Gold­preis Gold als Geld­anlage

Video: Wir erklären, was bei der Anlage in Gold zu beachten ist.

Gold gilt als eines der besten Mittel gegen Inflation und Finanz­krisen. Das klappt jedoch nicht immer. Wir zeigen Chancen, Risiken und die Entwick­lung des Gold­preises.

Gold­investment – Das Wichtigste in Kürze

Kauf.
Alles zum güns­tigsten Kauf von Gold finden Sie in unserem Test Anlegen in Gold.
Risiko.
Gold ist eine spekulative Geld­anlage. Der Gold­preis schwankt stark.
Inflation.
In der Vergangenheit hat Gold als Schutz vor Inflation nicht immer funk­tioniert.
Währung.
Der Gold­preis wird immer in Dollar fest­gestellt. Deutsche Anleger haben ein Währungs­risiko.
Ertrag.
Anleger müssen allein auf Wert­steigerung hoffen. Gold bietet keinen Ertrag in Form von Zinsen.
Krise.
Gold bietet Sicherheit für extreme Krisensituationen. Ein völliger Wert­verfall ist praktisch ausgeschlossen.

Gold­preis - Gold als Geld­anlage
© Alamy Stock Photo / Brian Jackson

Gold als Inflations- und Krisen­schutz

Viele Menschen kaufen Gold, weil sie Angst vor einer großen Inflation oder einer massiven Finanz­krise haben. Anders als Bargeld oder Zins­anlagen behält es in einer Krise mit Hyper­inflation und Währungs­reform einen Wert. Dagegen lässt sich nichts sagen: Sollte es tatsäch­lich zu einer extremen Krise kommen, bei der sich das Finanz­system völlig auflöst, hilft vielleicht tatsäch­lich nur noch Gold. Bei normalen oder teil­weise sogar deutlich erhöhten Inflations­raten wie zwischen 1980 und 2000 hat Gold dagegen keine Schutz­wirkung entfaltet, sondern eher versagt. Anleger sollten sich also nicht darauf verlassen, dass sie eine künftige Geld­entwertung mit Gold ausgleichen können. Als Ende Februar 2020 aufgrund der wirt­schaftlichen Folgen des Ausbruchs des Coronavirus („Sars-CoV-2“) die Aktien­kurse auf Talfahrt gingen, zeigte sich der Gold­preis zunächst relativ stabil. Als sich im März Panik an den Finanzmärkten breit machte, fiel auch der Gold­preis von seinem kurz zuvor erreichten Allzeit­hoch in Euro (rund 1550 Euro) kräftig zurück – um über 15 Prozent. Bis Anfang August 2020 gab es dann einen erneuten Anstieg bis auf ein neues Allzeit­hoch von rund 1 730 Euro.

Gold­preis­entwick­lung der letzten Jahr­zehnte

Von Anfang der 2000er bis Anfang der 2010er Jahre stieg der Gold­preis stark an. Zum damaligen Hoch lag der Preis bei rund 1 300 Euro pro Fein­unze. Eine Fein­unze ist die übliche Maßeinheit für Gold und ist umge­rechnet etwa 31,1 Gramm. Danach sank der Preis 2014 aber auch wieder auf bis zu 880 Euro, um 2020 auf ein neues Allzeit­hoch anzu­steigen.

Aktueller Gold­preis in Euro oder Dollar

Deutsche Anleger müssen aufpassen, wenn sie Gold­preise vergleichen. Gold wird grund­sätzlich in Dollar gehandelt, die Gold­preise werden in Dollar notiert. Viele Internet­seiten zeigen den Gold­preis aber auch in Euro an. Zusätzlich zu den Schwankungen des Gold­preises kommt für Gold­käufer also auch das Währungs­risiko hinzu. Wenn der Euro gegen­über dem Dollar zulegt, verliert das Gold-Investment deutscher Anleger an Wert. Andersrum kann das Gold aber auch plötzlich an Wert gewinnen, nur dadurch, dass der Dollar gegen­über dem Euro zulegt.

Der Preis pro Fein­unze wird traditionell zweimal täglich fest­gestellt. Die aktuellen Preise lassen sich auf verschiedenen Seiten im Internet abfragen. Detaillierte Preise der „Morning Auction“ und der „Afternoon Auction“ gibt es auf der Seite der Londoner Bullion Market Association.

Gold­preis­prognose ist schwierig

Analysten von Banken oder Gold­händ­lern geben häufig Prognosen über den Gold­preis ab. Geopolitische Risiken, wie drohende schwere Konflikte, sind für sie ein Indikator für steigende Gold­preise. Denn Gold gilt als sicherer Hafen in Krisen­zeiten. Doch sind in der Geschichte der Menschheit zum Glück schon viele drohende Konflikte nie wirk­lich ausgebrochen. Auch die nied­rigen Zinsen nennen Experten immer wieder als Preistreiber für Gold, da der Nachteil, dass Gold keine Zinsen abwirft, damit an Bedeutung verliert. Aber wie hoch die Zinsen in zehn Jahren sein werden, weiß ebenfalls niemand. Das gleiche gilt für die Nach­frage nach Gold­schmuck, die auch von Modetrends abhängig ist. Prognosen über die Gold­preise sind daher mit großen Unsicherheiten verbunden. Liegt der Gold­preis in fünf Jahren nur noch halb so hoch wie heute oder beim Doppelten? Für beide Annahmen gibt es Argumente.

