezahlt regel­mäßig den Gärtner. Die Stiftung Warentest hat erst­mals zehn Verträge solcher Treu­hand­gesell­schaften untersucht. Wir wollten wissen, wie sicher das Geld der Kunden bei solchen Vorkasse-Verträgen ist. Außerdem haben wir ermittelt: Welche Kosten entstehen dem Auftrag­geber beim Abschluss und welche laufend?

Tipp: Wie Sie schon zu Lebzeiten ihre eigene Bestattung regeln und das Geld dafür von einer Treu­hand­gesell­schaft verwalten lassen können, zeigt unser Test Bestattungsvorsorge.

Ratgeber und Leitfaden für Hinterbliebene

Grab­pflege - Wer sich kümmert, wenn sich niemand kümmern kann

Ein Todes­fall inner­halb der Familie oder des engsten Freundes­kreises versetzt Hinterbliebene oft in einen Schock­zustand. Und doch gibt es gerade in der ersten Zeit vieles zu regeln und zu entscheiden. Der Ratgeber Schnelle Hilfe im Trauerfall nimmt Hinterbliebene an die Hand und führt sie durch alles, was jetzt ansteht:

  • Wie organisiere ich Begräbnis und Trauerfeier?
  • Was muss ich als Erbe tun? Wie viel Erbschafts­steuer muss ich zahlen und wann?
  • Was passiert mit den Daten des Verstorbenen im Internet?
  • Wie beantrage ich Witwenrente oder andere Hinterbliebenenrenten? Wie läuft das mit den Auszahlungen aus der Lebens­versicherung?
  • Wie komme ich an die Bank­konten des Verstorbenen, um Rechnungen zu bezahlen?

Alle Themen sind über­sicht­lich aufbereitet, darüber hinaus helfen Check­listen und Muster­schreiben bei allen wichtigen Formalitäten. Dieses Buch ist eine verläss­liche Stütze in einer Zeit, in der man alles andere als Organisatorisches und Finanzielles im Kopf hat.

Mehr zum Thema

  • Bestattungs­recht Wenn es Streit gibt um die Grab­gestaltung

    - Durch­schnitt­lich 23 Jahre müssen sich Angehörige hier­zulande um die Pflege eines Friedhofs­grabs kümmern. So lange beträgt die durch­schnitt­liche Ruhe­zeit der...

  • Steuern nach einem Todes­fall Steuererklärung für Verstorbene

    - Hinterbliebene müssen neben ihrer Trauerbewältigung oft noch eine letzte Steuererklärung für den Verstorbenen machen. Dabei können sie oft mit einer Erstattung rechnen.

  • Bestattung Zu Hause Abschied nehmen

    - Bei einer Aufbahrung zu Hause können Familie und Freunde in vertrauter Umge­bung von einem Verstorbenen Abschied nehmen. Details erklärt Torsten Schmitt von der...

4 Kommentare Diskutieren Sie mit

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hassnainaslam am 07.03.2019 um 11:50 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Schleichwerbung

binDagegen am 26.02.2019 um 00:32 Uhr
eien sehr interessante Alternative !!!

@Eddy62: Ich hoffe doch man hat eine entsprechende Bewertung z.B. auf Google über diesen Scharlatan im Internet veröffentlicht !!!
Eine Beisetzung ist big Bussiness. Reine Beutelschneiderei wie ich aus eigener Erfahrung weiß! Für billige Urnen die im Baumarkt mit Orchideen bestückt 9,99 € kosten, die aussehen wie Tischmülleimer oder Sammeldosen der Kaffeeröstereien werden hier für viele Hundert abgerechnet. Dazu kommen die horrenden Friedhofsgebühren. WOFÜR ??? Nach X Jahren ist dann oftmals plötzlich die Pietät egal und der Verstorbene wird so oder so auf die Grüne Wiese befördert …
Ich kann daher jedem der für Neues offen ist und nicht so sehr den alten Traditionen verpflichtet ist raten, sich über die "Urne mit nach Hause nehmen‎ + Schweiz" zu belesen. Man spart jede Menge Geld, ist nicht der Grabpflege verpflichtet und hat auch noch andere Vorteile. Mehr schreibe ich hier nicht sonst löscht der Admin gleich wieder meinen Beitrag wegen angeblicher Werbung.

gisikapellen am 12.01.2019 um 12:03 Uhr
Es ist nicht alles schlecht.

Unser Friedhofsgärtner arbeitet mit der Rheinischen Treuhandstelle zusammen. Die kommen einmal jährlich, um sich mit dem Friedhofsgärtner gemeinsam alle Gräber anzusehen und zu prüfen, ob alles vertragsgemäß erledigt ist. Wir kommen zu sehr unterschiedlichen Zeiten zum Grab und nicht besonders zu den Geburts-bzw. Todestagen. Es ist immer alles in einem schönen und gepflegten Zustand und wir haben die Freiheit, die Verwandten dann zu besuchen, wenn wir es mögen und nicht weil wir dort dringend „Unkraut zupfen müssen“. Ganz abgesehen davon, finde ich es gut, dass die Verstorbenen zu Lebenszeiten ausgedrückt haben, was sie möchten und das bei der Treuhandstelle hinterlegte Geld niemand verfügen kann (z.B. Heime).

Nancy48 am 09.01.2019 um 10:11 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht.

Hape49 am 07.01.2019 um 18:06 Uhr
Es gibt auch Alternativen

Wer keine Nachkommen hat, beziehungsweise seinen Kindern die Grabpflege nicht zumuten oder zutrauen kann, dem kann ich nur als letzte Ruhestätte den Friedwald empfehlen. Hier regelt alles die Natur beziehungsweise die Friewald - Verwaltung.
Der Vorteil besteht vor allem darin, dass man nicht für etwas bezahlt und die Gegenleistung teilweise oder gar ganz ausbleibt.