Gold Meldung

Der Preis für eine Fein­unze Gold liegt knapp unter 1 000 Euro. Im Vergleich zu seinem Allzeit­hoch von 1 379 Euro im September 2012 ist der Preis fürs Gold um rund 27 Prozent gefallen. In Dollar gerechnet, steht sogar ein Verlust von knapp 42 Prozent zu Buche. Hiesige Gold­besitzer können von Glück reden, dass der Dollar gegen­über dem Euro zuletzt ordentlich zugelegt hat. Pech haben dagegen Anleger mit Gold­minen­aktien, wie test.de zeigt.

Gold­preis rutscht ab

Gold Meldung

Der Gold­preis, der traditionell in Dollar ermittelt wird, sinkt nun seit fast vier Jahren. Am 5. September 2011 kratzte der Wert für die Fein­unze an der 1 900-Dollar-Marke. Nun notiert Gold unter 1 100 Dollar, am 22. Juli 2015 lag sein Preis bei 1 087 Dollar. Allein am Vormittag des 20. Juli verlor das Edel­metall binnen weniger Minuten 4 Prozent. Expertenmeinungen zufolge war ein Grund für den Kurs­rutsch, dass die chinesische Noten­bank ihre Gold­bestände nicht in dem Umfang aufgestockt hatte, wie erwartet worden war. China gibt hierzu nur alle paar Jahre Informationen. Einen anderen Grund sehen Markt­beob­achter in der Ankündigung der amerikanischen Noten­bank, noch in diesem Jahr die Zinsen anzu­heben. Steigen die Zinsen, werden Anlagen in Dollar wert­voller, was den Dollarkurs treibt. Steigt der Dollar, fällt jedoch meist der Gold­preis – weil das Edel­metall für Anleger außer­halb der USA dann teurer wird.

Hiesige Anleger haben Wechsel­kurs­puffer

Rechnet man in Euro, sieht die Geschichte anders aus. Zwar ist am 22. Juli der Preis für eine Fein­unze zum ersten Mal seit Jahres­beginn wieder unter 1 000 Euro gefallen und liegt damit fast 30 Prozent unter seinem bisherigen Höchst­stand von 1 379 Euro im September 2012. Seit seinem zwischen­zeitlichen Einbruch Ende 2013 ist das trotzdem deutlich mehr. Am 30. Dezember 2013 kostete das Edel­metall nur noch 873 Euro. Seither stieg in Euro der Gold­preis wieder an. Grund für die gegen­läufige Bewegung ist der starke Dollar. Teil­weise konnten die Wechsel­kurs­gewinne die Verluste des reinen Gold­investments wieder wett­machen. Das Nach­sehen haben Anleger, die währungs­gesicherte Gold­zertifikate gekauft haben. Ihr Papier verliert so viel, wie Gold in Dollar verliert.

Gold ist keine sichere Geld­anlage

Zahlreiche Deutsche haben gerade nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers gerne Gold gekauft, um ihr Geld in Sicherheit zu bringen. Die Experten von Finanztest haben jedoch schon immer vor den Risiken von Gold gewarnt. Zwar wird das Edel­metall wohl niemals wert­los werden, doch sein Preis schwankt stark. Anleger sollten daher auf keinen Fall große Teile ihres Geldes in Gold investieren. Gold, zum Beispiel als Barren oder Münzen, ist jedoch als Beimischung für eine bereits gut gestreute Geld­anlage geeignet. Mehr als 10 Prozent sollten Anleger allerdings nicht in das Edel­metall investieren.

Tipp: Sollten Sie die jetzigen Preise zum Kauf nutzen wollen, können Sie außer Barren oder Münzen auch Fonds oder so genannte ETC kaufen, die den Gold­preis abbilden und zum Teil mit Gold hinterlegt sind. Aber auch hier gilt: Es handelt sich lediglich um Beimischungs­möglich­keiten. Wenn Sie wissen wollen, woher das Gold für die Barren und Münzen kommt, lesen Sie unseren Test Gold: Wo gibt es „saubere“ Barren und Münzen? Wer sein Gold nicht bei sich zu Hause lagern will, dem hilft der Beitrag Gold aufbewahren: Am liebsten im Bankschließfach weiter.

Fonds, die in Gold investieren

Der Fonds HansaGold zum Beispiel legt bis zu 30 Prozent seines Geldes in physischem Gold an. Darüber hinaus kauft der Fonds Zertifikate, welche die Entwick­lung des Gold­preises abbilden – dabei bevor­zugt Manager Nico Baumbach Zertifikate, die mit Liefer­ansprüchen auf physisches Gold besichert sind. Ein Viertel des Fonds­vermögens ist in andere Edel­metalle wie Silber, Platin und Palladium investiert. Es gibt eine währungs­gesicherte und eine US-Dollar-Anteils­klasse. Börsen­gehandelte Gold­fonds, also ETF auf Gold, sind in Deutsch­land nicht zugelassen – sie erfüllen die Anforderungen an eine breite Streuung des Anlegergelds nicht.

Alternative ETC

Statt ETF können Anleger Exchange Traded Commodities erwerben, abge­kürzt ETC. Im Unterschied zu ETF handelt es sich bei ETC aber nicht um Sonder­vermögen, sondern um Schuld­verschreibungen. Das heißt, ginge der Emittent pleite, wäre das Geld weg. Allerdings sind einige dieser ETC mit Gold hinterlegt. Euwax Gold zum Beispiel ist eine von der Stutt­garter Börse Euwax aufgelegte Schuld­verschreibung, die voll­ständig mit Gold besichert ist. Anleger können sich das Gold in Form von Barren ab 100 Gramm liefern lassen. Mehr dazu finden Sie in dem Artikel Euwax Gold: Goldbarren frei Haus. Auch die Käufer von Xetra Gold können sich Gold nach Hause liefern lassen, und zwar schon ab einem Gramm. Xetra Gold ist von der Deutschen Börse Commodities in Frank­furt aufgelegt und ebenfalls zu 100 Prozent mit physischem Gold besichert.

Gold­minen sind keine Gold­grube mehr

Anleger können, statt auf den reinen Gold­preis zu setzen, auch in Gold­minen­aktien investieren. Aktien von Minen­betreibern kamen nach der Lehman-Pleite erst einmal so richtig in Schwung. Beispiels­weise hat der Index NYSE Arca Gold Bugs seinen Wert zwischen Oktober 2008 und November 2011 nahezu verdreifacht. Doch wie gewonnen, so zerronnen: Ende Juni 2015 steht der Index wieder auf dem Niveau vom Oktober 2008. Lang­fristig sieht es noch düsterer aus: Am 15. März 1996 wurde der Index bei einem Stand von 200 Punkten aufgelegt. Jetzt zählt er noch 135 Punkte. Der NYSE Arca Gold Bugs enthält Aktien von Gold­minen­betreibern wie zum Beispiel die kana­dischen Firmen Gold­corp und Barrick Gold sowie die US-amerikanische Newmont Mining. Anleger sollten beachten: Gold­aktien sind spekulative Investments. Außer der Preis­entwick­lung des Rohstoffs, die keiner voraus­sagen kann, spielen auch andere Faktoren wie die Kosten­entwick­lung der Unternehmen eine Rolle, mitunter auch das politische Umfeld.

Tipp: Falls Sie sich trotz der Risiken für ein solches Investment interes­sieren, finden Sie im Produktfinder Fonds verschiedene Aktienfonds. Den NYSE Arca Gold Bugs bilden zwei ETF ab: der ComStage NYSE Arca Gold Bugs Ucits ETF und der RBS Market Access NYSE Arca Gold Bugs Ucits ETF.

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