Gold­preis Special

Gold gilt als eines der besten Mittel gegen Inflation. Das klappt jedoch nicht immer. Gold als Geld­anlage bleibt spekulativ. Die Entwick­lung des Gold­preises gleicht oft einer Achterbahn­fahrt und in langen Perioden konnte man mit Gold gar nichts verdienen. Damit wird die Investition zum Glücks­spiel. test.de zeigt, wie sich der Gold­preis in den letzten Jahr­zehnten entwickelt hat und warum die Gold­preis­entwick­lung so unstetig ist.

Gold­investment – Das Wichtigste in Kürze

Risiko. Gold ist eine spekulative Geld­anlage. Der Gold­preis schwankt stark.

Inflation. In der Vergangenheit hat Gold als Schutz vor Inflation nicht immer funk­tioniert.

Währung. Der Gold­preis wird immer in Dollar fest­gestellt. Deutsche Anleger haben ein Währungs­risiko.

Ertrag. Anleger müssen allein auf Wert­steigerung hoffen. Gold bietet keinen Ertrag in Form von Zinsen.

Krise. Gold bietet Sicherheit für extreme Krisensituationen. Ein völliger Wert­verfall ist praktisch ausgeschlossen.

Gold als Inflations­schutz

Viele Menschen kaufen Gold, weil sie Angst vor einer großen Inflation oder einer massiven Finanz­krise haben. Anders als Bargeld oder Zins­anlagen behält es in einer Krise mit Hyper­inflation und Währungs­reform einen Wert. Dagegen lässt sich nichts sagen: Sollte es tatsäch­lich zu einer extremen Krise kommen, bei der sich das Finanz­system völlig auflöst, hilft vielleicht tatsäch­lich nur noch Gold. Bei normalen oder teil­weise sogar deutlich erhöhten Inflations­raten wie zwischen 1980 und 2000 hat Gold dagegen keine Schutz­wirkung entfaltet, sondern eher versagt. Anleger sollten sich also nicht darauf verlassen, dass sie eine künftige Geld­entwertung mit Gold ausgleichen können.

Gold­preis­entwick­lung der letzten Jahr­zehnte

Von Anfang der 2000er bis Anfang der 2010er Jahre stieg der Gold­preis stark an. Das Allzeit­hoch des Gold­preises war im August 2011 erreicht. Damals lag der Preis bei rund 1 800 Dollar pro Fein­unze. Eine Fein­unze ist die übliche Maßeinheit für Gold und ist umge­rechnet etwa 31,1 Gramm. Danach ging der Preis 2015 aber auch wieder auf bis zu 1 000 Dollar hinab. Zwischen diesen Kursen pendelt der Gold­preis seitdem.

Gold­preis Special

Quelle: Thomson Reuters, Stand 31. Dezember 2017

Aktueller Gold­preis in Euro oder Dollar

Deutsche Anleger müssen aufpassen, wenn sie Gold­preise vergleichen. Gold wird grund­sätzlich in Dollar gehandelt, die Gold­preise werden in Dollar notiert. Viele Internet­seiten zeigen den Gold­preis aber auch in Euro an. Zusätzlich zu den Schwankungen des Gold­preises kommt für Gold­käufer also auch das Währungs­risiko hinzu. Unsere Grafik zeigt, dass die Entwick­lungen oft etwas voneinander abweichen. Wenn der Euro gegen­über dem Dollar zulegt, verliert das Gold-Investment deutscher Anleger an Wert. Andersrum kann das Gold aber auch plötzlich mehr Wert werden, nur dadurch, dass der Dollar gegen­über dem Euro zulegt.

Der Preis pro Fein­unze wird traditionell zweimal täglich fest­gestellt. Die aktuellen Preise lassen sich auf verschiedenen Seiten im Internet abfragen. Detaillierte Preise der „Morning Auction“ und der „Afternoon Auction“ gibt es auf der Seite der Londoner Bullion Market Association.

Gold­preis­prognose ist schwierig

Analysten von Banken oder Gold­händ­lern geben häufig Prognosen über den Gold­preis ab. Geopolitische Risiken, wie drohende schwere Konflikte, sind für sie ein Indikator für steigende Gold­preise. Denn Gold gilt als sicherer Hafen in Krisen­zeiten. Doch sind in der Geschichte der Menschheit zum Glück schon viele drohende Konflikte nie wirk­lich ausgebrochen. Auch die nied­rigen Zinsen nennen Experten immer wieder als Preistreiber für Gold, da der Nachteil, dass Gold keine Zinsen abwirft, damit an Bedeutung verliert. Aber wie hoch die Zinsen in zehn Jahren sein werden, weiß ebenfalls niemand. Das gleiche gilt für die Nach­frage nach Gold­schmuck, die auch von Modetrends abhängig ist. Prognosen über die Gold­preise sind daher mit großen Unsicherheiten verbunden. Liegt der Gold­preis in fünf Jahren nur noch halb so hoch wie heute oder beim Doppelten? Für beide Annahmen gibt es Argumente.

Gold als Alters­vorsorge

Gold­anleger haben keine Garantie auf eine positive Rendite oder darauf, ihr Geld wieder­zubekommen. Anders als bei breit streuenden Aktienfonds, ging in der Vergangenheit auch die lang­fristige Geld­anlage in Gold immer wieder schief (zu den Tests von Fonds und ETF). Ein Beispiel: Hätte im Jahr 1980 ein damals 40-jähriger sein Geld für das Alter in Gold angelegt, hätte er ein sehr schlechtes Geschäft gemacht. Bei seinem Renten­beginn 25 Jahre später hätte er immer noch tief im Minus gesteckt. Wer jedoch Mitte der 90er in Gold einge­stiegen wäre, könnte sich heute mit einem ordentlichen Plus zur Ruhe setzen. Die Beispiele zeigen: Der Gold­preis ist für die Alters­vorsorge zu unbe­rechen­bar (zur Themenseite Altersvorsorge auf test.de).

Es spricht jedoch nichts dagegen, bei einem größeren Depot bis zu 10 Prozent Gold ins Depot zu nehmen, wenn Anleger einen Sicher­heits­baustein für extreme Situationen haben möchten.

Die Vorteile von Gold

Mindest­wert. Gold hat seit Menschen­gedenken ein hohes Ansehen. In schweren Krisen war es häufig besonders begehrt. Ein völliger Wert­verfall ist praktisch ausgeschlossen. Anleger profitieren auch davon, dass die globale Gold­menge – inklusive der bisher unge­förderten Vorräte – über­schaubar ist.

Verfügbarkeit. Gold­barren mit einem Fein­gold­gehalt von 99,99 Prozent oder gängige Anlagemünzen lassen sich schnell und problemlos zu Geld machen.

Steuer­vorteil. Wer physisches Gold kauft und seine Münzen oder Barren nach mindestens einem Jahr wieder verkauft und dabei einen Gewinn erzielt, darf diesen steuerfrei behalten.

Die Nachteile von Gold

Schwankung. Der Gold­preis kann stark schwanken. Das Risiko von Verlusten besteht.

Spekulation. Bei Gold setzen die Anleger alleine auf die Wert­steigerung. Gold bietet keinen Ertrag in Form von Dividenden oder Zinsen.

Lager­kosten. Will man sein Gold bei einer Bank lagern, kostet das Geld.

Dieser Artikel ist hilfreich. 50 Nutzer finden das hilfreich.