Google Chrome­cast Schnelltest

Google Chrome­cast ist ein kleiner Stick, der Videos oder Musik aus dem Internet auf die Matt­scheibe bringt. So wird jedes Fernsehgerät mit HDMI-Anschluss zum Smart-TV, auf dem sich Videos von Youtube oder Filme aus Mediatheken anschauen lassen. Ob Googles Chrome­cast seinen Preis von 35 Euro wert ist, zeigt der Schnell­test.

Güns­tiger HDMI-Stick

Chrome­cast ist Googles zweiter Versuch, ältere Fernseher fürs Internet flott zu machen. Der erste Versuch, die Google TV-Box, setzte sich nicht durch. Vielleicht war sie mit fast 200 Euro einfach noch zu teuer. Am Preis sollte es deshalb beim Chrome­cast nicht liegen. Der HDMI-Stick kostet 35 Euro. Der kleine Stick wird in eine freie HDMI-Buchse am Fernseher gesteckt und bekommt seinen Strom über einen USB-Anschluss am Fernseher oder über einen Netz­stecker. Der zieht allerdings konstant 2,4 Watt, sogar wenn der Fernseher ausgeschaltet ist.

Tipp: Test­ergeb­nisse, Preise, Fotos und Ausstattungs­details für insgesamt 870 Fern­seher enthält der Produktfinder Fernseher.

Chrome­cast ist leicht zu bedienen

Nur drei Schritte sind als Anleitung für die Installation im Verpackungs­deckel aufgemalt, und tatsäch­lich ist die Einrichtung sehr einfach. Der Fernseher muss auf den Anschluss des Chrome­cast umge­schaltet sein. Das ist so, als würde man auf den DVD-Spieler schalten. Die Steuerung des Sticks läuft dann über Tablet oder Smartphone. Für Android und iOS gibt es im jeweiligen App-Store die kostenlose Chrome­cast-App zum Herunter­laden. Darüber wird der Stick einge­richtet und mit dem eigenen WLan verbunden. Jetzt funk­tionieren die mobilen Geräte wie eine Fernbedienung. Sie über­mitteln Chrome­cast einen Link, den dieser im Internet aufruft und dann auf dem Fernseher abspielt. Sobald alles läuft, kann das Tablet für andere Dinge benutzt werden. Die Bedienung ist auf jeden Fall bequemer als mit der normalen Fernbedienung bei einem Smart-TV.

Über Apps Videos streamen

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Auch das Notebook kann über ein Add-in im Chrome-Browser zur Fernbedienung werden. Der Chrome­cast über­trägt dann den Inhalt des geöff­neten Tabs auf den Fernseh­bild­schirm. Da der Maus­zeiger auf dem Fernseher nicht sicht­bar ist, funk­tioniert er allerdings nicht als Bild­schirm­ersatz. Am einfachsten geht das Streamen von Internet­inhalten über das Tablet mit den neun Apps, die Chrome­cast bisher unterstützen. Dazu gehören unter anderem die von Youtube, Watchever, Vevo und RealPlayer Cloud. Bei diesen Programmen erscheint auf dem Tablet oder im Smartphone am oberen Bild­schirmrand das Chrome­cast Symbol, wenn die Geräte mit dem Stick verbunden sind. Einfach antippen und das Video starten, dann über­trägt Chrome­cast Bild und Ton auf den Fernseher – allerdings mit einiger Verzögerung.

Neun offizielle Programme zum Streamen

Mit den mitgelieferten Apps kann der Chrome­cast allerdings keine Dateien abspielen, die auf dem Tablet, dem Smartphone, dem Heimnetz­werk oder in einer Cloud gespeichert sind. Eine Vorführung zum Beispiel der Urlaubs­bilder auf dem Fernsehschirm ist nur mit Apps von fremden Entwick­lern möglich. Neben den neun offiziell unterstützten Apps in Deutsch­land gibt es viele, die zusätzliche Funk­tionen möglich machen. So wie zum Beispiel MediaThek­Cast. Das Programm ermöglicht das Streamen der Mediatheken von ARD, ZDF, Arte und 3Sat. Im Schnell­test funk­tionierte die App für Android problemlos. Für Zocker aber enttäuschend: Spiele werden vom Gerät nicht auf den Fernseher über­tragen. Und auf einem Laptop lokal gespeicherte Daten wie Urlaubs­bilder oder -videos gelangen mangels Apps auch mit Chrome­cast nicht auf den Fernseher.

Kein unnötiger Daten­transfer gefunden

Die Qualität von Bild und Ton ist abhängig von der Quelle im Internet. Gibt es das Video in HD, dann wird auch HD auf den Fernseher über­tragen. Deshalb richtet sich der Daten­verbrauch nach der Größe des Materials. Negativ fällt dagegen auf, dass sich Google Chrome­cast permanent im Internet befindet, auch wenn dies nicht notwendig ist – also zum Beispiel auch dann, wenn eigene Dateien vom Tablet abge­spielt werden. Google hält sich bei der Über­wachung des Daten­verkehrs zum Stick aber zurück. Im Daten­strom konnte die Tester keine unnötige Daten­über­tragung finden. Außerdem sind alle an Google über­tragenen Daten verschlüsselt.

Fazit: Bequeme Bedienung, begrenzter Nutzen

Mit Google Chrome­cast wird die alte Matt­scheibe zum Smart-TV. Der HDMI-Stick ist besonders über ein Tablet sehr einfach zu bedienen. Lokales Streaming, also eigene Dateien vom Tablet abspielen, geht über Umwege. Durch das offene System des Chrome­cast wird es in Zukunft mehr Apps mit Zusatz­funk­tionen geben. Das Suchen und Laden der Programme bereitet allerdings etwas Mühe. Fraglich ist der Nutzen des Chrome­cast. Schließ­lich sind seit etwa vier Jahren die meisten Fernseher schon Smart-TVs. Daher lohnt sich die Anschaffung des güns­tigen Sticks nur für ältere Geräte, die zwar einen HDMI-Anschluss, aber noch keine Internet-Funk­tion besitzen. Wer allerdings die Bedienung seines Internet-Fernsehers über die normale Fernbedienung zu umständlich findet, für den ist Googles Chrome­cast eine Alternative.

Tipp: Wenn Sie Ihren älteren Fernseher ins Internet bringen, aber Google meiden wollen: Die meisten aktuellen Blu-ray-Spieler sind ebenfalls für den Internet­zugang vorbereitet. Wenn Sie noch einen DVD-Spieler Ihr Eigen nennen und durch einen Blu-ray-Player ersetzen möchten, kommen Sie auch auf diesem Weg mit dem Fernseher ins Internet.

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