Schnelltest - Teil 2

Telefon und Internet ohne Tadel

Das britische G1 kam auch in Deutschland zum Einsatz. Ergebnis: Zum Telefonieren und fürs Internet ist das Google Handy gut geeignet. Vor allem der Browser arbeitet flott. Webseiten kommen schnell und ohne Abstürze aufs Handy. Das große Display ist angenehm hell und zeigt gestochen scharfe Bilder. Auch kompliziertere Webseiten kommen schnell auf den Schirm. Navigiert wird per Fingerzeig oder Trackball. Beides funktioniert gut. Berührungsgesteuerte Gesten - wie beim iPhone -, etwa das Aufziehen von Bildern mit zwei Fingern, kennt das G1 allerdings nicht. Das Surfen mit dem Google Handy macht trotzdem Spaß.

Tastatur macht Flügel

Google Handy Schnelltest

Ein dicker Vorteil ist die vollständige Tastatur. Die trägt zwar auf, verleiht aber der Arbeit Flügel. E-Mails schreiben oder Webformulare ausfüllen geht mit dem G1 deutlich schneller als mit dem iPhone. Beim Apple gibt es nur virtuelle Tasten auf dem Bildschirm. Eine Schwäche teilen dagegen beide Handys: Ihre Bildschirme reagieren nur auf Finger. Eingaben mit einen Stift beispielsweise bleiben ohne Wirkung. Außerdem gibt es selbst beim mobilen Surfen noch Fesseln: den Stromverbrauch etwa. Das G1 ist im Test nach gut zwei Stunden Dauersurfen am Ende. Das iPhone hält länger durch: bis zu fünf Stunden. Eine Schwäche zeigt das Google Handy im Test: Der Webbrowser lässt sich nicht einfach schließen. Wer die Internetverbindung sicher trennen will, sollte das Handy deshalb ausschalten.

Kamera enttäuscht

Als Fotohandy macht das T-Mobile G1 keine gute Figur. Die Bilder sind nur Mittelmaß. Die eingebaute Digitalkamera löst zwar hoch auf (3,2 Megapixel), funktioniert aber rein automatisch. Einstellmöglichkeiten für Weißabgleich oder Belichtung fehlen. Der Autofokus gibt kein Signal, wenn er scharf gestellt hat. Viele Aufnahmen verwackeln. Kein Wunder. Als Kamera liegt das klobige Handy nicht gut in der Hand. Bei schummriger Beleuchtung ist Schluss mit Fotos. Das G1 hat keinen Blitz. Auch keine Videofunktion. Weder für Aufzeichnungen noch für Telefonate. Schade. Bildgespräche wären ein Teil der neuen Handywelt, die uns die Anbieter vorgoogeln.

Multimedia kein Hit

Als Multimedia-Spieler ist das G1 ebenfalls kein Hit. Videoclips gibt es nur via YouTube. Die direkte Wiedergabe von Videodateien funktioniert nicht. In puncto Audiodateien ist das G1 dagegen groß. Es liest viele Formate. Neben MP3, WMA und WMV auch AAC, AAC+, AMR-NB und MIDI-Dateien. Ein Tausendsassa mit gutem Bedienkonzept. Titelanzeige und Steuerung sind ohne Tadel. Auch der Datentransfer - vom Internet und vom Rechner - funktioniert reibungslos und schnell.

Apple spielt vorn

An Apples Musikqualitäten reicht das Google Handy trotzdem nicht heran. Schuld ist der Klang: Das T-Mobile G1 liefert nur mäßigen Sound. Selbst ein hochwertiger Kopfhörer treibt das Gerät nicht zu höheren Symphonien. Dass dem G1 der klassische Kopfhöreranschluss für Mini-Klinkenstecker fehlt, spielt deshalb kaum noch eine Rolle. Ärgerlich ist es trotzdem. Wer seinen Lieblingskopfhörer anschließen will, braucht einen Adapter von Miniklinke auf Mini-USB. Stereo-Bluetooth beherrscht das Google Handy auch nicht. Drahtlose Kopfhörer bleiben deshalb ohne Funktion.

Suchmaschine und Stadtführer

Einen Hauch von Zukunft liefert das Google Handy immer dort, wo sich Internet und mobile Welt tatsächlich paaren. Etwa beim Kartendienst Google Maps, bei der Preissuchmaschine Shop Savvy oder dem Stadtführer Wikitude. Ein Beispiel: Das Google Handy kann beim Einkauf den Barcode scannen. Der Anwender fotografiert den Strichcode, den Rest erledigt die Software. Das Programm Shop Savvy liefert sekundenschnell den besten Preis, samt Anbieter und Adresse. Google Maps führt den Handykunden nun mit einer Wegbeschreibung zum Ziel. Ausgehend vom eigenen Standort. Die GPS-Ortung machts möglich.

In Zukunft mit Sprache

Als Navigationsgerät und Stadtführer macht das G1 allerdings noch keine wirklich gute Figur. Hier fehlt beispielsweise die Sprachausgabe. Das Handy ist derzeit ein stummer Lotse. Die Navigationshinweise erscheinen als Text auf dem Schirm. Immerhin liefert das Handy aber Sehenswürdigkeiten, Restaurants oder Geschäfte passend zum eigenen Standort. Für Google ist der Einstieg in den mobilen Markt ein großer Schritt. Für die Menschheit ist es zunächst mal ein kleiner. Immerhin: Neue Ansätze sind da. Die Zukunft hat begonnen.

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Test: Handy

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