Google Pixel 2 Test Schnelltest

Pixel 2. Fast so schick und teuer wie ein iPhone: das neue Google-Smartphone.

Das Pixel war Googles Antwort auf das iPhone. Jetzt ist das Nach­folgemodell Pixel 2 verfügbar. Der Internet-Riese bewirbt sein 800-Euro-Handy mit der Behauptung, es habe die beste Kamera. Das bestätigt unser Schnell­test nicht. Dafür schlägt das Pixel 2 Apples Flaggschiff iPhone X in anderen Disziplinen. Interes­sante Neuerung: Mit seinen Anwendungen „Google Lens“ und „Now Playing“ analysiert Google nun Fotos und Umge­bungs­geräusche.

Schi­ckes Design, solide Ausstattung, hoher Preis

Einge­fleischte Android-Fans belächeln Apples iPhones seit jeher als Fan-Artikel: Schick gestaltet, aber für das tech­nisch Gebotene über­teuert und darum eigentlich nur für glühende Apple-Anhänger interes­sant. Wie auch immer man zu dieser Einschät­zung stehen mag – für Apple ist die Sache jedenfalls äußerst lukrativ. Und so stellte Google im vorigen Jahr mit dem Pixel und dem Pixel XL zwei Android-Handys vor, die nach einem ähnlichen Muster gestrickt schienen: Schi­ckes Design, solide Ausstattung, aber für das Gebotene sehr teuer (siehe Schnell­test Was können die Smartphones von Google?). Was hat sich bei den Nach­folgemodellen, dem Pixel 2 und dem Pixel 2 XL getan?

Verzögerungen beim Pixel 2 XL

Google Pixel 2 Test Schnelltest

Fürs erste können wir diese Frage nur für das Pixel 2 beant­worten, nicht für das noch größere Pixel 2 XL. Zwar haben unsere Einkäufer beide Modelle schon vor Wochen im deutschen Google Play Store bestellt – gleich nachdem sie dort verfügbar waren. Doch geliefert wurde bisher nur das Pixel 2 zum Preis von rund 800 Euro. Auf das Riesen-Pixel (940 Euro) warten unsere Einkäufer dagegen immer noch. Um objektive Tests zu gewähr­leisten, kaufen unsere Einkäufer die Prüf­muster stets anonym ein (mehr dazu unter So testet die Stiftung Warentest).

Mehr Speicher, immer noch nicht erweiter­bar

Gegen­über dem Vorgänger bringt das Pixel 2 einige Neuerungen – und nicht alle davon werden die Fans begeistern. Sinn­voll: Wie bei den aktuellen iPhones bietet nun auch die einfachste Pixel-Modell­variante 64 statt bisher 32 Gigabyte Speicher. Das ist gut so, denn anders als bei vielen anderen Android-Handys lässt sich der Speicher bei den Pixel-Handys nicht mit Speicherkarten erweitern. In der 64-Gigabyte-Version kostet das Pixel 2 stolze 800 Euro – genau wie das iPhone 8.

Kein Kopf­hörer­anschluss

Ärgerlich: Auch beim Kopf­hörer­anschluss folgt Google mit dem Pixel 2 nun Apples Vorbild und lässt ihn einfach weg, so wie Apple das seit dem iPhone 7 tut. Wer einen Kopf­hörer mit Stan­dard-Klinken­stecker nutzen will, muss zum beiliegenden USB-Klinke-Adapter greifen. Gleich­zeitig Musikhören und Akku­laden geht nicht.

Sprach­assistent startet auch ungefragt

Eine andere Neuerung nennt sich „ActiveEdge“ und ist nicht von Apple abge­schaut: Drückt man beim Pixel 2 die beiden langen Gehäuse­seiten zusammen, öffnet sich Googles Sprach­assistent „Google Assistant“. Über­zeugte Google-Fans mögen das zu schätzen wissen, auto­fahrende Nutzer von Navi-Apps könnte es nerven, wenn auch beim Einsetzen in die Kfz-Halterung der Assistant startet.

Tolles Display, schnelle und genaue Ortung

Das Display des Pixel 2 ist hervorragend. Mit 1 080 mal 1 920 zeigt es so viele Pixel wie das deutlich größere iPhone 8 Plus – entsprechend scharf ist das Bild. Auch Farb­wieder­gabe und Kontrast sind sehr gut. Nur bei der Helligkeit kann es nicht ganz mit den aktuellen iPhones mithalten. Zusammen mit dem flotten Arbeits­tempo des Pixel 2 sorgt das Spitzen-Display dennoch für viel Surf­spaß. Und bei GPS-Ortung und Navigation schneidet das neue Google-Handy sogar noch etwas besser ab als die iPhones.

