Gold Meldung

Krügerrand (links, 1 Unze)
Ankauf: 332 Euro
Verkauf: 347,50 Euro*
American Eagle (1 Unze)
Ankauf: 334,50 Euro
Verkauf: 364,50 Euro*

Gold gilt als Inbegriff von Sicherheit. Doch in der Vergangenheit war sein Wert alles andere als stabil. So bleibt das Edelmetall vor allem ein Eldorado für Spekulanten.

Vom Gold träumen zurzeit viele: Die Sportler, die demnächst um olympische Ehren kämpfen und auch wieder die Anleger.

Gut zehn Jahre lang träumten die Anleger von anderen Dingen. Denn während die Aktienkurse bis zum Jahr 2000 förmlich explodierten, konnten Goldinvestoren froh sein, wenn sie nicht zu viel verloren. Erst der Niedergang der Aktien machte Gold wieder interessant.

Keine Sicherheit fürs Depot

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In unruhigen Zeiten versprechen sich Anleger von Gold Sicherheit. Zu Recht? Finanztest hat für die vergangenen 30 Jahre untersucht, ob ein Wertpapierdepot durch Gold stabiler wird. Wir mischten einem Musterportfolio, das je zur Hälfte den interna­tionalen Aktienmarkt und den deutschen Rentenindex abbildet, verschiedene Mengen des Edelmetalls zu.

Sehr erfolgreich war das Experiment nicht. Die Schwankung der Wertentwicklung veränderte sich meist gar nicht oder nur geringfügig.

Bei einem hohen Goldanteil von 30 Prozent nahm das Risiko sogar zu: Ein Depot, das zu jeweils 35 Prozent internationale Aktien und Euro-Rentenpapiere sowie 30 Prozent Gold enthält, ist etwas riskanter als ein Fifty-Fifty-Depot aus internationalen Aktien und Euro-Anleihen. Das spricht dagegen, Gold aus Gründen der Sicherheit zu wählen – jedenfalls in normalen Zeiten.

Aber was ist schon normal? Notorische Schwarzmaler – und die gibt es unter Goldfans reichlich – setzen darauf, dass sie mit Gold aus einer Finanzka­tastrophe wie 1929 als Gewinner hervorgehen würden.

Wer die Weltwirtschaft in den Abgrund taumeln sieht, sollte sich einen Goldvorrat anlegen. Das ist wörtlich zu nehmen. In einer globalen Krise wäre nur auf den dinglichen Goldbesitz Verlass. Anleger müssten sich also mit Barren oder Münzen eindecken.

Hohe Kaufkosten

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Wiener Philharmoniker (links, 1 Unze)
Ankauf: 334,50 Euro
Verkauf: 364,50 Euro*
Maple Leaf (1 Unze)
Ankauf: 334,50 Euro
Verkauf: 364,50 Euro*

Doch reales Gold ist teuer. Kauf- und Verkaufskurse klaffen weit auseinander. Am günstigsten ist noch der 1-Kilogramm-Barren. Banken und Wechselstuben verkaufen ihn mit 3,5 bis 4 Prozent Aufschlag auf den Kaufpreis. Für einen 10-Gramm-Barren zahlen Anleger dagegen oft mehr als 15 Prozent Aufschlag.

Bei den meisten Münzen – die gängigsten sind auf diesen Seiten abgebildet – liegt der Verkaufskurs 9 bis 10 Prozent über dem Kaufkurs. Nur beim südafrikanischen Krügerrand ist die Differenz deutlich geringer. Sie beträgt zwischen 5 und 8 Prozent.

All diese Münzen sind dennoch grundsätzlich als Wertanlage geeignet. Bei goldenen Sammlermünzen richten sich die Preise allerdings nach Angebot und Nachfrage auf dem Sammlermarkt und entwickeln sich daher nicht unbedingt wie der Goldpreis.

Anleger, die optimistischer in die Zukunft blicken, kaufen Gold nicht aus Sicherheitsgründen. Für sie ist es ein interessantes Spekulationsobjekt. Die Gewinnchancen und Verlustrisiken sind ähnlich groß wie bei Aktien – und manchmal sogar größer. Ein deutscher Anleger konnte mit Gold in den vergangenen drei Jahrzehnten binnen eines Jahres über 34 Prozent verlieren. Er hatte aber auch die Chance, in einem Jahr glänzende 168 Prozent zu gewinnen.

