Google wirbt mit Nutzer­daten Meldung

Google will künftig mit dem Namen und dem Bild seiner Nutzer Werbung machen. Auf Google+ angegebene Bewertungen oder Kommentare könnten dann in Sucher­gebnissen und Anzeigen erscheinen. test.de erklärt, was das heißt, wer davon betroffen ist – und wie Sie sich davor schützen können, als „Testimonial“ miss­braucht zu werden. Ein Blick in den Account ist sinn­voll: Bei manchen Kunden ist das „Erlaubnis-Häkchen“ schon gesetzt.

Soziale Empfehlungen in Googles Werbung

Die derzeit rund 500 Millionen Nutzer des sozialen Netz­werkes „Google+“ – zum Vergleich: Facebook wird laut eigenen Angaben von über 1 Milliarde Menschen genutzt – müssen zukünftig damit rechnen, dass Google ihre Namen und ihre Profilbilder nutzt, um diese in seine Werbeanzeigen einzubinden. Wer zum Beispiel eine Bar bewertet oder seine Meinung dazu geäußert hat, könnte dann bei entsprechenden Such­anfragen das eigene Profilbild nebst eigenen Zitaten und Bewertungen in Googles Karten­dienst Street View oder in der Umge­bung von Google-Anzeigen wieder­entdecken. „Soziale Empfehlungen“ nennt Google diesen Service und verspricht seinen Nutzern einen Mehr­wert dadurch, dass Sucher­gebnisse mit Meinungs­äußerungen von Freunden aus dem sozialen Netz­werk verknüpft werden. Die neue Regelung soll ab 11. November in Kraft treten.

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Nur Google-Plus-Nutzer betroffen

Von Googles Werbe­vorstoß sind nur aktive Nutzer eines Google-Plus-Accounts betroffen. Nur wer dort seine Meinung zum neuesten Handy oder dem Restaurant um die Ecke abgibt, ist als Werbemaskott­chen für Google interes­sant. Nutzer, die nur einen Google-Mail Account haben, müssen sich indes keine Gedanken machen.

Häkchen entfernen schützt

Google wirbt mit Nutzer­daten Meldung

Hier sollte kein Haken gesetzt sein.

So sieht die Einstellungs­seite für die sozialen Empfehlungen im Google-Account aus. Unten links sollte kein Haken gesetzt. Dann darf Google keine Werbung mit Kommentaren und Bewertungen des Nutzers machen.

Google-Plus-Nutzer können sich dagegen wehren, als „Testimonial“ (Werbe­botschafter) für Anzeigen einge­setzt zu werden. Sie können in den Benutzer­einstel­lungen ihres Google-Kontos die „sozialen Empfehlungen“ ein und ausschalten. Im Internet äußern sich verunsicherte Nutzer darüber, ob diese Funk­tion voreinge­stellt ist oder nicht. Wir haben bei drei Accounts nachgeprüft, ob das Häkchen, dass die sozialen Empfehlungen zulässt, gesetzt ist oder nicht. Das Ergebnis: Bei keinem der Accounts war die Erlaubnis von vorn­herein einge­stellt.

[Update 17.10.2013]: Bei älteren Accounts kann der Haken sitzen

Laut Google ist die neue Funk­tion bei neuregistrierten Google-Plus-Accounts stan­dard­mäßig nicht akti­viert. Bei älteren Google-Plus-Konten kann der Haken für die Verwendung der sozialen Empfehlungen hingegen akti­viert sein. Dies ist laut Anbieter immer dann der Fall, wenn Nutzer damals im Rahmen des Registrierungs­prozesses zuge­stimmt haben, dass Google soziale Aktivitäten des Nutzers verwenden darf. [Ende des Updates]

Im Zweifel den Account über­prüfen

Erst wer das Häkchen aktiv setzt, erteilt Google die Erlaubnis. Wer ganz sicher gehen will, sollte das für seinen eigenen Account aber selbst über­prüfen. Dafür müssen Nutzer sich einloggen und dann auf der sogenannten Endorsement-Seite nach­schauen. Das Häkchen sollte nicht gesetzt sein.

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