Die Kamera ist gut – aber nicht spitze

Besonders stolz ist Google auf die Kameras seiner Pixel-Handys. Selbst­bewusst preist der Anbieter sie auf seiner Website als „Beste Smartphone Kamera“ an. Tatsäch­lich ist die Kamera des Pixel 2 wirk­lich gut – die beste ist sie aber nicht. Beein­druckend: Bei Weitwinkel-Fotos kann sie bei gutem wie bei schwachen Licht mit den hervorragenden iPhone-Kameras mithalten. Damit ist sie erkenn­bar besser als die Kamera des Vorgängermodells. Doch bei Zoom-Aufnahmen sind iPhone 8 Plus und iPhone X mit ihren Doppelkameras im Vorteil. Und bei Videos schneiden neben allen drei aktuellen iPhones auch Samsungs Galaxy S8 oder das LG G6 besser ab als das Pixel 2. Die Pixel-Videos sind nicht schlecht, geraten aber etwas dunkel, und die Farb­wieder­gabe ist etwas weniger stabil als bei anderen Spitzen­handys.

Akku beim Pixel-Phone okay

Im Akkutest zeigt sich Googles neue Flaggschiff unauffäl­lig: Im Praxis­test hält es 23 Stunden durch. Das ist kein toller, aber ein durch­aus respekt­abler Wert. Zum Vergleich: Das Apple iPhone X schafft gerade mal eine Akku­lauf­zeit von 16 Stunden, der Akkusieger Lenovo Moto Z Play hält dagegen fast 35 Stunden durch, und das Samsung-Flaggschiff Galaxy S8 immerhin 26 Stunden.

Den Fall­test besteht das Pixel 2 ...

Google Pixel 2 Test Schnelltest

Wie die aktuellen iPhones ist auch das Pixel 2 gemäß der interna­tionalen Schutz­norm IP67 als wasser­fest zertifiziert. Neben dem regulären Beregnungs­test hat es darum auch noch einen Tauchtest durch­laufen. Den über­stand es ebenso unbe­schadet wie den Fall­test.

... im Gegen­satz zu Samsung Galaxy S8 und iPhone X

Eigentlich sollte das kaum der Rede wert sein, denn die allermeisten Smartphones zeigen im Fall­test keine Probleme. Doch zuletzt gab es hier ein regelrechtes Flaggschiff-Sterben: Samsung Galaxy S8, S8+, Note 8 und das iPhone X gingen in der Fall­trommel zu Bruch. Das Pixel 2 zeigt sich hier robuster.

Android-Updates für drei Jahre

Mindestens so wichtig wie die Hard­ware ist bei Google-Pixel-Handys die Software. Mit seiner eigenen Smartphone-Linie will Android-Anbieter Google natürlich auch unter Beweis stellen, wie toll sein Betriebs­system im Ideal­fall sein kann. So kommen Pixel 2 und Pixel 2 XL mit der neuesten Android-Version 8. Google sichert regel­mäßige Updates für die nächsten drei Jahre zu.

Neue Anwendungen „Google Lens“ und „Now Playing“

Und Google demons­triert auf seinen Flaggschiff-Handys neue Anwendungen. So ist in die Kamera-App eine Funk­tion namens „Google Lens“ integriert, die die Kamera­bilder analysiert und zum Beispiel Visitenkarten scannen und Informationen zu Sehens­würdig­keiten liefern soll. Und eine Funk­tion namens „Now Playing“ lauscht mit und identifiziert Musikstücke, die in der Umge­bung laufen. Das alles scheint eher zwiespältig: Nicht jeder möchte, dass Google seine Fotos oder Umge­bungs­geräusche analysiert.

Fazit: Für das Gebotene recht teuer

Hervorragendes Display, gute Kamera, brauch­barer Akku: Im Test schlägt sich das Pixel 2 gut, aber nicht sensationell gut. Wie sein Vorgängermodell scheint es mit einem Einstiegs­preis von 800 Euro für das Gebotene recht teuer. Von der Konkurrenz hebt es sich weniger durch heraus­ragende tech­nische Leistungen ab als durch Googles Versprechen, drei Jahre lang für Updates zu sorgen – das ist im Android-Lager leider keine Selbst­verständlich­keit. Manche werden darin einen guten Kauf­grund sehen, andere werden das Pixel 2 als über­teuerten Android-Fan-Artikel abtun.

Tipp: Test­ergeb­nisse für insgesamt 306 Handys und Smartphones finden Sie im Produktfinder Handys. In unserer großen Test-Daten­bank werden wir demnächst auch die kompletten Prüf­ergeb­nisse zum Pixel 2 veröffent­lichen.

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