Gold fasziniert die Anleger. Viele wollen Gold anfassen und bestaunen. Für sie sind Gold­münzen und -barren die richtige Wahl. Wer Gold kauft oder verkauft, sollte einige wichtige Regeln beachten. Die Experten von Finanztest nennen die wichtigsten. test.de sagt, wie und wo Anleger physisches Gold und Gold als Wert­papier am besten kaufen und verkaufen. Eine aktuelle Unter­suchung zum Thema Gold­kauf finden Sie hier: Anlegen in Gold.

Das wichtigste in Kürze

Portfolio: Gold ist kein Basis­investment. Anleger sollten das Edel­metall nur beimischen. Der Gold­anteil sollte nicht mehr als 10 Prozent des Vermögens betragen.

Vergleich: Käufer von Gold­münzen oder Gold­barren sollten bei mehreren Händ­lern Angebote einholen. Die Preise sind sehr unterschiedlich.

Händler: Kaufen Sie Gold bei einer Bank, bei einem Edel­metall­händler oder bei einem großen und etablierten Onlinehändler.

Schließ­fach: Physisches Gold muss im Bank­schließ­fach oder zu Hause im Tresor gelagert werden. Für die sichere Lagerung und die Versicherung muss der Kunde Kosten einrechnen.

Münzen: Bei Münzen sollten Kunden sich für die interna­tional gängigen Anlagemünzen wie Krügerrand, Eagle, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker oder Känguru entscheiden.

Barren: Anleger sollten beim Kauf von Gold­barren auf die Größe und den höchsten Rein­heits­grad achten.

Gold-ETC: Güns­tiger ist es, Gold-Zertifikate wie Xetra-Gold oder Euwax-Gold für die Geld­anlage zu nutzen. Der Kauf ist meist güns­tiger, das Halten kann mit Kosten verbunden sein.

Gold ist spekulativ

Entgegen der Meinung vieler Kunden, ist Gold keine sichere Geld­anlage. Der Gold­preis schwankt stark. Das gelbe Metall bringt weder Zinsen ein noch Dividenden. Will der Anleger eine Rendite haben, kann er nur auf den Anstieg des Gold­preises spekulieren. Hinzu kommt das Währungrisiko: Der Gold­preis notiert in Dollar. Der Handel mit Gold unterliegt auch dem Wechselkurs zwischen Euro und Dollar, der beim Verkauf zu Gewinnen oder Verlusten beiträgt.
Tipp: Gold ist eine spekulative Geld­anlage und deshalb als Basis­investment für Anleger unge­eignet. Sie sollten nicht mehr als 10 Prozent ihres Vermögens in Gold stecken. Kunden sollten nur das Geld in das Edel­metall stecken, dass sie drei Jahre nicht brauchen.

Gold­kauf im Internet

Güns­tiger als bei Banken und Edel­metall­händ­lern sind Gold­barren und -münzen meistens bei Onlinehänd­lern. Das zeigt eine Erhebung des Edel­metall­händ­lers Coin­invest. Der Online-Händler hatte im März 2017 die An- und Verkaufs­preise für eine Fein­unze Gold (31,1 Gramm) von zwölf Anbietern erfasst. Je nach Anbieter lag die Handels­spanne zwischen rund 1,8 und etwa 4,1 Prozent. Die höchste Spanne verlangten Bank­mit­arbeiter am Schalter. Onlinehändler hatten den geringsten Aufschlag. Wollen Kunden im Internet Gold kaufen, sollten sie nur bei den großen und etablierten Anbietern wie zum Beispiel Proaurum und Degussa zugreifen. Oben­drauf kommen noch Versand­kosten in denen auch eine Trans­port­versicherung enthalten ist.

Tipp: Lassen Sie sich keine Gold­stücken zu über­höhten Preisen andrehen. Vergleichen Sie die Angebote bei mehreren Händ­lern. Wollen Sie Schmuck oder Zahn­gold verkaufen, dann wiegen Sie vorher mit einer Präzisions­waage Ihr Altgold, mehr unter Wie sie Abzocke vermeiden, test 6/2015.

