Der Finanzkonzern Göttinger Gruppe will jetzt seine Tochter Gutingia Lebensversicherung AG verkaufen. Der Verkauf stehe kurz bevor, berichtet das Göttinger Tageblatt unter Berufung auf das Vorstandsmitglied der Göttinger Gruppe, Sven-Michael Slottko. Hintergrund des Verkaufs sind vermutlich Zahlungsprobleme. Zuletzt hatte der Konzern Schwierigkeiten, fällige Rückzahlungen an Kunden zu leisten. Zuvor hatte ein Unternehmensmitarbeiter bereits angekündigt, dass man kurzfristig Immobilien verkaufen wolle, um wieder flüssig zu werden.

Ausländischer Investor will kaufen

Die Gutingia Lebensversicherung, eine 100-prozentige Tochter der Göttinger Gruppe Holding und der Securenta AG, soll an einen ausländischen Investor veräußert werden. Das berichtet das Göttinger Tageblatt unter Berufung auf das Vorstandsmitglied der Göttinger Gruppe, Sven-Michael Slottko. Seit vier Monaten sei man mit dem Finanzdienstleister im Gespräch, jetzt erwarte man ein verbindliches Kaufangebot, erklärte Slottko.

Konzern: Neuausrichtung hin zu Telekommunikation

Grund für den Verkauf sei eine neue strategische Ausrichtung der Göttinger Gruppe, weg von der Finanzdienstleistung, hin zu Telekommunikation und Energie, sagte Slottko. Die Versicherung, die in der Herzberger Landstraße 32 Mitarbeiter beschäftige und schwarze Zahlen schreibe, passe nicht mehr zum Kerngeschäft der Göttinger Gruppe.

Anlegern wurden Risiken verschwiegen

Zehntausende Anleger haben bei Unternehmen der Göttinger Gruppe Beteiligungsverträge gezeichnet. In vielen Fällen wussten Anleger dabei nicht, dass es sich um riskante Gesellschaftsbeteiligungen handelte, bei denen sie nicht nur an den Gewinnen des Unternehmens, sondern auch an den Verlusten beteiligt sind. Da vielen Sparern die Verträge als sichere Altersvorsorge verkauft worden waren, fühlten sie sich falsch beraten. Sie forderten daraufhin ihr Geld zurück. Doch das Unternehmen wollte nicht zahlen. Deshalb kam es in hunderten Fällen zu gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Finanzkonzern. Doch auch vor Gericht erstrittene Rückzahlungen leistete das Unternehmen oft nicht.

Volksbank kündigt Securenta das Konto

Die Volksbank Göttingen kündigte sogar das Geschäftskonto der zur Göttinger Gruppe gehörenden Securenta AG, weil das Konto nach Pfändungen nicht mehr das notwendige Guthaben aufwies. Von Anwälten der Geschädigten geschickte Gerichtsvollzieher wurden nicht in das Konzerngebäude in Göttingen gelassen. Gezahlt wurde immer erst, wenn der Termin zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung kurz bevorstand.

Meldung vom 25.08.2006: Göttinger Gruppe offenbar in Schwierigkeiten

Dieser Artikel ist hilfreich. 101 Nutzer finden das hilfreich.