Goldminenaktien Meldung

Goldminenaktien haben die Erwartungen in den vergangenen Jahren enttäuscht. Der Goldpreis schoss in die Höhe, doch die Aktienkurse der Goldkonzerne folgten nur zögerlich. Viele Fondsmanager setzen aber nach wie vor auf die Branche und gehen von einer Trendwende aus. Finanztest sagt, was Privatanleger, die diese Einschätzung teilen, am besten kaufen.

Verschärfte Wette auf den Gold­preis

Gold­minen­aktien sind eine verschärfte Wette auf den Gold­preis. Wenn dieser steigt, sollten die Kurse der Minen­betreiber nach oben schießen. Zumindest in der Theorie. Doch bei der jüngsten Gold­rallye zogen die Minen­werte nicht richtig mit. Der Gold­preis stieg in den vergangenen fünf Jahren von knapp 700 auf rund 1 700 US-Dollar pro Fein­unze. Der bekann­teste Aktien­index für Gold­unternehmen, der NYSE Arca Gold Bugs, brachte in dieser Zeit nur etwa 40 Prozent Wert­zuwachs. Auf längere Sicht sieht das ganz anders aus. Seit Ende des Jahres 2000 hat sich der Index mehr als verzehnfacht und damit weit stärker zugelegt als der Gold­preis.

Gold­förderung immer teurer

Eine Erklärung für die zuletzt bescheidene Kurs­entwick­lung liefern die Geschäfts­berichte der vergangenen Jahre. Da die Gold­förderung immer aufwendiger und somit teurer geworden ist, stiegen die Gewinne der Konzerne nicht so stark wie von Anlegern erhofft. Dazu kommen in vielen Ländern schärfere Umwelt­auflagen, mancher­orts auch andere Probleme, zum Beispiel Streiks von Minen­arbeitern.

Boom vielleicht nur verspätet

Die Anhänger von Gold­minen­aktien lassen sich nicht so schnell entmutigen. Nach wie vor setzen viele Fonds­manager auf einen verspäteten Boom der Branche (siehe Misch­fonds M&W privat). Sie halten die aktuellen Aktien­kurse für günstig und sehen für die Unternehmen bessere Gewinn­perspektiven als in den vergangenen Jahren. Die Risiken bleiben jedoch hoch. Sollte der Gold­preis einmal kräftig nachgeben, sind herbe Kurs­verluste bei Minen­aktien zu erwarten. Die negative Hebel­wirkung hat selbst in den vergangenen fünf Jahren recht zuver­lässig funk­tioniert.

Welche Investments infrage kommen

Normal­anleger, die in Gold­minen investieren wollen, nehmen am besten einen Indexfonds (ETF), der das Risiko zumindest etwas mildert, indem er es auf viele Minen­unternehmen verteilt. Im NYSE Arca Gold Bugs, dem interna­tional gebräuchlichsten Index, sind die größten Positionen zurzeit Gold­corp (15 Prozent), Barrick Gold (knapp 14 Prozent) und Newmont Mining (rund 10 Prozent). Fonds auf diesen Index gibt es von Coms­tage (Isin LU 048 831 770 1) und RBS Market Access (Isin LU 025 932 226 0). Beide Fonds enthalten nicht die Original­aktien aus dem Arca Gold Bugs, sondern zeichnen seine Entwick­lung mit anderen Aktien und Tausch­geschäften (Swaps) nach. Das ist für Anleger aber kein Nachteil. Auch der ETFX DAXglobal Gold Mining (Isin DE 000 A0Q 8NC 8) ist ein Swap-Fonds, bildet aber einen etwas anders zusammengesetzten Index ab. Größte Fonds­position ist mit über 15 Prozent die australische Gesell­schaft Newcrest Mining.

Tipp: Noch mehr Infos bietet das Special Gold-Wertpapiere.

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