Gold­barren nicht zu klein kaufen

Wer sich für Münzen oder Barren entscheidet, muss sich beim Kauf über Gold­gehalt, Gewicht und Gebühren klar werden. Kunden sollten nur Barren mit einem Fein­gold­gehalt von 999,9 also von 99,99 Prozent Gold kaufen. Gold mit einem geringeren Rein­heits­grad lässt sich nur schwer verkaufen. Erste Wahl sind Barren, die von der London Bullion Market Association zertifiziert sind. Dieses Zertifikat haben etwa die Barren mit dem Gold­prägestempel Heraeus, Umicore, Valcambi oder Perth Mint. Sie lassen sich am leichtesten wieder verkaufen. Kleinst­barren von weniger als 10 Gramm sind sehr teuer. Die darauf liegende Handels­spanne kann 15 Prozent und mehr betragen. Je winziger das Gold­stück, desto höher ist der Preis­aufschlag.

Gängige Gold­anlagemünzen kaufen

Gedenk- und Sammelmünzen aus dem gelben Metall sind schön und für Sammler geeignet. Sie lassen sich aber nicht so einfach wieder verkaufen wie Anlagemünzen. Nur für Gold­anlagemünzen werden tägliche An- und Verkaufs­kurse ermittelt. Proaurum nennt die stan­dardisierten Münzen „Gold­münzen zur Kapital­anlage. Zu ihnen zählen die südafrikanische Gold­münze Krügerrand, die US American Eagle, die kana­dische Maple Leaf, der österrei­chische Wiener Philharmoniker oder das australische Gold­nugget Känguru.

Gold als Wert­papier

Es gibt einige Wert­papiere, die fast voll­ständig mit echtem Gold hinterlegt sind. Die bekann­testen sind Xetra-Gold und Euwax-Gold. Bei den sogenannten Gold-ETC (Eng­lisch: Exchange Traded Commodities) börsen­gehandelte Rohstoffe, handelt es sich um Schuld­verschreibungen. Auch das hinterlegte Gold ändert nichts daran, dass der Anleger mit dem Pleiterisiko des Emittenten leben muss. Kunden können sich das hinterlegte Gold ihrer Xetra- oder Euwax-Anteile sogar nach Hause liefern lassen, ausführ­lich Mit Wertpapieren unkompliziert in Edelmetall investieren, Finanztest 5/2016. Gold-ETC lagern im Wert­papierdepot. Dafür können Kosten anfallen. Manche Gold­zertifikate haben interne Kosten.

Gold muss ins Bank­schließ­fach

Physisches Gold muss sicher gelagert werden. Dafür eignet sich ein guter Tresor zu Hause oder ein Bank­schließ­fach. Bereits ab einer Jahres­miete von 20 Euro ist ein kleines Bank­schließ­fach zu haben, wie der Test Was Miete und Versicherung für den privaten Safe kosten in Finanztest 3/2015 zeigt. Größere Schließ­fächer kosten einige hundert Euro pro Jahr. Nicht jede Bank bietet auch Schließ­fächer an. Von den 79 angefragten Banken hatten 38 Banken Schließ­fächer zu vermieten. Gold­käufer sollten sich nicht entmutigen lassen, wenn bei einer Bank alle Schließ­fächer belegt sind. Dann fragen sie bei der nächsten Bank nach. Häufig sind die Bank­schließ­fächer nicht versichert. Kunden müssen für die Wert­sachen im Schließ­fach eine Versicherung abschließen.

Gold ist steuerfrei nach einem Jahr

Einen entscheidenden Vorteil hat greif­bares Gold: Hat der Anleger Münzen oder Barren nach einer Halte­frist von einem Jahr verkauft, streicht seinen Gewinn steuerfrei ein. Diesen Vorteil bei Zertifikaten bietet im Moment nur ein ETC: Xetra-Gold. Eine Abgeltungs­steuer auf Veräußerungs­gewinne wie bei Fonds, Wert­papieren und Zins­anlagen wird nicht fällig. Im Gegen­zug können Gold­anleger aber auch mögliche Verluste, die einen Verkauf bringt, nicht steuerlich geltend machen.

Gold­abbau ist schmutzig

Gold wird in Minen von Südafrika, Burkina Faso oder der Zentral­afrikanischen Republik und anderen Ländern unter menschen­unwürdigen Arbeits­bedingungen und gigantischen Umwelt­schäden abge­baut. Unter welchen Bedingungen ist das Gold im eigene Bank­schließ­fach gefördert worden? Diesen und weiteren Fragen sind die Experten von Finanztest auf den Grund gegangen. Anleger, die ein gutes Gewissen haben möchten, erfahren, wo sie „sauberes“ Gold kaufen können: Wo gibt es „saubere“ Barren und Münzen?, Finanztest 6/2015.

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