Wertpapiere: Gold im Depot

Gold Test

Mit Fonds und Zertifikaten wollen Anleger sich gegen Inflation schützen. Die Käufer spekulieren auf das Goldminengeschäft oder direkt auf den Goldpreis – mit hohem Risiko.

Wer wollte nicht schon immer eine Goldgrube entdecken. Mit Goldaktienfonds erwerben Anleger genau das: eine Beteiligung an einer Goldgrube. Eine der größten der Welt liegt in Westaustralien und gehört den Minenbetreibern Barrick Gold und Newmont Australia (Foto).

Gold Test

Das Bild zeigt Super Pit, eine der größten Goldminen der Welt. Sie liegt in Kalgoorlie in Westaustralien. Die Mine ist 3,8 Kilometer lang, 1,35 Kilometer breit und über 500 Meter tief. Es war Goldgräber Paddy Hannan aus Irland, der 1893 die ersten Nuggets im Outback entdeckte. Seither förderten Minenarbeiter in der „Golden Mile“ genannten Gegend mehr als 1600 Tonnen.

Das Bild zeigt Super Pit, eine der größten Goldminen der Welt. Sie liegt in Kalgoorlie in Westaustralien. Die Mine ist 3,8 Kilometer lang, 1,35 Kilometer breit und über 500 Meter tief. Es war Goldgräber Paddy Hannan aus Irland, der 1893 die ersten Nuggets im Outback entdeckte. Seither förderten Minenarbeiter in der „Golden Mile“ genannten Gegend mehr als 1600 Tonnen.

Pro Jahr fördert das australische Firmenkonsortium mehr als 25 Tonnen Gold. Je höher der Goldpreis steigt, desto besser das Geschäft.

Aber nicht jede Goldmine ist eine Goldgrube im sprichwörtlichen Sinne. Ob die Aktionäre sich wirklich über Kurszuwächse freuen können, hängt nicht nur von der Fördermenge, sondern auch davon ab, ob die Mine profitabel arbeitet.

Die Kurse von Fonds, die Goldminenaktien kaufen, schwanken noch stärker als der Goldpreis. Entsprechend zählen die Fonds in unserem Fondsdauertest zu den Chance-Risiko-Klassen 11 und 12. Anleger sollten wissen, dass sie auf Jahressicht Verluste von 60 bis 70 Prozent verkraften können müssen. Im Gegenzug sind auch die Gewinnchancen überdurchschnittlich hoch.

Im vergangenen Jahr hat der hohe Goldpreis keinen Einfluss auf die Aktienkurse gehabt, wie man an den Jahresergebnissen der Fonds in der Tabelle sehen kann.

Selbst der beste Fonds in der Tabelle, der AIG PB EF Gold A, hat in den vergangenen zwölf Monaten 27,8 Prozent Verlust gemacht (Stichtag 28. Februar 2009). Am schlimmsten hat es den PEH Q-Goldmines erwischt: minus 50,3 Prozent.

Der Grund dafür ist, dass sich die Aktien der Minengesellschaften dem allgemeinen Börsentrend nicht entziehen können. Geht es an der Börse abwärts, fallen auch diese Aktien – selbst wenn der Goldpreis steigt. „In einer Krise machen die Investoren keine großen Unterschiede mehr bei dem, was sie verkaufen“, erklärt Stefan Meinhold von der Fondsgesellschaft DWS das Phänomen.

Erst wenn es wieder aufwärtsgeht, unterscheiden die Anleger wieder. „Der Vorteil von Minenaktien ist, dass Anleger mit ihnen auch bei einem stagnierenden Goldpreis Geld verdienen können“, sagt Meinhold – anders als mit Fonds oder Zertifikaten, die nur den Preis abbilden.

Gold im Fonds

Käufer von Goldaktienfonds sind an den Minengesellschaften beteiligt. Sie haben eine Sachwertanlage im Depot, die auch bei starker Inflation ihren Wert behalten kann – Zugriff auf Goldbestände haben sie aber nicht.

Das bietet zum Beispiel der Goldfonds von HansaInvest, den die Hamburger Fondsgesellschaft zu Jahresbeginn aufgelegt hat (Isin DE 000 A0N EKK 1). Ziel des Hansagold ist es, den Goldpreis abzubilden.

Manager Nico Baumbach darf für bis zu einem Drittel des Fondsvermögens echtes Gold kaufen. Mehr ist gesetzlich nicht erlaubt. Den Rest steckt er in Staatsanleihen und Zertifikate.

Der Fonds wirbt damit, dass Anleger, die ihre Anteile zurückgeben, Gold dafür bekommen können. Allerdings bekommen sie das Gold nicht direkt, sondern kaufen es mit dem Geld, das sie aus dem Verkauf der Anteile erlösen. Sollten die Anleger einen wirklichen Inflationsschutz wünschen, sollte die Rückzahlung jedoch direkt in Gold erfolgen. Dazu muss bekannt sein, welche Menge Gold je Anteilsschein verbrieft ist.

Das ist zum Beispiel bei den beiden Goldfonds aus der Schweiz der Fall: In der Schweiz dürfen Fonds anders als in Deutschland für das ganze Fondsvermögen Gold kaufen. Das machen der ZKB Gold ETF, ein börsengehandelter Goldfonds der Zürcher Kantonalbank (Isin CH 002 43 9 100 2), und der Julius Bär Physical Gold Fund (Isin CH 004 478 114 1).

Beide Fonds sind in Deutschland nicht zum öffentlichen Vertrieb zugelassen. Anleger können sie aber an der Schweizer Börse in Zürich kaufen. Sie sollten sich zuvor erkundigen, ob ihnen steuerliche Nachteile gegenüber in Deutschland registrierten Fonds entstehen.

Goldfonds ohne echtes Gold

Die DWS bietet einen Goldfonds an, der ebenfalls den Goldpreis abbildet, aber dazu keine Goldbarren kauft. Der DWS Gold plus (Isin LU 005 564 905 6) investiert das Geld je zur Hälfte in Edelmetallkonten und Anleihen. Anleger, die nur auf den Goldpreis setzen wollen, sind mit diesem Fonds ebenso gut bedient wie mit dem Hansagold.

Zertifikate

Wer in erster Linie auf den Preis des gelben Metalls spekuliert, kann auch Zertifikate kaufen. Sie sind oft günstiger als Fonds. Zudem kann man mit ihnen auch auf fallende Goldpreise setzen (siehe „Zertifikate“).

Eine besondere Konstruktion ist der beliebte ETC „Xetra-Gold“ von der Deutschen Börse Commodities (DE 000 A0S 9GB 0). ETC steht für exchange traded commodities (börsengehandelte Rohstoffe). Xetra-Gold vereint Eigenschaften von Zertifikaten und Fonds, die den Goldpreis abbilden.

Dem Namen nach ähneln die ETCs den börsengehandelten Indexfonds (ETF). Die Deutsche Börse Commodities kauft für Xetra-Gold echtes Gold und wie bei den Schweizer Fonds verbrieft ein Anteilschein eine entsprechende Menge Gold.

Trotzdem ist Xetra-Gold kein Fonds, sondern eine Schuldverschreibung – ähnlich einem Zertifikat. Anleger können ihr Geld verlieren, sollte der Herausgeber des Zertifikats pleitegehen. Die Goldbestände sind bei einer Pleite vor dem Zugriff Dritter nicht geschützt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1620 Nutzer finden das hilfreich.