Gehandelt wird in US-Dollar

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Kangaroo (links, 1 Unze)
Ankauf: 334,50 Euro
Verkauf: 364,50 Euro*
Goldbarren (1 kg)
Ankauf: 10 810 Euro
Verkauf: 11 220 Euro*

Ein großer Teil der Wertschwankungen rührt daher, dass Gold in US-Dollar gehandelt wird. Deutsche Anleger müssen neben der Goldnotierung stets den Wechselkurs im Auge behalten. Der war in den vergangenen zwei Jahren nicht erfreulich: Der starke Euro fraß die Kursgewinne des Goldes fast völlig auf.

Einen Ausweg aus dem Dilemma bieten währungsgesicherte, so genannte Quanto-Goldzertifikate. Mit ihnen profitiert der Anleger immer von einem Anstieg des Goldpreises – unabhängig von der Entwicklung des Dollarkurses. Dafür verzichtet er allerdings auf den Verlustpuffer, wenn der Goldkurs fällt und der Dollarkurs gleichzeitig steigt. In der Vergangenheit waren ein hoher Goldpreis und ein schwacher US-Dollar meist zwei Seiten derselben Medaille. Denn fast immer flüchten Anleger aus aller Welt in die Ersatzwährung Gold, wenn der Dollar in die Knie geht.

Neben den „Quantos“ gibt es auch normale Zertifikate, etwa auf den Goldpreis in US-Dollar, auf Goldminenin­dizes und einzelne Goldminenaktien.

Zertifikate müssen nicht riskanter sein als Goldbarren oder -münzen. Doch es gibt zwei Einschränkungen: Die meisten Zertifikate haben eine begrenzte Laufzeit. Zwar lässt sich ein abgelaufenes Zertifikat problemlos durch ein neues ersetzen, aber das treibt die Kosten. Außerdem ist ein Totalverlust zumindest möglich: Wenn die Bank, die das Zertifikat auf den Markt gebracht hat, Pleite geht, ist der Anleger sein Geld los. Allerdings scheint diese Gefahr bei Anbietern wie ABN-Amro, Commerzbank oder Dresdner Bank sehr gering.

Minenaktien als Goldgruben?

Da ist es schon riskanter, in Goldminenaktien zu investieren. Diese Papiere sind nur für hartgesottene Anleger geeignet, denn ihre Kurse schwanken noch viel stärker als der Goldpreis selbst. Genau das macht sie bei Spekulanten beliebt.

Dazu kommt auch bei ihnen meist ein Währungsrisiko. Die beiden größten Gesellschaften Newmont Mining und Barrick Gold stammen aus Nordamerika und werden vor allem an der Wall Street gehandelt. Anleger aus Euroland, die diese Aktien in Euro bezahlen, sind von einem Verfall des US-Dollar direkt betroffen.

Indirekt trifft ein schwacher Dollar auch die Anteilseigner südafrikanischer Minen. So litten Gold Fields oder Harmony Gold im vergangenen Jahr unter der Stärke des südafrikanischen Rand gegenüber der US-Währung. Das Verhältnis zwischen den in Rand berechneten Förderkosten und den in US-Dollar erzielten Erträgen verhagelte ihre Ergebnisse.

Den Normalanleger dürften solche Überlegungen überfordern. Für ihn kommen eher Fonds infrage, die in Goldminenaktien investieren. Die Streuung auf viele einzelne Aktien macht zumindest einen Totalverlust der Anlagesumme sehr unwahrscheinlich.

Dennoch bleiben Goldfonds hochspekulativ und sind nur als Depotbeimischung mit einem Anteil von höchstens 10 Prozent geeignet. Ihre Wertschwankungen sind oft ähnlich groß wie die einzelner Minenaktien.

Gleichzeitig bieten die Fonds – wie die Tabelle oben zeigt – glänzende Gewinnchancen. Doch eine ähnlich gute Wertentwicklung wie in den vergangenen fünf Jahren ist allenfalls dann zu erwarten, wenn der Goldpreis auch weiterhin kräftig steigt.

* Zirka-Werte vom 26. März 2004. Quelle: Euro Change Wechselstuben AG

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