Das Landgericht Würzburg hat dem Unternehmen Goj Immobilienhandel AG verboten, unwahre Behauptungen über die Stiftung Warentest und ihre Zeitschrift Finanztest zu verbreiten (Az. 1 IH O 2053/00).

Die Goj AG hatte die warnende Berichterstattung in Finanztest über ihre dubiosen Beteiligungsangebote in Briefen an ihre Anleger als von missgünstigen Mitbewerbern platzierte Informationen dargestellt, damit diese von Anlegern nicht ernst genommen würden. Zu diesem Zweck hatte sie behauptet, dass die Stiftung Warentest und Finanztest ohne Negativschlagzeilen keine Verkaufsauflage aufweisen könnte. Außerdem würde die Stiftung Warentest eigene Objekte auf dem Markt unter anderem Namen anbieten und somit aus Eigeninteresse handeln, wenn sie vor der Goj AG warne.

Diese Behauptungen sind objektiv unrichtig, da die Stiftung Warentest als Herausgeberin der Zeitschrift Finanztest weder im eigenen noch im fremden Namen Kapitalanlagen vertreibe, erklärten die Richter. Die Goj habe mit ihren unwahren Behauptungen versucht, die durch Finanztest geweckten Zweifel an ihrem Beteiligungsangebot zu zerstreuen. Damit habe sie Kunden beeinflusst, ihre Kapitalanlage zu behalten oder sogar zu erweitern.

Wie mehrfach berichtet, bieten die Goj AG sowie die Schober AG, die Ibeka AG und die Lenz AG, die alle zur Euro-Gruppe in Würzburg gehören, mit unseriösen Vertriebsmethoden höchst zweifelhafte Beteiligungen zum Beispiel an Unternehmen und Immobilien an. Die Staatsanwaltschaft in Würzburg ermittelt gegen Verantwortliche des Unternehmens unter anderem wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs.

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