Gold als Alters­vorsorge

Gold­anleger haben keine Garantie auf eine positive Rendite oder darauf, ihr Geld wieder­zubekommen. Anders als bei breit streuenden Aktienfonds ging in der Vergangenheit auch die lang­fristige Geld­anlage in Gold immer wieder schief (Tests von Fonds und ETF). Ein Beispiel: Hätte im Jahr 1980 ein damals 40-Jähriger sein Geld für das Alter in Gold angelegt, hätte er ein sehr schlechtes Geschäft gemacht. Bei seinem Renten­beginn 25 Jahre später hätte er immer noch tief im Minus gesteckt. Wer jedoch Mitte der 90er in Gold einge­stiegen wäre, könnte sich heute mit einem ordentlichen Plus zur Ruhe setzen. Die Beispiele zeigen: Der Gold­preis ist für die Alters­vorsorge zu unbe­rechen­bar (Themenseite Altersvorsorge).

Es spricht jedoch nichts dagegen, bei einem größeren Depot bis zu 10 Prozent Gold ins Depot zu nehmen, wenn Anleger einen Sicher­heits­baustein für extreme Situationen haben möchten.

Die Vorteile von Gold

Mindest­wert. Gold hat seit Menschen­gedenken ein hohes Ansehen. In schweren Krisen war es häufig besonders begehrt. Ein völliger Wert­verfall ist praktisch ausgeschlossen. Anleger profitieren auch davon, dass die globale Gold­menge – inklusive der bisher unge­förderten Vorräte – über­schaubar ist.

Verfügbarkeit. Gold­barren mit einem Fein­gold­gehalt von 99,99 Prozent oder gängige Anlagemünzen lassen sich schnell und problemlos zu Geld machen.

Steuer­vorteil. Wer physisches Gold kauft und seine Münzen oder Barren nach mindestens einem Jahr wieder verkauft und dabei einen Gewinn erzielt, darf diesen steuerfrei behalten.

Die Nachteile von Gold

Schwankung. Der Gold­preis kann stark schwanken. Das Risiko von Verlusten besteht.

Spekulation. Bei Gold setzen die Anleger alleine auf die Wert­steigerung. Gold bietet keinen Ertrag in Form von Dividenden oder Zinsen.

Lager­kosten. Will man sein Gold bei einer Bank lagern, kostet das Geld.

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Prof.Dr.Hartmut.Walz am 14.08.2020 um 13:30 Uhr
risikosenkende Streuung als Tausendfüßler-Strategi

Die Bezeichnung von Gold als spekulative Anlage sowie das verwendete Bild der Goldpreisentwicklung als Achterbahnfahrt lenkt LeserInnen auf den falschen Punkt und geht am Nutzen eines angemessenen Goldanteils völlig vorbei. Relevant ist nicht die Schwankung des Goldpreises (untere Ebene, Detailebene), sondern die stabilisierende Wirkung eines Goldanteils auf die Schwankung des gesamten Portfolios (obere Ebene, Gesamtebene). Also ist ein angemessener und langfristig gehaltener Goldanteil eben nicht wie vom Verfasser behauptet „Glückspiel“, sondern exakt das Gegenteil, nämlich eine risikosenkende Streuung, die ich auch gerne als Tausendfüßler-Strategie bezeichne. Wer auf vielen Füßen steht, rutscht nicht gleich aus.
Prof. Dr. Hartmut Walz

GuessWhat am 09.08.2020 um 11:55 Uhr
Nicht nur als Anlageform

„Bei Gold setzen die Anleger alleine auf die Wert­steigerung.“
Da widerspreche ich. Gold wurde schon immer und wird wahrscheinlich sehr viel öfter (oder zumindest häufig) als Versicherung gegen das Gelddrucken der Notenbanken benutzt.
Natürlich kann man Gold auch als tatsächliche Anlageform im der Hoffnung auf Wertsteigerung nutzen. Aber viele Leute wollen sich mit physischem Gold gegen den Staat (Notenbanken) versichern.

Fra_Kalib am 06.08.2020 um 14:30 Uhr
Steuern auf ETC wie Xetra-Gold

Als Investor in Exchange Traded Commodities (ETCs), wie Xetra-Gold, sollte man wissen, dass die Bundesregierung über eine Besteuerung nachdenkt. Die Steuerfreiheit nach einer Haltedauer von einem Jahr mag also bei ETCs in Zukunft nicht mehr gegeben sein.

GoldenPower am 02.04.2020 um 17:53 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Schleichwerbung

Jens.H am 28.02.2020 um 14:50 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Schleichwerbung